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Gräser-Ratgeber

  • Gräser machen Pflanzungen lebendig und interessant
  • Gleichen Zeiten mit wenig Blüten aus
  • Zieren den Garten auch im Winter

Gräser — Pflanz- und Pflegetipps

Oft sind es gerade die Gräser, die Pflanzungen erst interessant und vor allem lebendig machen. Sie sind die Blickfänge in (Vor-)Gärten und verzaubern uns mittlerweile auch im öffentlichen Raum immer öfter. Durch ihre zarten Halme dringt auch der kleinste Windhauch und bringt die Pflanzen und somit auch das Beet in Bewegung. Mit ihren unterschiedlichen Texturen bilden sie interessante Kontraste zu klassischen Stauden oder Gehölzen und gleichen Zeiten mit wenig Blüten aus. Die Vielseitigkeit von Ziergräsern ist groß und es lassen sich immer wieder neue abwechslungsreiche Bepflanzungen erstellen. So kennen Gräser allein in ihrem Aussehen viele verschiedene Spielarten. Da gibt es Arten, mit weiß oder gelb panaschierten Halmen, deren Stärke darin liegt dunkle Ecken im Garten aufzuhellen. Oder welche, die im Verlauf der Jahreszeiten die Farbe ihres Kleides wechseln. Ob unterschiedlichste Grüntöne, Gelb, Graublau, Braun oder Silber - Gräser gibt es in mehr als nur einer Farbe. Daher lassen sie sich auch mit beinahe jeder Pflanze kombinieren. Durch einige winter- und immergrüne Arten bleiben die Farben zum Teil sogar über den Winter erhalten. Und selbst wenn nicht, bieten sie bis zum nächsten Frühjahr mit ihrem trockenen Laub und den abgeblühten Blütenständen noch einen schönen Winteraspekt. Denn sobald sich der Reif an frostigen Tagen auf die Pflanzen legt und sich die Sonne in den kleinen Eiskristallen bricht, entsteht ein ganz besonderer Zauber im sonst wintertristen Garten.

Und auch im Wuchs gleicht kaum ein Gras dem anderen. Hier gibt es aufrecht wachsende Arten wie Rutenhirse (Panicum) oder Chinaschilf (Miscanthus), die als Solitär gepflanzt Struktur schaffen und der Anordnung der einzelnen Pflanzen im Beet optischen Halt geben. Überhängende Wuchstypen wie bei so manchem Lampenputzergras (Pennisetum), wirken dagegen weicher und verspielter. Sie eignen sich besonders gut, um harte Beetkanten optisch zu brechen. Doch damit noch nicht genug. Auch "buschig" oder "kugelig" sind zwei Wuchsformen, die Ziergräser nur all zu gerne annehmen. Und natürlich nicht zu vergessen: Die Spezialisten, wenn es darum geht Lücken zu schließen oder Unkraut in Schach zu halten - die bodendeckenden Gräser. Zu ihnen zählen die meisten Seggen-Arten genau wie Vertreter der Gattung Luzula.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass die meisten Ziergräser absolut pflegeleicht und kaum anfällig für Krankheiten oder Schädlinge sind.

Gräser eignen sich als Sichtschutz nur bedingt

dichtes Chinaschilf
  • Oft bodennaher Rückschnitt im Frühjahr nötig
  • Sonnengräser treiben relativ spät aus
  • Erreichen Endhöhe erst im Spätsommer

Auch wenn die Höhe mancher Arten anderes vermuten lässt, sind Gräser als Sichtschutz nur sehr bedingt geeignet. Der Grund ist eigentlich naheliegend. Schaut man sich einmal den Lebenszyklus der meisten Ziergräser an, wird schnell klar, dass ein zuverlässiger Sichtschutz nur für ein paar Wochen im Jahr funktionieren kann. Die Mehrheit der Gräser stirbt zum Winter hin überirdisch ab und macht somit einen bodennahen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr notwendig. Bis die Pflanzen wieder mit dem Austrieb beginnen vergeht einige Zeit, da vor allem die Sonnengräser echte Spätzünder beim Austrieb sind. Somit erreichen sie auch erst sehr spät im Sommer ihre Endhöhe, die dann für eine kurze Zeit einen Sichtschutz bietet. Am besten erfüllt noch Calamagrostis x acutiflora 'Karl Förster' diesen Zweck. Die Sorte 'Karl Förster' beginnt relativ früh im Jahr mit dem Austrieb und ist auch noch bis weit in den Winter hinein ausreichend standfest. So schafft es dieses Gras weniggstens zeitweise allzu neugierige Blicke in Ihren Garten zu verhindern. Wenn Sie jedoch ganz sicher sein wollen und sich einen ganzjährigen grünen Sichtschutz wünschen, sollten Sie besser Bambusgräser pflanzen!

So vielseitig wie die Gräser selbst sind auch die Standortansprüche

Lampenputzergras am Ufer
  • Gräser gibt es für viele unterschiedliche Standorte
  • Bepflanzung an den Standort anpassen
  • Ggf. Bodenverbesserung vor der Pflanzung

Standort und Bodenverhältnisse der Ziergräser-Sorten reichen von trocken Böden bis zu solchen mit ständiger Nässe. Die Mehrzahl aller Ziergräser wächst jedoch am besten auf durchlässigen Böden, die in der Sonne liegen. Achten Sie daher beim Gräser pflanzen unbedingt auf die Wahl des richtigen Standortes. Das betrifft übrigens auch die Lichtverhältnisse für Ziergräser - Schatten oder Sonne alles ist möglich, wenn die richtige Grasart ausgewählt wurde.


Die meisten Gräser brauchen durchlässige Böden
Sandige oder steinige, durchlässige Böden sind für die meisten Gräser das Optimum. Häufig findet man solche Bedingungen in Steingärten oder auf Freiflächen ohne Baum- und Strauchbewuchs. Für Gräser wie Seggen (Carex) oder Waldmarbeln (Luzula), die feuchtere, schwerere Böden brauchen, sind diese Standorte weniger geeignet, da der Boden nur geringe Mengen Wasser speichern kann und die Pflanzen mit Bodentrockenheit nicht gut zurechtkommen. Zwar können Sie solche Böden durch das Einarbeiten von größeren Mengen Humus, z. B. durch gute Pflanzerde, verbessern, doch solche Maßnahmen sind immer nur Kompromisse. Pflanzen Sie daher auf durchlässige sandige Böden nur Ziergräser, die an die Trockenheit angepasst sind. Besonders die hohen Ziergräser und grau- oder blaulaubige Arten von z. B. Schwingel (Festuca), Feder- (Stipa) oder Lampenputzergräser (Pennisetum) fühlen sich auf solchen trockenen Böden pudelwohl. Dagegen eignen sich schwere Böden, die das Wasser gut speichern können und somit immer eine gewisse Grundfeuchte aufweisen, gut für Riedgräser (z. B. Seggen, Binsen, Simsen) oder Pfeifengräser (Molinia). Allerdings darf es auch hier nicht zu stauender Nässe kommen. Um den Boden etwas durchlässiger für aufstauendes Wasser zu machen können Sie bei der Pflanzung entweder die Erde mit einem Teil Sand oder Splitt mischen oder eine Drainageschicht aus Kies (3-5 cm hoch) auf dem Pflanzlochgrund ausbringen.

Gräser für die Sonne

Gräser für die Sonne gibt es viele, denn die allermeisten unserer Gartengräser lieben sonnige, warme Plätze. Es sind vor allem die hohen Arten, die in Beeten als Solitärgräser, Akzentpflanzen oder Gerüstbildner eingesetzt werden, die sich hier wohlfühlen. Ihre späten Blütenwedel, die meist ab Ende August zusammen mit den Blüten von Herbstanemonen, Fetthennen oder Astern spannende neue Beetansichten kreieren, bleiben sogar noch über den Winter attraktiv. Je nach Bodenansprüchen werden die Sonnengräser wie folgt unterteilt:

Trockene bis mäßig frische Böden

  • Afrikanisches Liebesgras (Eragrostis curvula) --> Einzelstellung oder Gruppe
  • Atlas-Schwingel (Festuca mairei) --> Einzelstellung
  • Rutenhirse (Panicum virgatum) --> Einzelstellung oder kleine Gruppe
  • Federgras (Stipa) --> Einzelstellung oder kleine Gruppe
  • Amerikanisches Federgras (Nassella tenuissima) --> Einzelstellung oder Gruppe
  • Orient-Lampenputzergras (Pennisetum orientale) --> Einzelstellung oder Gruppe

Frische bis feuchte Böden
Auch wenn diese Gräser für frische bis feuchte Böden am liebsten in der Sonne wachsen tolerieren sie auch noch Pflanzplätze im Halbschatten. Hier bilden sie zusammen mit Gehölzen eine spannende Pflanzengemeinschaft.

  • Reitgras (Calamagrostis in Arten und Sorten) --> Einzelstellung oder kleine Gruppen
  • Plattährengras (Chasmanthium latifolium) --> in kleinen oder größeren Gruppen
  • Rutenhirse (Panicum virgatum) --> Einzelstellung oder kleine Gruppen
  • Chinaschilf (Miscanthus sinensis) --> Einzelstellung oder kleine Gruppen
  • kleines und großes Pfeifengras (Molinia caerulea / arundinacea) --> Einzelstellung oder kleine Gruppen
  • Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) --> Einzelstellung oder Gruppe

kurzlebige Gräser mit intensiver Färbung oder außergewöhnlichem Blattschmuck

  • Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica 'Red Baron') --> Einzelstellung oder kleine Gruppen, auch Topf oder Kübel, Winterschutz ratsam
  • Purpur-Lampenputzergras (Pennisetum setaceum) --> als Lückenfüller zwischen Stauden / Sommerblumen, auch Topf oder Kübel, nicht winterhart
  • Blau-Schwingel (Festuca cinerea) --> in kleinen Gruppen, zur Grabgestaltung
  • Regenbogen-Schwingel (Festuca amethystina) --> Einzelstellung oder kleine Gruppen, Dachbegrünung

Gräser für Schatten und Halbschatten

Bei Gräsern für Schatten oder Halbschatten handelt es sich meistens um eher niedrige Gräserarten, die lockere und vor allem humose Böden bevorzugen. Diese findet man besonders im Bereich von Gehölzpflanzungen vor. Ihren großen Auftritt im Garten haben sie bevor die Gehölze um sie herum mit dem Laubaustrieb beginnen. Auch ihre Blütezeit fällt in diesen Zeitraum, wobei schattenliebende Gräser normalerweise recht unscheinbar blühen. Stattdessen machen sie durch tolle Laubfarben und -formen auf sich aufmerksam. Gerade Seggen (Carex) oder das Japangras (Hakonechloa macra) tragen je nach Sorte oft weiß- oder gelbpanaschierte Halme, die dunkle Gartenbereiche aufhellen und gleich viel freundlicher wirken lassen. Gräser der Gattung Luzula, zu denen die bekannten Waldmarbeln gehören, unterstützen optisch natürliche Bepflanzungen, die an die Krautschicht am Fuße von Bäumen in Laubwälder erinnern. Höhere Strukturgräser gibt es für diesen Gartenbereich allerdings nur wenige, so zum Beispiel die Rasenschmielen (Deschampsia).

Gräser und Stauden sind ein tolles Team

Gras in Staudenbeet
  • Gräser schaffen Kontraste zu Stauden
  • Beete wirken mit Gräsern lebendiger
  • Gräser helfen Pflanzungen zu strukturieren

Gräser in Kombination mit Frühjahrsblühern

  • Weißgerandete Seggen (Carex conica)

z. B. mit Leberblümchen (Hepatica), Primeln, Steinbrech (Saxifraga), Schaumblüte (Tiarella)

Gräser in Kombination mit Sommerblühern

  • Purpur-Liebesgras (Eragrostis curvula)
  • Schnee-Marbel (Luzula nivea)
  • Lampenputzergras (Pennisetum)

z. B. mit Astern, Skabiosen, Sonnenhut, Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), Quirlblättriges Mädchenauge (Coreopsis verticilata), Taglilien (Hemerocallis)

Gräser in Kombination mit Herbstblühern

  • Plattährengras (Chasmanthium latifolium)
  • Rutenhirse (Panicum virgatum)
  • Pfeifengras (Molinia arundinacea)
  • Lampenputzergras (Pennisetum)

z. B. mit Astern, Fetthennen, Herbstanemonen, Skabiosen, Sonnenhut

z. B. mit rotlaubigen/rotblühenden Sedum-Arten, roten/lila Astern

Gräser in Kombination mit buntlaubigen Stauden

  • Gelb-grüne Seggen (Carex oshimensis) mit dunkellaubigen Stauden (Christ-/Lenzrosen, Elfenblumen, grünlaubigen Funkien)
  • gelbes Japangras (Hakonechloa macra 'Aureola') mit rotlaubigen Stauden (z. B. Heuchera)

Gräser zusammen mit Stauden in Pflanzkübeln

mit Heuchera, Erica, Astern, Alpenveilchen

  • Fuchsrote Segge (Carex buchananii) mit rotlaubigen/karamellfarbenen Heuchera
  • Orangen-Segge (Carex testacea) mit rotlaubigen/karamellfarbenen Heuchera

Gräser im Schatten

  • Seggen (Carex)
  • Waldmarbeln bzw. Simsen (Luzula)

mit niedrigen Dicentra-Arten (Tränendes Herz), Heuchera, Schaumblüte (Tiarella), Salomonssiegel (Polygonatum), kleinen Schaublättern (Rodgersia), Astilben, Funkien, Elfenblumen (Epimedium), Farne etc.

Gräser pflanzen - so geht's:

Lampenputzergras Blütenstände
  • Beste Pflanzzeit im Frühjahr
  • Standortvorlieben der Gräser beachten
  • Richtige Pflanztiefe einhalten

Die beste Pflanzzeit für die meisten Gräser ist das Frühjahr. Die steigenden Temperaturen durch die Frühlingssonne und regelmäßige Niederschläge sorgen zu dieser Zeit für ein schnelles Einwurzeln - die Grundvoraussetzung für ein gutes Wachstum. Im Herbst verlangsamen sich die Prozesse im Pflanzenreich dagegen bereits, sodass die Pflanzen vor dem Winter nicht mehr ausreichend Wurzeln bilden. Das führt unweigerlich zu Schwierigkeiten bei der Überwinterung im Garten. Winternässe und Frost setzen den spät gepflanzten Gräsern zu und führen nicht selten zum Absterben. Nur Seggen (Carex) und Schwingel-Arten (Festuca) bilden hier eine Ausnahme - sie schaffen es auch noch im Herbst genug Wurzelmasse zu bilden, um den nahenden Winter unbeschadet zu überstehen.

Bei der Auswahl der richtigen Gräser für Ihr neues Beet orientieren Sie sich am besten an den Standortvoraussetzungen der Pflanzen. Denn nur wenn sich die Pflanzen in ihrer neuen Umgebung wohlfühlen entwickeln sie sich auch wunschgemäß. So brauchen Steppengräser zum Beispiel gut durchlüftete, nährstoffarme Böden mit einem guten Wasserabzug. Und in sonnigen Beeten mit eher trockenem Boden kommen Gräser wie amerikanische Federgräser gut zurecht. Bei nicht ganz idealen Bedingungen kann eine Bodenverbesserung vor der Pflanzung helfen. Dazu arbeiten Sie - je nachdem welche Bodenvoraussetzungen sie anstreben - z. B. Sand, Splitt oder auch Humus in den Boden ein. Mit Sand und Splitt machen Sie schwere Böden durchlässiger für Luft und Wasser wogegen Humus die Wasserspeicherfähigkeit und den Nährstoffgehalt der Erde erhöht.

Doch nicht nur der optimale Standort ist für eine gelungene Pflanzung wichtig. Auch beim Einpflanzen gibt es einiges zu beachten. Pflanzen Sie die Gräser immer genau so tief, wie sie zuvor auch im Topf gepflanzt waren. "Zugeschüttete" oder "hochstehende" Pflanzen würden schon nach kurzer Zeit Probleme bekommen und im schlimmsten Fall sogar absterben. Im Anschluss drücken Sie die Erde um den Wurzelballen vorsichtig an und gießen die neuen Pflanzen sofort. Zum einen versorgen Sie sie so gleich mit dem notwendigen Wasser und zum anderen schließt das versickernde Wasser die verbliebenen Hohlräume im Wurzelbereich.

Auch in Pflanzkübeln sind Gräser echte Hingucker

Rote Wedel
  • Nur in ausreichend großen Pflanzkübeln
  • Je nach Grasart ca. 5 - 20 l Fassungsvermögen
  • Kies oder Blähton als Drainageschicht am Kübelboden

In ihrer Vielseitigkeit sind Gräser natürlich auch für größere Kübel auf Balkon, Terrasse oder in Innenhöfen geeignet. Gute Nachrichten also für alle Pflanzenliebhaber ohne eigenen Garten. Wichtig für Ziergräser im Topf ist allerdings, dass das Pflanzgefäß ausreichend groß ist - je nach Gräserart werden ca. 5 bis 20 l Erdvolumen benötigt. Sorgen Sie dann noch für einen guten Wasserabzug durch eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton und Löcher am Kübelboden steht einer gelungenen Kübelbepflanzung mit Ziergräsern nichts mehr im Wege. Bedenken Sie aber immer, dass Pflanzkübel nur einen begrenzten Raum für die Pflanzen bieten.

Nach einigen Jahren wird es daher Zeit sie aus dem Gefäß zu nehmen und zu teilen. Dazu zerteilen Sie die Pflanze einfach mit einem scharfen(!) Spaten in mehrere Stücke. Ein Stück pflanzen Sie anschließend wieder zurück in den Kübel und mit den anderen Stücken bepflanzen Sie entweder weitere Pflanzgefäße oder machen Nachbarn und Freunden eine Freude.

Dem begrenzten Erdvolumen in Pflanzkübeln ist auch geschuldet, dass eigentlich winterharte Ziergräser im Kübel einen besonderen Winterschutz brauchen. Der Frost könnte andernfalls von allen Seiten in die Erde eindringen und die Wurzeln schädigen. Um das zu verhindern reicht es aus, die Kübel zu Beginn des Winters mit Noppenfolie oder speziellen Winterschutzvlies zu umwickeln und den Wurzelbereich mit Reisig abzudecken. Und vergessen Sie nicht immergrüne Gräser wie z. B. Seggen an frostfreien Tagen zu gießen. Durch ihr Laub verdunsten sie auch im Winter täglich Feuchtigkeit, die regelmäßig nachgeliefert werden muss.

Geeignete Gräser für Kübel

  • niedrige Seggen (Carex):
    Sie eignen sich besonders gut für die Kübelpflanzung und sind in vielen Farben erhältlich (hellgrün, kupfer, bronze, mit weißen oder gelben Blatträndern).
  • Reitgras (Calamagrostis brachytricha oder C. x acutiflora 'Karl Förster'):
    Reitgräser sind bedingt als Sichtschutz im Hochsommer geeignet. Durch ihren späten Austrieb erreichen sie erst im Spätsommer ihre Endhöhe.
  • Japangras (Hakonechloa macra):
    Mit grünen, gelben oder gelb-grünen Sorten bringen Sie Licht in dunkle, schattige Gartenbereiche.
  • Lampenputzergras (Pennisetum):
    Die Sorten 'Hameln' und 'Little Bunny', sowie das orientalische Lampenputzergras (Pennisetum orientale) lassen sich gut mit (spät)sommerblühenden Stauden oder klassischen Herbstpflanzen (z. B Chrysanthemen) kombinieren.
  • Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica 'Red Baron'):
    Es sorgt für einen besonderen Farbakzent durch leuchtende rote Halme.
  • Chinaschilf (Miscanthus sinensis):
    Das Chinaschilf eignet sich nur in sehr großen Kübeln mit zuverlässiger Drainage. Hat es aber das passende Pflanzgefäß kommt es als Solitärgras am besten zur Geltung. Wählen Sie für die Kübelbepflanzung kleinere Sorten, wie z. B. 'Adagio', 'Gnom', 'Little Zebra' oder 'Red Chief' aus.
  • Silber-Ährengras (Stipa calamagrostis 'Algäu'):
    Das Silber-Ährengras gehört zu den am längsten blühenden Gartengräsern (von Juli bis September immer neue Blüten) und hat auch im Winter noch einen hohen Zierwert.
  • Amerikanisches Federgras (Stipa tenuissima, neu: Nassella tenuissima):
    Ein schönes Windspiel, das Sie vor (Winter)nässe schützen sollten. Rückschnitte kann das Federgras übrigens gar nicht leiden! Das einfache Auskämmen im Frühjahr reicht aus.

Gräser geben sich mit wenig Pflege zufrieden

Lampenputzergräser
  • kaum düngen
  • alle paar Jahre teilen
  • ggf. im Frühjahr zurückschneiden

Ziergräser werden in der Regel kaum gedüngt, da Form, Farbe und Standfestigkeit bei zu hohem Nährstoffangebot leiden. Zu viel Dünger führt außerdem dazu, dass das Pflanzengewebe weich und die Gräser somit anfällig für Krankheiten und Schädlinge werden. Eine zu späte Düngung ist außerdem häufig die Ursache für eine mangelnde Winterhärte. Ausnahmen bilden hier nur starkzehrende, also sehr hungrige Gräser wie z. B. das Riesen-Chinaschilf oder Pampasgräser. Möchten Sie diese Riesengräser zu Rekordhöhen treiben, können Sie beide im Frühjahr einmalig kräftig düngen.

Ansonsten sind Gräser im Garten absolut pflegeleicht. Alle paar Jahre im Frühjahr ist die beste Zeit, um Ihren Gräsern eine Verjüngungskur zu schenken. Durch das Teilen der Gräser mit einem scharfen(!) Spaten oder einem Messer verhindern Sie, dass die Pflanzen aus der Mitte heraus verkahlen und unansehnlich werden. Achten Sie beim Zerteilen der Pflanzen immer darauf, dass jedes Stück ausreichend Wurzeln behält. Als praktischen Nebeneffekt regt das Teilen übrigens die Bildung von Blütenständen an und erweckt blühfaule Pflanzen so zu neuem Leben. Doch Gräser teilt man nicht nur, um alte, müde Ziergräser wieder munter zu machen. Das Teilen von Pflanzen ist seit langer Zeit eine zuverlässige Möglichkeit der Pflanzenvermehrung. Machen Sie aus einem großen Gräserhorst drei kleinere, haben Sie drei voll entwickelte Pflanzen, die im Beet sofort etwas hermachen. Bei Arten, die sich mit Hilfe von unterirdischen Wurzelausläufern verbreiten ist es sogar noch einfacher. Hier brauchen Sie nur einige der Wurzelausläufer abstechen und an anderer Stelle wieder einpflanzen.

Kein Herbstschnitt für Gartengräser

Blütenwedel in der Herbstsonne
  • Trockene Blütenstände können bis zum Frühjahr bleiben
  • Schöner Winteraspekt
  • Stark versamende Pflanzen eher schneiden

Winterharte Ziergräser, die einen Rückschnitt brauchen, sollten Sie erst kurz vor ihrem Austrieb im zeitigen Frühjahr (ca. März) eine handbreit über dem Boden abschneiden. Ein vorzeitiger Rückschnitt führt schnell zu Fäulnis und somit zum Ausfall der gesamten Pflanze. Ausnahmen bilden die Blütenstände stark versamender Gräser. Diese sollten Sie bereits vor der Samenreife zurückschneiden, um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern. Das Laub jedoch bleibt bis nach dem Winter an der Pflanze. So werden z. B. die Halme des Pampasgrases vor dem Winter zusammengebunden. Sie schützen die Pflanze wie eine warme Jacke vor Kälte- und vor allem Nässe, da der Regen außen an den Wedeln herablaufen kann und das nässeempfindliche Herz der Pflanze trocken bleibt. Und auch einige Tiere wissen den Schutz unter dem Blättermantel der Gräser durchaus zu schätzen. Doch die trockenen Halme und Blütenstände können noch mehr. Sie bringen Leben in die sonst so triste Winterzeit. Wenn sich der Raureif auf die Gräser legt und sich das Sonnenlicht in den vielen kleinen Eiskristallen bricht, entfaltet sich ein ganz besonderer Winterzauber in Ihrem Garten.

Immergrüne Gräser wie die Seggen brauchen im Gegensatz zu den meisten sommergrünen Arten keinen regelmäßigen Rückschnitt. Nur wenn sie im Laufe der Jahre unansehnlich geworden sind, wird es Zeit zur Schere zu greifen, um sie zu einem neuen frischen Austrieb zu animieren. Federgräser (Stipa) mögen Rückschnitte sogar überhaupt nicht. Kämmen Sie im Frühjahr einfach mit einem Drahtbesen die abgestorbenen Halme aus der Pflanze und schon ist Stipa wieder bereit für die neue Gartensaison.

Übrigens: Je nach Gräserart lässt der neue Austrieb nach einem Rückschnitt eine ganze Weile auf sich warten. Schattengräser sowie wintergrüne und immergrüne Gräser sind die Frühstarter unter den Ziergräsern. Sie treiben schon früh im Jahr aus und legen dafür in den Sommermonaten eine Ruhepause ein. Sonnengräser wie Rutenhirse, Lampenputzergräser oder Chinaschilf lassen sich dagegen Zeit. Da ihre Blütezeit erst im Spätsommer liegt brauchen sie sich nicht zu beeilen und gehen es deshalb eher gemächlich an. Doch spätestens Mitte bis Ende April sollten sich auch bei ihnen die ersten frischen Hälmchen zeigen.

Wann Sie welches Gras schneiden sollten

Im Frühjahr

Blütenstände nach der Blüte bzw. vor der Samenreife

  • Diamant-Reitgras (Calamagrostis brachytricha)
  • Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa)
  • Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa)
  • Purpur-Liebesgras (Eragrostis spectabilis)
  • Regenbogen-Schwingel (Festuca amethystina)
  • Blau-Schwingel (Festuca cinerea)
  • Bärenfell-Schwingel (Festuca gautieri, alt: F. scoparia)
  • Schnee-Marbel (Luzula nivea)
  • Rutenhirse (Panicum virgatum)

Kein Schnitt

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