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Junge Pflanze im Gartenboden

Bodenverbesserung im Garten

Infos & Tipps vom Profi

Ohne Boden bzw. Erde ist für die meisten Pflanzen kein Leben möglich. Das zeigt, wie wichtig er eigentlich ist. Doch die wenigsten Gartenbesitzer schenken ihm die nötige Beachtung. Damit sich das ändert haben wir in diesem Artikel unser geballtes Wissen rund um den Gartenboden und die Möglichkeiten zur Verbesserung der Bodenqualität zusammengetragen.

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Der Boden ist die Heimat aller Landpflanzen

Was ist Boden eigentlich?

Unsere Böden sind bis auf wenige Ausnahmen, wie z. B. Moorboden, Verwitterungsprodukte aus Gesteinen und Mineralien, die mit organischen Humusstoffen vermischt sind. Zum Humus zählen abgestorbene Pflanzenreste und Tiere, tierische Exkremente und andere Substanzen organischer Herkunft in allen Stadien der Zersetzung. Die Humusbildung unterliegt in erster Linie der Aktivität von Mikroorganismen, die für seinen Auf- und Umbau verantwortlich sind.

Die Mischung mineralischer Bestandteile wie Sand, Ton oder Kalk sowie der Humusanteil bestimmen die Qualität und Zusammensetzung des Bodens. Besteht er fast nur aus einer dieser Komponenten, so ist er für das Wachstum von Pflanzen nicht geeignet. 

Gärtner Pötschke

Was ist...?

"...Boden?"

"Boden ist das mit Wasser, Luft und Lebewesen durchsetzte, unter dem Einfluss der Umweltfaktoren (insbesondere Klima) an der Erdoberfläche entstandene und im Laufe der Zeit sich weiterentwickelnde Umwandlungsprodukt mineralischer und organischer Substanzen, mit einer eigenen strukturellen Organisation, das in der Lage ist, Landpflanzen als Standort zu dienen."

Die Qualität eines guten Gartenbodens hängt also von den Mischungsverhältnissen seiner Hauptbestandteile ab.

  • Sand- und Tonanteil bestimmen die "Schwere" des Bodens
  • Kalk- und Humusgehalt sind für den Säuregehalt (pH-Wert) verantwortlich
  • Ton- und Humusanteile sind von entscheidender Bedeutung für die Speicherung von Nährstoffen und Wasser

Bei einem zu geringen Gehalt von Ton und Humus ist der Boden nicht in der Lage, durch Regen oder per Hand aufgebrachte Nährstoffe zu binden, um so die ausreichende Versorgung der Pflanzen für ein gesundes Wachstum zu gewährleisten. Eine Verbesserung des Bodens, vor allem eine Erhöhung des Humusanteils, ist bei diesen Böden wichtig und notwendig.

Die Bodenarten und ihre Eigenschaften

Der Boden ist die Mutter aller Pflanzen. Er bietet allen pflanzlichen Lebewesen Nahrung und einen Halt für die Wurzeln. Auch wenn sich die Böden auf den ersten Blick ähneln, so sind sie doch sehr verschieden zusammengesetzt.

Genauso unterschiedlich ist der zu erzielende Ernteerfolg. Umso wichtiger ist eine genaue Kenntnis über die Zusammensetzung des eigenen Gartenbodens. Es gibt eine Gruppe von Gartenpflanzen, die auf jedem, einigermaßen gepflegten Gartenboden gedeihen können. Bei manchen Pflanzen ist es aber notwendig, dass Sie den Boden gezielt deren speziellen Anforderungen anpassen.

Sandboden

Rinnt schnell durch die Finger, Tongehalt bis 10 %. Verbesserung durch lehmige Erde und Kompost.

Lehmiger Sand

Klebrig, Sandkörner deutlich fühlbar, krümelt beim Formen. Tongehalt bis 20%. Mit Humus gemischt guter Gartenboden.

Sandiger Lehm

Formbar, zerfällt aber rasch. Tongehalt bis 30 %. Mit Humus gemischt guter Gartenboden.

Lössboden

Quarzsand, Lehm und Kalk, Tongehalt bis 40 %. Körnchen nicht spürbar. Humuszufuhr günstig.

Reiner Lehm

Sandanteile, knirscht beim Reiben. Backt zusammen, solange feucht. Tongehalt bis 40 %. Ständige Humuszufuhr wichtig.

Schwerer Lehm

Schmiert beim Reiben, formbar. Tongehalt bis 60 %. Wird durch Zugabe von Sand und Humus kulturfähig.

Tonboden

Fein, glatt und seifig. Tongehalt über 60 %. Gut formbar. Tiefes Umgraben sowie Sand- und Humuszufuhr notwendig. Drainage!

Kalk- oder Mergelboden

Schmiert bei Nässe. Besteht aus verschiedenen Bodenarten und Kalkstein.

Humusboden

Enthalten mindestens 30 % organische Substanz. Kalk, Lehm und Sand verbessern die Bodenqualität.

Welchen Boden habe ich?

Nachdem Sie nun die einzelnen Bodenarten kennen, stellt sich natürlich die Frage welche Zusammensetzung Ihr Gartenboden hat. Dafür bietet sich eine einfache Bodenanalyse an, die jeder ohne großen Aufwand Zuhause durchführen kann.

Die vereinfachten Bodenarten in der Gartenrealität

So schön es auch ist, dass kluge Köpfe alles genauestens definieren, so kompliziert ist es auch. Natürlich findet kein Gärtner durch den bloßen Blick oder die Ausrollprobe exakt heraus, welche Bodenart er nun im Garten hat. Aus diesem Grund hat sich eine weitere Klassifizierung von Bodenarten durchgesetzt, die in der Gartenrealität einfacher zu bestimmen ist.

Mutterboden

Als Mutterboden bezeichnet man die obere belebte Bodenschicht, die einen mehr oder weniger starken Humusgehalt aufweist. Da Humusstoffe bräunlich sind und bei Befeuchtung schwarz erscheinen, lässt sich die Dicke dieser Schicht relativ gut abschätzen.

Unter dem Mutterboden liegt der Unterboden. Die Mutterbodenschicht ist aber die wichtigste, weil die Pflanzen hier Nahrung finden und ihren Wasserbedarf stillen. 

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Leichte sandige Böden erkennt man schon an ihrer hellen Farbe

Leichte sandige Böden

Sandige Böden haben einen hohen Sandanteil und werden auch als leichte Böden bezeichnet. Sie erwärmen sich rasch, da die Bodenpartikel locker gelagert sind und die mit Luft gefüllten Zwischenräume gut Wärme aufnehmen können. Diese Eigenschaft können Sie sich für den Anbau früher Gemüsesorten zunutze machen. Für anspruchsvolle Gemüse- und Blumenarten sind leichte Böden hingegen weniger geeignet.

Sand ist nichts anderes als verwitterter Sandstein, er kann weder Nährstoffe speichern noch Wasser aufnehmen und für längere Zeit halten. Sandige Böden trocknen daher viel schneller aus. Auch die Zersetzung von Humus bildenden Stoffen wie Stall- oder Gründung geht im Sandboden verhältnismäßig rasch vor sich, dort werden vorhandene Pflanzennährstoffe schnell aus den oberen Bodenschichten ausgewaschen. Leichte sandige Böden sind ewig hungrig und ausgesprochene Düngerfresser.

Verbesserung von leichten Sandböden

Leichten sandigen Böden fehlen also in erster Linie Humus oder Tonanteile. Durch reichliche Humuszufuhr in Form von Stalldung, Gründung oder gutem Kompost lässt sich ein solcher Boden daher verbessern. Dies sollten Sie jedes Jahr wiederholen, wenn der Effekt länger anhalten soll. Denselben Verbesserungseffekt erreichen Sie auch durch das Einarbeiten von Lehm oder Ton. Ist der Untergrund stärker lehmhaltig als Mutterbodenschicht, so kann die obere Erdschicht durch tieferes Graben nach und nach mit dem Lehmboden aus der tieferen Schicht vermischt werden.

Leichte sandige Böden besitzen meist wenig Kalkanteile und reagieren daher häufig sauer. Wir empfehlen deshalb, den Boden-pH-Wert regelmäßig zu ermitteln und bei Bedarf zu kalken. Die Bodenanalyse ist heutzutage für jedermann leicht zu bewerkstelligen, Testsets sind überall im Handel erhältlich. Dies ist umso wichtiger, da eine Bodenuntersuchung nicht nur rechtzeitig einen Nährstoffmangel anzeigt, sondern auch diejenigen Nährstoffe erfasst, die dem Boden gänzlich fehlen. Jede Düngeempfehlung ist daher von dem Ergebnis der Bodenanalyse abhängig. Lassen Sie also Ihren Boden untersuchen, so sparen Sie zum einen unnötige Ausgaben für Dünger, die im Boden noch ausreichend vorhanden sind und zum anderen wird unser Grundwasser nicht durch ausgewaschene Düngerreste belastet

Gärtner Pötschke

Schon gewusst...?

"Eine Bodenanalyse spart Geld und verhindert die Belastung unseres Grundwassers!"

Für eine professionelle Bodenanalyse können Sie sich im Fachhandel extra Testsets besorgen. Die Proben werden dann zu einem Bodenlabor geschickt und untersucht. Anschließend erhalten Sie eine genaue Düngeempfehlung, die exakt auf Ihren Gartenboden abgestimmt ist.

Aber einen Vorteil haben leichte Böden: Sie sind bei jedem Wetter begehbar und können auch nach starkem Regen bearbeitet werden. Lehmige Sandböden haben dagegen einen höheren Tonanteil und können ausreichend Wasser und Nährstoffe speichern. Sie zählen bei einem guten Mischungsanteil zu den optimalen Gartenböden und lassen sich leicht durch Humusgaben optimieren.

Lehmböden

Lehmböden bestehen aus Ton und Sand in einem guten Mischungsverhältnis. Sie speichern ausreichend Wasser und reichlich Nährstoffe. In ihren Eigenschaften sowie in der Pflege sind sie zwischen Sandböden und Tonböden angesiedelt. So erwärmt sich Lehmboden langsamer als Sandboden, aber schneller als Tonboden. Regelmäßig gelockerten und bearbeiteten Lehmboden erkennt man an seiner lockeren Krümelstruktur.

Experten unterscheiden reine Lehmböden von sandigen Lehmböden mit höherem Sandanteil. Diese lassen sich besonders gut bearbeiten und erwärmen sich im Frühjahr schneller. Daneben gibt es schwere Lehmböden, die mit all ihren Nachteilen mit Tonböden vergleichbar sind. Wie diese müssen auch sie verbessert werden.

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Reine Tonböden sind besonders anfällig für Staunässe, da die Tonteilchen das Wasser binden

Tonböden

Tonböden sind kühl, wasserundurchlässig, feucht und werden als schwer und träge bezeichnet. Sie bestehen zu über 60 % aus feinkörnigen Tonteilchen, die sowohl Wasser als auch Nährstoffe sehr gut speichern können, diese aber so gut binden, dass sie nur schwer wieder an die Pflanzenwurzeln abgegeben werden. Wie aus den Schilderungen ersichtlich wurde, ist der unterschiedliche Tonanteil in Gartenböden ein wichtiger Faktor für die gleichmäßige Ernährung der Pflanzen. Tonböden mit mehr als 75 % Tonanteil sind jedoch, für Pflanzen nicht mehr geeignet.

Gärtner Pötschke

Schon gewusst...?

Reiner Ton ist ein Gemisch aus verschiedenen Mineralien, eines der bekanntesten ist Kaolinit, der Hauptbestandteil von Porzellan

Die Bearbeitung von Tonböden

Tonböden sind nahezu wasserundurchlässig und verschlämmen leicht. Sie lassen sich deswegen nur schwer bearbeiten. Hier hilft nur das Untermischen großer Mengen Sand oder Humus. Darüber hinaus ist häufiges und gründliches Lockern unerlässlich. Wichtig ist vor allem, dass im Herbst in grober Scholle umgegraben wird, damit der Boden während des Winters kräftig durchfrieren kann. Nur so erreichen Sie eine einigermaßen gute Krümelstruktur, die für die Pflanzenwurzeln wiederum sehr wichtig ist.

Da aber oft sogar verbesserte Tonböden noch nass und kalt sind, können sie erst nach einer längeren Trockenperiode, also meist spät im Frühjahr, zur Aussaat und Pflanzung vorbereitet werden. Sie eignen sich deshalb schlecht für den Anbau von Früh- und Wurzelgemüse oder für Pflanzen, die es im Wurzelbereich trockener lieben. Samen, die zur Keimung Wärme brauchen, tun sich in den Böden ebenfalls sehr schwer. In nassen, kühlen Jahren keimen Pflanzen hier wegen der zu geringen Bodentemperatur nur spärlich.

Humusböden

Humus ist das gesamte im Boden enthaltene abgestorbene organische Material. Die Humusauflage eines naturbelassenen Bodens umfasst - je nach Zersetzungsgrad - mehrere Horizonte. Die Stärke der Schichten hängt von Faktoren wie Klima, Temperatur und Standort ab.

Die oberste Schicht bezeichnet man als Streuhumus: hier sind Pflanzenreste, wie zum Beispiel Blätter, noch gut erkennbar. Sind die Pflanzenreste bereits deutlich zersetzt, spricht man vom O-Horizont und sind keine Pflanzenreste oder Strukturen mehr sichtbar, vom Dauerhumus-Horizont.

Humusböden nähren unzählige nützliche Bodenlebewesen, so auch Regenwürmer. Zudem schützen sie den Boden vor Erosion, weil das Wasser tief einsickern kann. Sie regulieren den Säure-Base-Haushalt des Bodens und enthalten einen nährstoffreichen, Wasser gut haltenden Anteil, der über eine längere Zeit seine gespeicherten Nährstoffe an die Pflanzen abgibt.

Schon gewusst...?

"Es gibt so gut wie keine reinen Humusböden."

Eine Ausnahme ist der Moorboden, der in Hoch- und Niedermooren entsteht und fast zu 100 % aus abgestorbenem Pflanzenmaterial besteht.

Video: Bodenverbesserung bei der Pflanzung

Jetzt haben wir so viel über Boden gesprochen und wie man ihn verbessern kann. Aber wie sieht so eine Bodenverbesserung eigentlich in der Praxis aus? Das zeigen wir in unserem Video.

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