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Lebendige Kiesgärten

Bunter Artenreichtum statt sterilem Einheitsgrau

Wer kennt sie nicht, die tristen Steinwüsten, die den klassisch bepflanzten Vorgarten mehr und mehr verdrängen? Bei einem Spaziergang durch die umliegenden Straßen brauchen wir nicht weit zu gehen, bis wir zum ersten Mal vor solch einer trostlosen Brachlandschaft stehen. Graue große Findlinge ragen aus einer noch graueren Schotterfläche hervor und in der Mitte der ganzen Komposition wächst einsam und allein eine traurige Ponpom-Zypresse. Ihr Grün wirkt beinahe grell im Kontrast zu den verschiedenen Grautönen um sie herum. Steingärten oder Kiesbeete werden diese Flächen von ihren Besitzern genannt und als moderne und vor allem pflegeleichte Alternative zum herkömmlich bepflanzten Vorgarten angepriesen. Doch mit einem Kiesbeet oder einem Steingarten, wie ihn die Natur erdacht hat, hat diese Tristesse nichts gemeinsam.

Wirkliche Kiesgärten sind ein Wunderwerk der Natur. Extra für steinige Böden bietet unsere Flora nämlich unzählige Arten, die die wenig einladend wirkenden Flächen schon nach kurzer Zeit in artenreiche, bunt blühende Lebensräume für Tiere und Insekten verwandeln. Anstatt kühler Leere, strahlen Kiesbeete Lebensfreude und Energie aus. Und wer es richtig angeht, der kann sich mit seinem Kiesgarten sogar die nordamerikanische Prärie auf sein Grundstück holen. Oder Sie bepflanzen die nährstoffarmen Kiesflächen üppig mit typischen Pflanzen des Mittelmeerraumes und schwelgen beim Betrachten in Urlaubserinnerungen. Damit Ihr Kiesgarten zum Hingucker Ihrer Siedlung wird, erklären wir Ihnen in diesem Artikel wie Sie abwechslungsreiche und bunt blühende Kiesbeete nach dem Vorbild der Natur anlegen.
(Header-Foto: iStock.com/yanikap)

Kiesbeete sind ein Lebensraum für besondere Pflanzen

Manche Pflanzenarten sind auf sehr durchlässige Böden angewiesen, die Wasser sofort in die Tiefe ableiten. Doch den meisten Gartenböden gelingt das nicht. Deshalb sieht man typische Kiesgartenpflanzen auch nur selten. Doch wenn Sie ihnen einen Bereich zur Verfügung stellen, der ihren Ansprüchen gerecht wird, können Sie sich über weiteren Artenreichtum in Ihrem Garten freuen.

Aber nicht nur die Seltenheit der Pflanzen ist ein guter Grund, um tristen Geröllfeldern den Kampf anzusagen. Richtige Kiesgärten haben noch weitere Vorteile. Egal wie groß Ihr Kiesbeet auch sein mag, zwischen den Steinen und Pflanzen entsteht ein Lebensraum für allerlei Tiere und Insekten. Hier finden sie Nahrung und eine Zuflucht, die ihr Überleben sichert. Außerdem hat jede Pflanze die Fähigkeit Staub und Lärm zu binden und kühlt durch ihre stetige Verdunstung die Umgebung. Richtige Kiesbeete tragen so einen wichtigen Teil zu einem gesunden Klima in unseren Städten bei. Darüber hinaus können die gekiesten Beete bei starken Regenfällen viel Wasser aufnehmen und innerhalb kürzester Zeit in den Untergrund ableiten. Sie entlasten die Kanalisationen und helfen in trockenen Zeiten dabei, den Grundwasserstand wieder anzuheben — denn unser Grundwasser ist die einzige Wasserquelle für alle Pflanzen außerhalb unserer Gärten.

Der Erfolg liegt im Boden

Damit sich Ihr neuer Kiesgarten in den nächsten Jahren auch gut entwickelt, müssen Sie den natürlichen Standort der Pflanzen bestmöglich kopieren. Vollsonnig sollte er sein, am besten ohne größere Bäume oder Sträucher in der Nähe damit kein Laub auf die Fläche fällt. Dazu sollte der Boden wenig Wasser speichern, denn nichts ist schlimmer für Kiesgartenpflanzen, als ständig nasse Füße zu haben. In der Natur sind solche Böden immer sandig, kiesig und oft sogar mit Geröll durchsetzt. Und da Steine kaum Nährstoffe speichern können, sind die Flächen sehr nährstoffarm. Auch wenn man denkt, dass ohne Wasser und Nährstoffe doch unmöglich etwas wachsen kann, zeigen uns diese pflanzlichen Spezialisten das Gegenteil. Sie lieben diese Standorte und entwickeln sich nur hier zu ihrer vollen Pracht. Aber wer hat schon solche Voraussetzungen im eigenen Garten? Deshalb ist der erste Schritt zum eigenen Kiesparadies immer die Bodenanpassung.

Am einfachsten geht es, wenn Sie die ersten 20 - 30 cm Ihres Gartenbodens abtragen. Später wird die Fläche dann mit Schotter oder Kies wieder aufgefüllt. Doch erstmal geht es nun darum, den Boden in der Tiefe zu lockern damit später das Wasser auch wirklich im Untergrund versickern kann. Wenn das erledigt ist, sollten Sie akribisch alle Unkräuter und Wurzelreste absammeln. Nichts ist schlimmer, als wenn nach der ganzen Arbeit schon nach kurzer Zeit wieder Giersch und Co. versuchen die Fläche zu erobern. Allerdings hilft der Austausch des Bodens gegen den Kies beim Thema Unkraut schon weiter. Die meisten Wildkräuter kommen mit den wenigen Nährstoffen im Kies nicht zurecht und sterben schon nach kurzer Zeit wieder ab. Auf eine Folie als Trennlage zwischen Erde und Kies sollten Sie übrigens lieber verzichten. Sie verhindert zwar, dass unerwünschte Pflanzen von unten in die Kiesschicht wachsen, doch auch, dass das Wasser im Erdreich versickern kann. Im Anschluss an die Tiefenlockerung des Bodens können Sie das Beet daher direkt mit einer Mischung aus Kies oder Schotter (Korngröße 0 - 16mm) und ca. 5 - 10 % Gartenerde wieder auffüllen. Der geringe Erdanteil sorgt später dafür, dass (wenige) Nährstoffe im Substrat gespeichert werden können. Auch wenn die Kiesflächenpflanzen echte Hungerkünstler sind, können sie für ihr Wachstum nämlich nicht komplett auf Stickstoff & Co. verzichten.

Es ist soweit - die Pflanzen ziehen ein

Nachdem Sie Ihre neuen Pflanzen gewässert haben, können sie ihr neues Heim beziehen. Gepflanzt wird wie gewohnt. Der einzige Unterschied ist, dass der Wurzelballen der Pflanzen nach der Pflanzung noch ca. 5 cm aus dem Kies herausschauen sollte. Das ist wichtig, denn im Anschluss folgt noch die Abdeckung der Fläche mit einer weiteren ca. 5 cm starken Schicht Kies. Hier sollte die Korngröße 8 - 16mm betragen. Passen Sie beim Verteilen auf, dass auch alle Wurzelballen von dem Kies umschlossen sind, damit sie später nicht so schnell austrocknen.

Geeignete Pflanzen für den Kiesgarten

  • Kugelköpfiger Lauch (Allium sphaerocephalon)
  • Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile)
  • Alpen-Aster (Aster alpinus)
  • Zittergras (Briza media)
  • Bartblume (Caryopteris clandonensis)
  • Kalifornischer Mohn (Eschscholtzia californica)
  • Mittelmeer-Wolfsmilch (Euphorbia characias)
  • Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma)
  • Kleiner Mannstreu (Eryngium planum)
  • Kriechendes Schleierkraut (Gypsophila repens)
  • Zwerg-Alant (Inula ensifolia)
  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Duftsteinrich (Lobularia maritima)
  • Rutenhirse (Panicum virgatum)
  • Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)
  • Echter Salbei (Salvia officinalis)
  • Hohe Fetthenne (Sedum telephium)
  • Kamtschatka-Fetthenne (Sedum kamtschaticum)
  • Zartes Federgras (Stipa tenuissima)
  • Sand-Thymian (Thymus serpyllum)
  • Kandelaber-Königskerze (Verbascum olympicum)
  • Palmlilie (Yucca filamentosa)

Unsere Spezialisten für bunte Kiesgärten

Kiesbeete sind pflegeleichter als Sie denken

Auch wenn bepflanzte Flächen für die meisten Menschen Arbeit bedeuten und die "modernen Geröllgärten" mit dem Versprechen locken, dass man sich um nichts mehr zu kümmern braucht, ist das nicht mehr als ein Werbeversprechen. Denn Besitzer von Steinwüsten kämpfen schon nach kurzer Zeit täglich gegen Moosbesatz (ganz besonders nach dem Winter) und aufkeimende Samenunkräuter zwischen und auf den kostbaren Kieseln. Im Herbst sieht man sie dann mit Laubbläsern oder -saugern bewaffnet gegen das Laub in den Kampf ziehen. Doch egal, wie sehr sie sich auch anstrengen, spätestens nach ein paar Jahren, muss der gesamte Kies entweder erneuert oder aufwändig gereinigt werden. Und das ist dann nicht mehr nur arbeitsintensiv, sondern auch noch sehr teuer.

Wie gut haben es dagegen Besitzer eines natürlichen Kiesgartens. Zwar ist auch hier die wichtigste aller Pflegemaßnahmen die regelmäßige Kontrolle auf unerwünschte Mitbewohner im Kiesbeet, aber durch den Pflanzenbewuchs haben unerwünschte Pflanzen weniger Platz, um sich auszubreiten. Außerdem fallen sie zwischen den anderen Pflanzen viel weniger auf. Die meist dickere Kiesschicht in natürlichen Kiesbeeten macht es Wurzelunkräutern wie Giersch außerdem schwer ans Licht zu wachsen. Dennoch gibt es natürlich auch hier viele Samenunkräuter die ihre Saat mit dem Wind auf die Reise schicken. Und finden die Samen zwischen den Steinen ein wenig nährstoffreiche Erde — z.B. durch Laub oder Blüten, die zu Humus zersetzt werden — dann reicht ihnen das aus, um zu keimen. Deshalb ist es auch in natürlichen Kiesbeeten wichtig, dass Laub und Blüten regelmäßig entfernt werden. So verhindern Sie, dass sich organische Masse in den Fugen sammelt und nach und nach zu viele Nährstoffe an die Pflanzenwurzeln gelangen oder dass sich unerwünschte Pflanzen in der Fläche breitmachen. Doch mehr Arbeit als der Steinwüsten-Gärtner haben Sie dadurch nicht!

Je gewissenhafter Sie Laub und Blüten entfernen, desto weniger Nährstoffe stehen zur Verfügung. So soll es auch sein, doch nach einiger Zeit ist die Fläche ausgelaugt. Damit die Pflanzen keinen Mangel erleiden, sollten Sie ca. alle 2 - 3 Jahre im Februar oder Anfang März einen Langzeit-Volldünger (5g Stickstoff/m²) in Ihrem Kiesbeet verteilen. So kontrollieren Sie das Nährstoffangebot und die Pflanzen bekommen nur so viel, wie sie auch zum gesunden Wachstum brauchen. Am besten bringen Sie den Dünger gleich nach dem Rückschnitt der Stauden aus. Denn jedes Jahr am Ende des Winters werden vor allem die meisten der höheren Kiesgartenpflanzen zurückgeschnitten. So treiben sie nach einigen Wochen wieder frisch aus und entwickeln sich im Laufe der Zeit zu ihrer ganzen Pracht. Wässern brauchen Sie Ihren Kiesgarten übrigens nur im ersten Jahr. Danach haben die trockenheitsliebenden Pflanzen genug Wurzeln gebildet, um auch längere Zeit ohne zusätzliches Wasser auszukommen. Nur in besonders regenarmen Sommern sollten Sie auch Kiesbeete ab und zu gießen.

Fazit: Kiesgärten sind zu Unrecht in Verruf gekommen

Ein Kiesbeet oder Kiesgarten ist mehr, als nur eine Ansammlung von Steinen und Schotter. Hier beweist uns die Natur mal wieder ihre Anpassungsfähigkeit, die auch vor scheinbar unwirtlichen Standorten keinen Halt macht. Sie hat extra Pflanzen hervorgebracht, die nur auf steinigen, nährstoffarmen Böden eine Heimat finden können. Und das ohne dabei viel Pflege von uns zu erwarten! Es gibt also keine Notwendigkeit, den eigenen Garten in eine Mondlandschaft zu verwandeln. Stattdessen könnte auch in Ihrem Garten schon bald ein bunt blühendes, artenreiches und ökologisch wertvolles Kiesbeet entstehen, das den Menschen in Ihrer Siedlung zeigt, was mit den richtigen Pflanzen alles möglich ist.



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