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Heidelbeeren-Ratgeber

Heidelbeeren Pflanz- und Pflegeanleitung

Botanischer Name

Vaccinium corymbosum

Familie

Heidekrautgewächse (Ericaceae)

Einordnung

Beerenobst


Heidelbeeren – oftmals auch Blaubeeren genannt – erfreuen sich unter Gartenfreunden wieder einer zunehmenden Beliebtheit, seitdem es mit den Kulturheidelbeeren Zuchtsorten gibt, deren Gartenkultur einfach und problemlos ist. Die außerordentlich pflegeleichten Sträucher bescheren uns nach einigen Jahren nicht nur eine Vollernte ihrer köstlichen Beeren, sondern sind mit ihrer attraktiven Blüte und Herbstfärbung auch noch sehr dekorative Ziergehölze. Sie stammen ursprünglich aus Nordamerika, wo die Züchtungsarbeit im Laufe des 20. Jahrhunderts große Fortschritte gemacht hat. So gibt es seit einigen Jahren erstmals auch Sorten mit pinkfarbenen Früchten, wie zum Beispiel die Heidelbeere Pink Lemonade. Die Sorte ziert im Frühjahr mit ihren pinkfarbenen Blüten, im Herbst mit ihrem leuchtenden Laub und im Winter mit einer grün-roten Rinde. Die reichfruchtende Pink Lemonade ist selbstfruchtbar, doch wie bei allen anderen Heidelbeeren erhöht eine zweite Sorte in der Nähe den Ertrag.

Gärtner Pötschke

Unterschiede zwischen Kulturheidelbeeren und Waldheidelbeeren

Die gezüchteten Kulturheidelbeeren unterscheiden sich bereits im Wuchs von den wildwachsenden Waldheidelbeeren (Vaccinium myrtillus). Waldheidelbeeren wachsen bodennah und erreichen dabei Wuchshöhen von gerade einmal 30–50 cm. Entsprechend mühselig ist ihre Ernte. Kulturheidelbeeren wachsen im Vergleich wesentlich höher, je nach Sorte kommen sie auf Wuchshöhen von bis zu 2 Meter. Was gleichbedeutend ist mit einem sehr viel angenehmeren Pflücken der Früchte. Diese sind bei den Kulturheidelbeeren nicht nur etwas größer, sondern meist auch etwas süßer und weniger säurehaltig als bei den heimischen Waldheidelbeeren. Hinzu kommt, dass die Früchte der Kulturheidelbeeren zwar blau bereift sind, aber im Gegensatz zu den Waldheidelbeeren ein helles Fruchtfleisch besitzen. Dadurch, dass der blaue Farbstoff bei ihnen nur in der Schale und nicht in der ganzen Frucht sitzt, gibt es keine blauen Finger und Münder mehr. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu den Waldheidelbeeren, bei denen auch das Fruchtfleisch gefärbt ist.

Der beste Pflanzplatz für Heidelbeeren

Ganz im Gegensatz zu den Wildformen der Heidelbeere fühlen sich ihre Kulturformen an einem sonnigen Standort am allerwohlsten! In Bezug auf den Boden gibt es eine ganz besonders wichtige Voraussetzung, wenn Sie Heidelbeeren im eigenen Garten anbauen und kultivieren möchten. Die Pflanzen benötigen einen sauren Untergrund. Denn auf kalkhaltigen Böden kümmern Heidelbeeren und fruchten unter Umständen gar nicht oder nur unzureichend. Der pH-Wert sollte idealerweise in einem Bereich von 4–5 liegen. Letztlich sind die Beeren Moorbeetpflanzen, die allenfalls noch mit einem humusreichen Waldboden zurechtkommen. Pflanzen Sie Heidelbeeren dagegen auf kalkreichen Böden verfärben sich die Blätter der Pflanzen gelb, sie kümmern im Wuchs und versagen bei der Fruchtbildung. Wenn Sie Blaubeeren auf von Natur aus ungeeigneten Böden mit einem höheren pH-Wert anpflanzen möchten, sollten Sie sich besser die Mühe machen und den anstehenden Boden austauschen.

Heidelbeeren pflanzen

In Containern angebotene Heidelbeeren können theoretisch das ganze Jahr über gepflanzt werden, benötigen aber während der Vegetationszeit viel Wasser zum Anwachsen. Die beste Pflanzzeit ist jedoch das zeitige Frühjahr und der Herbst. Sie können die Beerensträucher einzeln oder in Reihen setzen, der empfohlene Pflanzabstand beträgt dabei 1,5–2 Meter zu allen Seiten. Am besten pflanzen Sie versetzt auf Lücke, damit jede Heidelbeere ausreichend Licht und Luft bekommt. Ein spezieller Pflanzschnitt ist nicht notwendig. Ballenpflanzen aus dem Freiland können von Herbst bis Frühjahr während der Vegetationsruhe gepflanzt werden. Auch sie benötigen keinen Pflanzschnitt.

Um Heidelbeeren zu pflanzen heben Sie eine Pflanzgrube etwa 1 Meter breit und 50 cm tief aus und füllen sie mit Rhododendron-Erde auf. Das Mischungsverhältnis ist natürlich abhängig vom Säuregrad der Gartenerde. Als Faustregel kann gelten: Bei Sandböden mischen Sie den Erdaushub im Verhältnis 1 : 1 mit Rhododendron-Erde, bei starken Lehmböden im Verhältnis 1:3, bei sehr kalkhaltigen Böden pflanzen Sie direkt in Rhododenron-Erde. Unterstützend können Gartenabfälle wie Lauberde, Nadelstreu und Rindenhumus mit in den Boden eingearbeitet werden. Auch verrottete Sägespäne und zerkleinerte Schilfblätter sind ein geeignetes Substrat für die Kultur von Heidekrautgewächsen, zu denen die Heidelbeere genauso wie die Azalee und der Rhododendron gehört. Auf Torf sollten Sie aus ökologischen Gründen jedoch besser verzichten. In besonders kalkhaltigen Böden kann es darüber hinaus sinnvoll sein, die Seiten der Pflanzgrube mit einer Folie auszukleiden, um das Eindringen von kalkhaltigem Wasser aus dem benachbarten Erdreich zu verhindern, welches den pH-Wert auf Dauer wieder anheben würde. Der Boden muss dabei natürlich offen bleiben, damit keine Staunässe entsteht.

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Topfkultur von Heidelbeeren als alternative Möglichkeit

Als eine etwas weniger arbeitsintensive Alternative hat sich bewährt, Heidelbeeren in ausreichend große Pflanzgefäße zu setzen, die ebenfalls – wie bereits beschrieben – mit saurer Erde gefüllt werden. Diese können entweder dekorativ auf der Terrasse und dem Balkon gestellt oder im Garten eingegraben werden. Für die letztere Variante eignen sich alle Kunststoffbehälter, die über genügend Abzugslöcher verfügen. Anders als die Waldheidelbeeren benötigen die Kulturheidelbeeren dabei keinen halbschattigen, sondern einen möglichst sonnigen Standort.

Pflegeleicht - Heidelbeeren stellen wenig Ansprüche

Heidelbeeren sind Flachwurzler. Aus diesem Grund müssen Sie bei der Bodenbearbeitung und beim Entfernen von Unkraut darauf achten, nur sehr flach zu hacken. Besonders gut gedeihen die Pflanzen, wenn Sie den Boden im Wurzelbereich mit organischem Material mulchen. Hierfür eignen sich zum Beispiel Laubblätter, Nadelstreu, Rindenmulch, Sägespäne und Stroh. Die Mulchschicht hat dabei gleich mehrere Vorteile – sie hilft nicht nur den Wildbewuchs durch Unkraut zu unterdrücken, sondern hält auch den pH-Wert niedrig und die Feuchtigkeit im Boden. Dies ist wichtig, da Heidelbeeren sehr empfindlich auf Trockenheit reagieren. Speziell bei Sommerhitze und länger anhaltenden Trockenperioden sind sie auf zusätzliche Wassergaben angewiesen, denn mit ihrem flachen Wurzelsystem können sie keine Feuchtigkeit aus der Tiefe ziehen. Zum Gießen sollten Sie jedoch nur kalkarmes Wasser verwenden, am besten Regenwasser.

Heidelbeeren sind sehr genügsame Obstgehölze, die nur sparsam gedüngt werden müssen. Zu empfehlen sind kalk- und chloridfreie Spezialdünger, wie zum Beispiel Pflanzenfutter® für Heidelbeeren. Dieser pH-absenkende Dünger sorgt nicht nur für eine optimale Ernährung, sondern auch für den richtigen Säuregehalt im Boden. Gedüngt wird einmal im zeitigen Frühjahr und einmal nach der Ernte im Herbst. Beachten Sie, dass zu stark oder zu spät gedüngte Pflanzen nicht mehr rechtzeitig vor dem Winter aushärten können und dann anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen werden. Verzichten Sie außerdem auf Kalk oder frischen Stalldung, denn sie sind für Heidelbeeren Gift!

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Mehrere Heidelbeeren sorgen für eine bessere Ernte

Heidelbeeren sind selbstfruchtbar, aus diesem Grund wird ein einzelner Strauch meist auch ausreichend Früchte tragen. Doch wird die Ernte in jedem Fall besser ausfallen, wenn Sie mehrere Sträucher verschiedener Sorten nebeneinander pflanzen. Die Sträucher zeigen im Mai ihre hübschen weißen bis rosafarbenen, glockenförmigen Blüten. Gelingt die Befruchtung der Blüten, die von Bienen und Hummeln bestäubt werden, kann ein voll entwickelter Strauch ohne weiteres bis zu sieben Kilogramm Blaubeeren hervorbringen. Am besten wählen Sie für diesen Zweck Heidelbeersorten mit unterschiedlichen Reifezeiten aus. So können Sie von Juli bis in den September hinein fast 3 Monate lang schmackhafte Früchte ernten. Beeren aus nicht befruchteten Blüten bleiben klein und lederartig.

Heidelbeeren schneiden - so geht's

In den ersten Jahren nach der Pflanzung sind meist noch keine Schnittmaßnahmen erforderlich. Erst nach gut 5 Jahren wird ein Auslichtungs- und Verjüngungsschnitt notwendig. Es werden alle Triebe entfernt, die nach innen wachsen, sich kreuzen oder aneinander scheuern. Ebenso werden alle überalterten und unfruchtbaren Äste auf 20 cm über dem Boden abgeschnitten oder auf kräftige Seitentriebe zurückgesetzt, um einen kräftigen Neuaustrieb zu fördern. Denn Heidelbeeren tragen am dies- und letztjährigen Holz. Die beste Zeit hierfür ist vom Spätwinter an bis zum beginnenden Laubaustrieb im Frühjahr. Eine Besonderheit ist die Heidelbeere Poppins®, die verstärkt am einjährigen Holz fruchtet. Durch einen Rückschnitt sofort nach der Ernte kann bei ihr noch im gleichen Jahr ein Neuaustrieb angeregt werden, der bereits im Folgejahr wieder reichliche Früchte trägt.

Heidelbeeren ernten und lagern

Heidelbeeren reifen je nach Sorte von Mitte Juli bis in den September hinein. Meist zieht sich die Ernte über mehrere Wochen hinweg, da ihre Früchte nie alle gleichzeitig, sondern immer nur nacheinander in Etappen reif werden. Dabei sollten Sie mit der Ernte grundsätzlich solange warten, bis die Beeren richtig tief blau ausgefärbt sind, denn erst dann haben sie ihr volles Aroma entwickelt. Außerdem reifen zu früh und damit unreif geerntete Früchte nicht mehr nach. Meist tragen die Sträucher schon im Jahr nach der Pflanzung – mit einem Vollertrag ist aber erst nach ein paar Jahren zu rechnen.

Heidelbeeren schmecken frisch gepflückt am besten. Doch leider lassen sie sich nicht sehr gut lagern, und auch im Obstfach des Kühlschranks halten sie sich nur wenige Tage. Größere Mengen sollten Sie aus diesem Grund besser einfrieren oder verarbeiten und dadurch konservieren. Eine sehr beliebte Möglichkeit ist zum Beispiel, die geernteten Früchte zu Marmelade, Konfitüre und Kompott einzukochen oder sie zum Backen zu verwenden. Oder Sie machen einfach Ihr eigenes Heidelbeer-Eis.

Gärtner Pötschke

Heidelbeere Rezepte

Beinahe jeder freut sich doch über ein leckeres Eis - und selbstgemacht schmeckt es gleich nochmal so gut. Versuchen Sie sich doch einmal an diesem Rezept, denn frisches Heidelbeereis von den Beeren aus dem eigenen Garten ist eine tolle Alternative zu Schokoladen- oder Vanilleeis.

Heidelbeereis (für 4 Pers.)

Zutaten

  • 150 g Heidelbeeren
  • 120 g Joghurt
  • 50 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 50 g Sahne
  • Eisförmchen oder Joghurtbecher
  • Eisstiele oder Teelöffel

Zubereitung

Bevor Sie mit der Eisproduktion beginnen, sollten Sie die frischen Heidelbeeren gründlich waschen. Anschließend geben Sie die Beeren, Joghurt, Zucker und Vanillezucker in einen Mixbecher und pürieren alles zu einer feinen Masse. Nun wird die Sahne halbsteif geschlagen und vorsichtig unter das Heidelbeerpüree gezogen (es sollte eine Marmorierung entstehen). Haben sich Sahne und Püree gut miteinander verbunden wird die Masse in die Eisförmchen oder Joghurtbecher gefüllt und für ca. 3 Stunden tiefgekühlt. Nach dieser Zeit können Sie die Eisstiele in das angefrorene Heidelbeereis stecken und dieses nochmal für ca. 1,5 Stunden zurück ins Gefrierfach stellen.

Schädlinge und Krankheiten an Heidelbeeren

Auf kalkhaltigen Böden reagieren Heidelbeeren mit Blattbleiche (Chlorose) und setzen nur wenige Früchte an. Trockenheit vertragen sie ebenso wenig, deshalb muss an heißen Tagen ausreichend mit weichem (kalkarmem) Wasser gegossen werden. In seltenen Fällen treten Triebsterben und Wurzelfäule auf - betroffene Pflanzen sind nicht zu kurieren und müssen daher gerodet und das Erdreich ausgetauscht werden, bevor neue Blaubeeren an die gleiche Stelle gesetzt werden können. Schädlinge wie Blattläuse brauchen Sie nicht zu fürchten, aber Vögel lieben die leckeren Beeren. Abhilfe schafft hier ein Netz, das die Sträucher zur Reifezeit schützt.

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