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Komposterde

Einen Kompost anlegen - so geht's richtig

Infos & Tipps vom Profi

„Der Komposthaufen ist die Sparbüchse des Gärtners“, hat unser Gärtner Pötschke schon immer gesagt. Dies ist heute noch genauso gültig wie vor zwanzig oder fünfzig Jahren. Denn Kompost ist nicht nur ein guter Dünger, sondern vor allem auch ein ausgezeichnetes Bodenverbesserungsmittel. Deshalb ist es sehr wichtig zu wissen, wie Kompost angelegt, gepflegt und behandelt wird.
(Header-Bild: iStock.com/GankaTt)

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Besonders für Bioabfälle aus der Küche lohnt sich ein Komposter im Garten (Bild: iStock.com/Christian Dahlhaus)

Welcher Komposter ist der Richtige?

Ob Sie einen klassischen Kompost anlegen können oder die Gartenabfälle besser in Kompostsilos und Behältern kompostiert werden sollten, hängt von der Größe des Gartens und der anfallenden Menge an kompostierfähigen Abfällen ab. Behälter und Silos sind vor allem in kleinen Gärten sehr vorteilhaft, da sie nur wenig Platz beanspruchen. Welchen Komposter man hier bevorzugt, hängt aber ausschließlich vom Geschmack des einzelnen Gartenbesitzers ab.

Sind dagegen die Voraussetzungen gegeben und Sie möchten einen klassischen Kompost anlegen, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass dieser einen höheren Platzbedarf hat. Hier beträgt die Grundfläche nämlich etwa zwei mal zwei Meter. Um zu verhindern, dass die Verrottung im Kern zum Erliegen kommt, darf die Höhe des Kompost jedoch nicht mehr als einen Meter betragen. Würde man den Kompost höher anlegen, setzen Fäulnis- und Gärungsprozesse ein. Dabei können auch Substanzen entstehen, die Pflanzen schaden.

Wer einen klassischen Kompost anlegen möchte, sollte außerdem immer dafür sorgen, dass genügend Feuchtigkeit vorhanden ist und der Haufen trotzdem gut durchlüftet wird, denn nur so kann eine optimale Verrottung stattfinden.

Der richtige Platz für den Kompost im Garten

Damit die Gartenabfälle nicht austrocknen und der Prozess des Verrottens nicht unterbrochen wird, sollten Sie Ihren Kompost möglichst schattig aufstellen. Am besten ist der Kompost an diesem Standort zusätzlich von hohen Zier- oder Obstgehölzen umgeben. Auch schnell wachsende Sommerblumen, Mais oder Stangenbohnen spenden dem Kompost Schatten.

Gärtner Pötschke

Merke...!

"Ein schattiger Platz ist ideal für einen Komposthaufen."

So bleibt die nötige Feuchtigkeit innerhalb der Kompostmiete erhalten.

Was darf eigentlich auf den Kompost?

Kompostiert werden können praktisch alle Gartenabfälle, Erntereste, Grasschnitt, rohe Küchenabfälle sowie Mist, Jauche in Maßen und Laub.

Was auf gar keinen Fall auf den Komposthaufen gehört sind kranke und von Schädlingen befallene Pflanzenteile sowie Samen tragende Unkräuter. Sie alle überdauern die Kompostierung und gelangen mit der Komposterde wieder in den Garten, wo sie erneut keimen oder Pflanzen befallen. Natürlich gehören auch keine dicken Äste oder Zweige in den Kompost. Gleiches gilt für alles, was nicht schnell oder gar nicht verrottet.

Klein gehäckselte Holzabfälle hingegen können mit krautigen Abfällen gemischt auf den Kompost gegeben werden. Sie bringen Struktur in den Kompost und sorgen für eine bessere Durchlüftung der einzelnen Schichten.

  • Baumwollstoffe (zerkleinert, angefeuchtet)
  • Beinwellblätter (hoher Stickstoffgehalt, gut)
  • Eierschalen (trocken)
  • Farn (noch grün, ohne Sporen)
  • Federn (sparsam verwenden)
  • Gartenabfälle (angewelkt, auf Samen und Krankheiten achten)
  • Geflügelmist (sparsam verwenden)
  • Gemüsereste, abgekocht (möglichst fettfrei)
  • Haare (anfeuchten, benötigt Zeit zum Kompostieren)
  • Hasenstreu
  • Hecken- und Strauchschnitt (gehäckselt)
  • Heu (feucht)
  • Holzasche (sparsam verwenden)
  • Kaffeesatz
  • Kartoffelkraut (unbedenklich)
  • Kohlstrünke (gehäckselt)
  • Küchenabfälle (am besten mit anderen Materialien mischen, abdecken)
  • Laub (nicht zu viel, kein Walnuss- oder Eichenlaub)
  • Meerschweinchenstreu (unbedenklich)
  • Papier und Pappe (ist kompostierbar, vorher zerkleinern und durchweichen)
  • Pferdemist (mit Holzschnitzeln vermischt, entwickelt viel Wärme)
  • Rasenschnitt (angewelkt, nicht zu viel)
  • Sägemehl (in kleinen Mengen, zerfällt langsam)
  • Schnittgut (gehäckselt, nicht zu viel)
  • Stallmist (mit Stroh durchsetzt)
  • Stroh (zerkleinern und durchfeuchten)
  • Teebeutel (Metallklammern entfernen)

Abschließend sollte der Kompost mit einer Schicht aus Stroh, Laub, altem Heu, einer gelochten Folie oder Vlies bedeckt werden, um ihn im Sommer vor Austrocknung bzw. vor Übernässung zu schützen.

Auch muss eine solche Kompostmiete immer unkrautfrei gehalten werden, denn die darauf wachsenden Pflanzen entziehen dem reifenden Kompost wertvolle Nährstoffe und Wasser. Unkräuter streuen oft Samen aus, der später im Garten verteilt wird, dort keimt und wächst.

Immer wieder sieht man, dass Komposthaufen mit Kürbis, Zucchini oder Gurken bepflanzt werden, das schafft eine gute und auch gewünschte Schattenwirkung. 

Gärtner Pötschke

Schon gewusst...?

"Kürbisgewächse sollten immer am unteren Rand des Kompost wachsen!"

Kürbisgewächse sind Starkzehrer, das heißt, sie entziehen der Komposterde unnötig wertvolle Nährstoffe und außerdem Feuchtigkeit. Deshalb sind sie gut am unteren Rand aufgehoben. Dort beschatten sie den Fuß der Kompostmiete und befestigen ihn gleichzeitig.

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Damit Kompost so schön locker und dunkel wird braucht er ein wenig Pflege (Bild: iStock.com/Liliya Filakhtova)

Auch Kompost will gepflegt werden

Die Gartenabfälle zersetzen sich in einer Kompostmiete wesentlich schneller, wenn diese im Sommer und Herbst mehrmals umgesetzt wird.

Zur Verbesserung der Qualität der Komposterde kann zusätzlich Kalkdünger zugegeben werden, was die Rotte ebenfalls beschleunigt. Als grober Richtwert gilt ca. 1 kg pro m3. Algenkalk eignet sich hierfür am besten.

Die Qualität des Komposts wird auch verbessert, indem Sie organische Düngemittel wie Guano, Hornspäne oder Gesteinsmehle einstreuen. Auch Stalldung macht die Komposterde wertvoller. Dies gilt vor allem für scharfen Stallmist wie Geflügeldung.

Kompoststarter, braucht man die?

Als „Kompoststarter“ bezeichnet man alles, was den Verrottungsprozess in Gang bringt. Sie sind also vergleichbar mit Anfeuerhilfen, die das Entzünden des Kohlefeuers erleichtern. Natürliche Starthilfen für den Kompost sind Substanzen, die für die zersetzenden Bakterien besonders leicht verdaulich sind. Sie liefern gleichzeitig die notwendige Energie, um zu den gröberen Bestandteilen übergehen zu können.

In der Regel sind die natürlichen Kompoststarter fein strukturiert und reich an Stickstoff. Zu ihnen gehören beispielsweise in Maßen Rasenschnitt, Beinwellblätter, Hühnermist und Brennnesseln. Bewährt haben sich ebenfalls Beigaben von kohlensaurem Kalk, Algenkalk und Ton- oder Gesteinsmehl.

Gärtner Pötschke

Merke...!

"Kompost ist reif, sobald seine einzelnen Bestandteile nicht mehr zu erkennen sind."

Sobald die ursprünglichen Bestandteile nicht mehr erkennbar sind und der Kompost sich dunkel verfärbt, ist er gebrauchsfertig. Sollte er dagegen noch faserig und klumpig sein, braucht er noch eine Weile.

Und was ist mit biologischen Schnellkompostmitteln?

Je nach Zusammensetzung der organischen Masse, die auf den Kompost kommt, dauert es in der Regel etwa ein bis zwei Jahre, bis der Kompost reif ist und auf Beeten, Rabatten oder unter Bäumen und Sträuchern ausgestreut werden kann.

Um die Rotte zu beschleunigen, gibt es im Handel aber auch vorzügliche biologische Mittel auf der Basis von Tonmineralien und Nährstoffen, Kräutern oder Bakterien. Sie fördern das Bodenleben und die Mikroorganismen und sorgen somit dafür, dass der Kompost schneller zerfällt. 

Das ist besonders für kleine Gärten sinnvoll, da der Kompostplatz dann kleiner gehalten werden kann.

Die Reifezeit hängt auch ab von der Temperatur, dem Materialmix und wie oft der Haufen umgeschichtet wurde. Zerkleinern, Häckseln sowie wiederholtes Umsetzen im Sommer und Herbst beschleunigen den Zersetzungsprozess.

Nützliche Helfer fürs Kompostieren

Ausstreuen statt Eingraben

Reife Komposterde bringt Nährstoffe und Humus in den Garten zurück. Sie wird nicht untergegraben, sondern auf die zu bepflanzenden Beete von oben aufgestreut, leicht eingeharkt oder mit dem Sauzahn vorsichtig eingearbeitet. Unter Büschen und Bäumen kann man sie ebenfalls dünn ausstreuen und dann vorsichtig etwas einhacken. So kommt die wertvolle Substanz den Pflanzenwurzeln direkt zugute.

Eine Besonderheit ist reiner Laubkompost

Der nächste Herbst kommt bestimmt und damit die Frage: Wohin mit dem ganzen Laub? Eine sinnvolle Verwendung des Herbstlaubs besteht darin, einen Laubkompost aufzusetzen. Das Verfahren ist einfach:

Die Blätter werden eingesammelt und leicht angetrocknet. Dann zerkleinert man diese mit einem Häcksler. Eine Alternative ist, die Blätter auf dem Rasen auszubreiten und dann mit dem Mäher darüberzufahren.

Das so zerkleinerte Laub wird folgendermaßen in einen Kompostbehälter geschichtet: etwa 30 cm Laubschicht, darauf eine Handvoll Steinmehl, dann eine Schicht Erde, etwas Mist oder Hornmehl, wieder eine Schicht Laub usw.

Spätestens im Frühjahr wird der Laubkompost umgesetzt, und bereits wenige Monate später steht eine herrliche Erde zur Verfügung.

Gärtner Pötschke

Achtung...!

"Laub mit vielen Gerbsäuren hat auf keinem Kompost etwas zu suchen!"

Das Laub von Walnuss, Eiche, Platane, Pappel und Ginkgo verrottet nur sehr schlecht. Der Grund sind die enthaltenen Gerbsäuren. Es sollte daher gesondert gesammelt und entsorgt oder als Winterquartiere für Gartenbewohner zu Haufen zusammengeharkt werden.

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