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Zeigerpflanzen - wichtige Anhaltspunkte für die Bodenbestimmung

Früher, bevor chemische Analysemethoden zur Verfügung standen, bestimmten Gärtner anhand von Wildpflanzen die Nährstoffzusammensetzung eines Bodens. Zeigerpflanzen sind Wildpflanzen, die durch ihre ganz bestimmten Ansprüche bevorzugt auf bestimmten Bodenarten wachsen. Wo sie so zahlreich vorkommen, dass sie kaum auszurotten sind, geben sie gute Anhaltspunkte über die wichtigsten im Boden vorkommenden Nährstoffe, und so auch über die grundsätzliche Beschaffenheit des Bodens.

So wachsen zum Beispiel auf stark verdichteten, schweren Böden Wildkräuter wie Löwenzahn, Gänseblümchen, Breitwegerich, Beinwell, Kriechender Hahnenfuß und Ampferarten, die mit ihren Wurzeln tief in den Unterboden und damit zu den Nährstoffen vordringen können. Eine solche Pflanzengemeinschaft lässt sich zum Beispiel auf fast jedem Trampelpfad beobachten, wo der Boden von Tausenden Fußtritten verdichtet wurde. Die Wurzeln der dort siedelnden Pflanzen dringen tief in den schweren Boden ein, lüften und beleben den Oberboden und fördern Nährstoffe zutage.

Auf sandigen Böden siedeln sich dagegen bevorzugt Zeigerpflanzen wie Huflattich, Vogelmiere und Kleiner Storchschnabel an, die lange Trockenperioden durchstehen können. Solche Hungerkünstler reichern den Boden im Lauf der Zeit mit organischem Material an und schließen Nährstoffe auf. Auf staunassen Böden wachsen Wiesenschaumkraut, Pestwurz, Kuckucks-Lichtnelke und Ackerschachtelhalm.

Nährstoffreiche Böden


Nährstoffarme Böden


Trockene Böden


Feuchte bis nasse Böden


Kalkreiche Böden


Saure Böden


Was fehlt, was ist zu viel?

Invasionsartig auftretende Wildkräuter zeigen dem kundigen Gärtner, dass dem Boden entweder ein Nährstoff fehlt oder dass ein anderer zu reichlich vorhanden ist. So werden z. B. stickstoffreiche Böden bevorzugt von Brennnesseln, Giersch, Quecke, Ampfer und Franzosenkraut besiedelt. Auf einen Mangel an Stickstoff machen dagegen Pflanzen wie Ackerschachtelhalm, Labkraut, Wiesenknopf, Margeriten und Habichtskraut aufmerksam. Kalkreiche Böden erkennt man z. B. an der Besiedelung durch Huflattich, Gamander, Wegwarte oder Wiesensalbei. Sauerampfer, Farne, Stiefmütterchen und Hederich hingegen weisen auf kalkarme oder saure Böden hin.

Bei der Bestimmung der Bodenart durch Zeigerpflanzen muss bedacht werden, dass immer mehrere Faktoren für das Auftreten und Gedeihen einer Pflanze verantwortlich sind. Je mehr Zeigerpflanzen einer Kategorie vorkommen, desto sicherer ist die Bestimmung möglich.

Gärtner Pötschke

Bodentypen und zugehörige Zeigerpflanzen

Bodentyp Typische Pflanzen
Trockener Boden Bibernelle, Färberkamille, Federgras, Fingerkraut, Klee, Leinkraut, Mauerpfeffer, Thymian, Kleiner Wiesenknopf, Wiesensalbei, Wolfsmilch
Feuchter bis nasser Boden Ackerminze, Ackerschachtelhalm, Ampfer, Beinwell, Binse, Kriechender Hahnenfuß, Mädesüß, Scharbockskraut, Schilf, Sumpfdotterblume, Wiesenschaumkraut
Sandboden, leichter Boden Klatschmohn, Königskerze, Hasenklee, Feldthymian, Vogelmiere
Lehmboden, mittlerer Boden Bingelkraut, Persischer Ehrenpreis, Flockenblume, Huflattich, Wiesenfuchsschwanz
Tonboden, schwerer Boden Ackerminze, Ackerschachtelhalm, Kriechender Hahnenfuß, Leberblümchen, Löwenzahn, Quecke, Sternmiere, Weidelgras, Wurmfarn
Kalkarmer Boden Ehrenpreis, Hundskamille, Sauerampfer, Sauerklee, Wollgras
Kalkhaltiger Boden Ackersenf, Gundermann, Hopfen, Huflattich, Leberblümchen, Leinkraut, Löwenzahn, Ringelblume, Salbei
Saurer Boden Adlerfarn, Hasenklee, Hederich, Hundskamille, Sauerampfer, Stiefmütterchen
Stickstoffreicher Boden Bärenklau, Brennnessel, Ehrenpreis, Echte Kamille, Giersch, Hirtentäschel, Klette, Löwenzahn, Taubnessel, Vogelmiere, Zaunwinde
Stickstoffarmer Boden Stiefmütterchen, Besenginster, Klee, Hornkraut, Hungerblümchen
Nährstoffarmer Boden Fetthenne, Heidekraut, Labkraut, Steinbrech, Thymian
Verdichteter Boden Breitwegerich, Gänsefingerkraut, Kriechender Hahnenfuß, Quecke


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