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Ökologisch gärtnern

Vielfalt als Schlüssel zum Gartenglück

Der Rückgang der Artenvielfalt und das Insektensterben werden seit Jahrzehnten von Natur- und Umweltschützern mit Sorge beobachtet. Seit einigen Jahren ist es aber auch in den Fokus vieler Profi- und Hobbygärtner sowie Gartenbesitzer gerückt. Es geht ein Ruck durch die Gartengemeinschaft und viele Menschen wünschen sich in ihrer grünen Oase die Rückkehr zur Natur. Wie das — auch ohne viel Aufwand oder Geld — gelingen kann, möchten wir Ihnen in diesem Artikel gerne zeigen.

Was bedeutet eigentlich Vielfalt im Garten?

Jeder Garten, egal wie er aussieht, ist ein Teil der Natur. Auch in kargen Steinwüsten entwickeln sich Lebensgemeinschaften, die zusammen wieder ein eigenes kleines Ökosystem bilden. Flechten, die die Steine besiedeln und kleine Insekten, die in Steinfugen oder Ritzen Schutz vor Fressfeinden suchen — doch egal wie gut sie sich auch verstecken, Vögel, Mäuse und sogar Reptilien folgen ihnen. Und schon ist die graue Geröllfläche vor dem Haus nicht mehr ganz so steril, wie zuerst gedacht. Doch wirkliche Vielfalt entsteht natürlich nur, wenn der Garten mehr bietet als eine Fläche voller grober Steine.

Artenreiche Gärten bieten den Lebensraum für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten. Doch nicht nur die sichtbaren Bewohner sind wichtig für die Vielfalt, auch der Boden spielt eine entscheidende Rolle. Die zumeist braune Fläche, die wir nur selten näher betrachten, ist ein Quell des Lebens. Natürlich kennen wir einige der Bewohner und begegnen Regenwurm, Assel & Co. oft bei der Gartenarbeit. Doch in ihr tummeln sich auch tausende von Lebewesen, die für das menschliche Auge zwar unsichtbar, aber für das Ökosystem unverzichtbar sind. Sie alle helfen z.B. dabei Pflanzenteile oder Laub in wertvollen Humus umzuwandeln und den Boden so mit Nährstoffen zu versorgen. Diese brauchen die in ihm wurzelnden Pflanzen, um ihr Überleben zu sichern und mit ihren Blüten bestäubende Insekten anzuziehen. Die Insekten sorgen durch die Bestäubung wiederum dafür, dass Obst und Gemüse auch Früchte tragen. Und diese Früchte dienen wieder anderen Lebewesen als Nahrung — uns Menschen zum Beispiel.

Vielfalt bedeutet daher vor allem das Vorhandensein vieler verschiedener Arten, die zum Überleben voneinander abhängen. Nur dadurch ist ein gesundes Gleichgewicht für die Natur möglich. Fehlt eine wichtige Art in der Kette, die das kleine Ökosystem ausmacht, kippt dieses Gleichgewicht und das hat weitreichende Folgen, die auch wir Menschen zu spüren bekommen.

Die Grundlagen eines ökologischen Gartens

Zum Glück hat das Umdenken bereits begonnen und immer mehr Gärtner bieten den Lebewesen in ihrem Garten abwechslungsreiche Lebensräume an, die sie zum Bleiben einladen. Und wenn jeder von uns einen kleinen Teil dazu beiträgt, dass die weitere Verknappung von Lebensräumen und das Insektensterben aufhören, können wir gemeinsam schon viel bewegen!

Wer jetzt denkt, dass das Gestalten eines Gartens voller Vielfalt nur mit viel Geld und vor allem viel Aufwand und Zeit zu erreichen ist, den können wir beruhigen. Sie brauchen nicht direkt das ganze Grundstück umzukrempeln. Es reicht, wenn Sie jedes Jahr einen neuen kleinen Teilbereich ökologisch wertvoll umgestalten, bis nach einigen Jahren ein rundherum natürlicher und artenreicher Lebensraum entstanden ist. Und auch, wenn Sie sich von einigen Bereichen vielleicht gar nicht trennen möchten, ist das absolut in Ordnung. Wilde Ecken, einzelne Teilbereiche mit artenreichen Blumenwiesen – die auch in großen Kübeln immer eine schöne Idee sind – oder einzelne Nischen, in denen Sie durch Totholz- oder Laubhaufen Tieren einen Unterschlupf bieten, leisten auch einen wichtigen Beitrag zu mehr Natur in unseren Gärten. Und sollten Sie sich von der ein oder anderen Pflasterfläche auf Ihrem Grundstück trennen können, sollten Sie das unbedingt tun. Je natürlicher die Untergründe sind, desto besser kann Regenwasser versickern und im Boden gespeichert werden. Denn kostbares Wasser, das in die Kanalisation abgeleitet wird, ist nicht nur für den Garten verloren, es kostet auch noch Geld.

Ihrer Fantasie und Kreativität sind bei der Gestaltung kaum Grenzen gesetzt. Bedenken Sie aber immer: Je mehr unterschiedliche Lebensräume Sie in Ihrem Garten anbieten, desto zahlreicher und artenreicher werden auch die Gartenbewohner oder –Besucher. Manche von ihnen sind vielleicht schon lange auf der Suche nach einem neuen Zuhause, da sie aus ihrem alten Lebensraum vertrieben wurden oder weil es ihn womöglich gar nicht mehr gibt. Ihr ökologischer Garten könnte also nicht nur für Vögel und Insekten zum Paradies werden – Sie könnten auch Eidechsen, Fröschen und Kröten, Igeln, Eichhörnchen und anderen Nagetieren eine Zuflucht bieten. Und in sehr großen Gärten kommen auch mal gerne Fuchs und Marder zu Besuch.

Übrigens: Artenreichtum, Vielfalt und Natürlichkeit bedeuten nicht, dass man fortan nichts mehr mit der Gartenarbeit zu tun hat. Auch natürliche Gärten und die in ihnen wachsenden Pflanzen brauchen ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit von uns. Lehnen wir uns nur zurück und lassen wachsen, was wachsen möchte, ist es mit dem Artenreichtum nämlich schnell wieder vorbei. Das liegt daran, dass die Natur starke und weniger starke Individuen hervorbringt. Wenn aber wenige starke Pflanzenarten viele schwächere überrennen, bleibt am Ende nur eine Art zurück. Es ist also auch in einem natürlichen Garten wichtig, ab und zu regulierend einzugreifen – natürlich immer mit dem richtigen Augenmaß!

Viele Möglichkeiten, um Gärten voller Vielfalt zu gestalten

Artenreichtum lässt sich durch viele kleine Maßnahmen fördern. Pflanzen, die einfache statt gefüllte Blüten öffnen locken bestäubende Insekten wie z.B. Bienen und Schmetterlinge in den Garten. Heckenpflanzen, die wenig oder sogar überhaupt nicht geschnitten werden müssen, sind wertvolle Rückzugs- und Nistorte für Vögel. Wenn die Gehölze dann auch noch toll blühen, profitieren auch wieder die meisten Insekten von ihnen. Ein kleiner oder auch größerer Bereich oder großer Kasten in dem Sie das Saatgut für eine bunte Blumenwiese aussäen, dient allerlei Insekten als Schutz und zieht Pollensammler magisch an. Schon mit diesen einfachen Mitteln, können Sie Ihrem Garten ein Stück Natürlichkeit zurückgeben. Doch da geht noch mehr!

Wasser ist Leben

Damit Tiere und Pflanzen in Ihrem Garten auch ihren Durst löschen können – ganz besonders an heißen Sommertagen – können Sie einige flache Schalen mit Wasser verteilen. Wichtig ist, dass Sie die Gefäße täglich neu befüllen, damit sich keine Krankheitserreger in ihnen sammeln. Bevorzugen Sie stattdessen lieber ein kleines Wasserbecken, sollten Sie auch an Ausstiegshilfen für Kleintiere denken. Mäuse oder andere Nagetiere können zwar meistens gut schwimmen, doch zu hohe oder glatte Ränder werden für sie schnell zur Gefahr. Äste oder dickere Steine, die aus dem Becken ragen verhindern Schlimmeres. Doch Wasser stillt nicht nur den Durst. Es ist auch ein wichtiger Lebensraum für Insekten und Amphibien. Hier legen sie ihre Eier ab und durchleben verschiedene Entwicklungsstufen. Viele von ihnen leben hier sogar dauerhaft. Natürlich reichen für Frosch und Kröte keine flachen Schalen oder ein winziges Wasserbecken. Doch wer den Platz hat, kann mit einem Teich das Repertoire an Lebensräumen auf dem eigenen Grundstück erweitern.

Laubhaufen als Überwinterungsquartiere

Wenn der Herbst die Blätter in den schönsten Farben leuchten lässt, wird es Zeit den Laubrechen aus der Garage oder dem Gartenhaus zu holen. Doch anstatt das kostbare Laub einfach zusammenzuharken und in Plastiksäcken an den Straßenrand zur Abholung zu stellen, sollten Sie es besser unter Hecken oder in Gartenecken sammeln. So finden Igel, Kröte und Co. ein warmes Plätzchen und können den Winter in Ihrem Garten verbringen. Die gefährliche Reise über die Straßen der Wohngebiete, auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier müssen „Ihre“ Gartenbewohner also gar nicht erst antreten. Ende April, wenn die Tiere ihre Winterquartiere wieder verlassen haben, können Sie die Laubhaufen einfach auseinanderziehen. Die Bodenlebewesen wandeln die kostbare organische Masse in Humus um, der wiederrum Ihre Pflanzen mit wichtigen Nährstoffen versorgt. So schließt sich der Kreislauf der Natur!

Natursteinmauern oder Steinhaufen locken Insekten und Reptilien in den Garten

Steine, die Sie entweder zu dekorativen Mauern aufschichten oder nur ungeordnet als Haufen in einer Gartenecke lagern, ziehen Tiere und Pflanzen gleichermaßen an. Viele Wildpflanzen oder auch spezielle Steingartenpflanzen finden zwischen den Fugen und in den Ritzen guten Halt für ihre Wurzeln. Insekten und Reptilien, wie Eidechsen bieten die Hohlräume zwischen den Steinen dagegen ein gemütliches Zuhause. Verwenden Sie am besten Steine, die in Ihrer Region typisch sind. Damit werden weite Transportwege per Schiff und mittels LKW überflüssig. Außerdem fügen sich die Steine harmonisch in die Umgebung ein, da man sie auch außerhalb des eigenen Grundstückes häufig sieht.

Kletterpflanzen können Bäume ersetzen

In kleinen Gärten, in denen kein Platz für größere Bäume oder Sträucher ist, sind Kletterpflanzen eine tolle Alternative. Die Pflanzen bieten vielen Gartenbewohnern wertvolle Rückzugs- und Nistorte und je nach Art auch noch Blüten und/oder Früchte für eine Stärkung. Zusätzlich halten sie die Hitze von der Fassade ab und sorgen so dafür, dass es an heißen Sommertagen in unseren Wohnräumen angenehm kühl bleibt. Mit immergrünen Kletterpflanzen, wie z.B. Efeu, kehrt sich dieser Effekt im Winter sogar um – die Kälte wird von der Hauswand abgehalten und der Wärmeverlust über die Außenwände deutlich reduziert. Beides hilft uns Menschen, wertvolle Energie zu sparen, die wir ansonsten für den Betrieb von Klimaanlage oder Heizung aufwenden müssten. Durch Kletterpflanzen an der Hauswand helfen Sie also nicht nur vielen Gartenbewohnern, sondern beteiligen sich auch aktiv am Klimaschutz und helfen dabei, die natürlichen und vor allem endlichen Ressourcen wie Erdgas oder Erdöl zu schonen.

Bäume und Sträucher geben hunderten Insekten ein Zuhause

In größeren Gärten finden auch Bäume und Sträucher einen Platz und dienen Vögeln aller Art als Nist- und Rückzugsorte. Doch nicht nur unsere gefiederten Freunde profitieren von Weißdorn, Schlehe und Apfelbaum – auch Insekten finden in Rindenrissen einen Platz, an dem sie sich verstecken oder ihre Entwicklung abschließen können. Wussten Sie z.B., dass eine Eiche bis zu 400 verschiedenen Insektenarten eine Zuflucht bietet? Und diese Insekten ziehen wiederum andere Tiere an, die auf der Suche nach Futter sind. Bestes Beispiel dafür ist der Specht, der immer öfter wieder in unsere Gärten zurückkehrt. Mit seinem Schnabel klopft er die Rinde nach Insekten ab und ist dabei meistens nicht zu überhören. Sind die Bäume schon älter und das Holz zum Teil schon morsch, entstehen dabei oft Baumhöhlen, die Meisen oder Eichhörnchen zur Aufzucht ihrer Jungen gerne nutzen.

Auch Hecken aus Gehölzen, die nur wenig Rückschnitte brauchen und am besten Blüten und Früchte hervorbringen, sind ein wichtiges Element im ökologischen Garten. Anstatt einer wenig natürlichen Formhecke aus Nadelgehölzen, können Sie viele verschiedene Blütengehölze zu einer artenreichen Heckenpflanzung kombinieren. Je abwechslungsreicher die Sträucher in Ihrer Hecke sind (immer auf die Standortvoraussetzungen achten!), desto mehr unterschiedliche Lebensformen finden in ihr ein neues Heim. Übrigens sollten auch einige Gehölze darunter sein, die Dornen oder Stacheln haben. Sie sind für Katzen oder andere Beutesucher nämlich beinahe undurchdringliche Festungen und bieten ganz besonderen Schutz.

Totes Holz ist kein Abfall

Innerhalb der letzten Jahrzehnte haben wir Gartenbesitzer uns einige schlechte Angewohnheiten angeeignet. Eine davon ist die Ordnungsliebe, die uns unsere Gärten ständig aufräumen lässt. Dabei sind abgeschnittene Äste oder Baumstämme, die unter Sträuchern oder hinter Gartenhäusern vor sich hin rotten, ein Quell des Lebens. Unzählige Insekten, Pilze, Flechten und Kleintiere finden hier Nahrung oder eine Zuflucht, wie es sie normalerweise nur noch tief in Wäldern gibt. Ihnen folgen dann wieder andere Lebewesen, die ohne sie nicht überleben könnten.

Wenn Sie die „Unordnung“ eines Totholzhaufens an einem sonnigen Gartenplatz tolerieren können, locken Sie mit ein wenig Glück sogar einige Reptilien an. Dann huschen flinke Eidechsen, z.B. die Zauneidechse — das Reptil des Jahres 2020 — über die Äste oder räkeln sich in der Sonne, um ihre Körpertemperatur zu erhöhen. Sie sehen, durch ein einfaches Mittel, wie ein wenig Totholz, wird die Vielfalt in Ihrem Garten immer größer.

Wildwuchs für wilde Ecken

Auch Wildpflanzen, die sich von ganz allein in unseren Gärten ansiedeln, machen unsere grünen Oasen um einiges bunter und artenreicher. Außerdem halten viele von ihnen wertvollen Pollen und Nektar bereit, der nur ganz bestimmte Insekten anzieht. Viele Schmetterlinge können z.B. nur an „passenden“ Pflanzen Nahrung finden, da ihre Rüssel speziell auf die Blüten dieser Art angepasst sind. Andere nektarproduzierende Pflanzen kommen für sie also nicht in Frage. Genauso gibt es unter den Faltern auch solche, die ihre Eier nur an wenigen oder sogar nur an einer einzigen Pflanze ablegen. Sie sind daher unbedingt auf Ecken oder Nischen angewiesen, in denen wachsen darf, was wachsen möchte.

Pflanzen, wo das Auge hinsieht

In der Natur gibt es nur sehr wenig Flächen, auf denen überhaupt keine Pflanzen wachsen. Sogar auf Geröllfeldern in den Bergen findet man, wenn man genau hinsieht, noch pflanzliches Leben zwischen den Steinen. Aus diesem Grund sollten wir in Gärten voller Vielfalt darauf achten, dass möglichst kein offener Boden bleibt. Pflanzen beschatten die Erde und halten so die Feuchtigkeit im Boden. Außerdem schützen sie vor dem stetigen Bodenabtrag durch Wind, der über die Flächen weht. Dabei müssen es nicht unbedingt imposante Stauden sein. Den Boden schützen auch unscheinbare polsterbildende Pflanzen, wie z.B. das Fiederpolster (Cotula dioica oder Cotula squalida). Und natürlich leben auch hier wieder kleine und kleinste Organismen, die mit ihrer Anwesenheit Ihren Garten bereichern werden.

Fazit: Ökologisch gärtnern kann jeder

Egal ob Sie ein großes Grundstück oder nur ein kleines Stück Wiese hinter dem Haus haben, jeder kann seinen Garten mit einfachen Mitteln zu einem Paradies der Artenvielfalt machen. Dafür braucht es auch nicht viel Geld, denn die meisten der von uns vorgeschlagenen Maßnahmen, sind einfach und kostengünstig umzusetzen. Alles was ein Garten voller Vielfalt fordert, ist Ihre Leidenschaft für die Natur!



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