Tomate

Pflanz- und Pflegeanleitung Tomate

Botanischer Name

Solanum lycopersicum

Familie

Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Unterfamilie

Fruchtgemüse

Das beliebteste Fruchtgemüse der Deutschen ist zweifelsfrei die Tomate. Das war aber nicht immer so. Obwohl man die köstlichen Paradiesäpfel – oder Paradeiser, wie die Österreicher sie nennen – nicht mehr aus unserer Küche wegdenken kann, gibt es sie hierzulande noch gar nicht so lange. Noch vor rund einhundert Jahren galten Tomaten als exotische Köstlichkeit. Heute kennt man über 2.500 Sorten – und jedes Jahr kommen neue Züchtungen hinzu. Sie unterscheiden sich dabei nicht nur in ihrer Farbe, Form und Größe, sondern auch im Geschmack und den Verwendungsmöglichkeiten.

Am bekanntesten sind die sogenannten Hellfrucht-Tomaten. Das sind die typischen roten und runden Früchte, wie man sie von überall her kennt. Fleischtomaten sind etwas größer und meist nicht glatt, sondern leicht gerippt. Ihr Fleisch ist im Vergleich etwas fester und würziger im Geschmack. Die Roma- und San Marzano-Tomaten sind besonders in Italien beliebt. Ihre Früchte sind eiförmig oder länglich, mittelgroß und von kräftigem Aroma. Die süßesten Tomaten sind die kleinen Früchte der Cherry- und Kirschtomaten. Cocktail-Tomaten sind etwas größer und ideal zum Naschen. Daneben gibt es noch zahlreiche Sonderformen wie die Allflesh-Tomaten mit ihrem festen, glibberfreien Fruchtfleisch, die Andenhörnchen-Tomaten mit ihrer typischen Hörnchenform oder die Ochsenherz-Tomaten mit ihrem unvergleichlichen Geschmack. Ihr Farbspektrum reicht von Rot über Weiß, Gelb, Orange, Rosa, Violett, Grün und Braun bis zu Schwarz – ja sogar gestreifte und marmorierte Sorten sind auf dem Markt erhältlich.

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Aussaat

Tomaten werden aus Samen gezogen und einjährig kultiviert. Mit ihrer Vorkultur kann schon Ende Februar begonnen werden. Dazu legt man die Samen einzeln im Abstand von wenigen Zentimetern in Schalen mit Anzuchterde aus und bedeckt sie dünn mit dem Substrat. Die Saattiefe beträgt 0,5–1 cm. Anschließend werden die Schalen bei mindestens 20 °C aufgestellt und gleichmäßig feucht gehalten. Nach 1–2 Wochen zeigen sich die Keimlinge. Sobald sie ihre ersten richtigen Blätter ausgebildet haben, werden die Pflänzchen vereinzelt. Je ein Sämling wird dabei in einen kleinen Topf pikiert. Bis zum Auspflanzen Mitte Mai sollten die Pflanzen hell und warm stehen sowie regelmäßig gegossen werden. Bietet der Standort nicht genügend Licht – zum Beispiel bei der Anzucht auf einer Fensterbank – kann man die jungen Tomaten während der warmen Tagesstunden zur Abhärtung auch ins Freie stellen. Nur nicht gleich am ersten Tag in die pralle Sonne, da sie sonst verbrennen. Nach einigen Tagen haben sie sich dann aber an die hohen Lichtintensitäten gewöhnt.

Nachdem die Tomaten langsam abgehärtet wurden, kann man sie Mitte Mai ins Freie setzen. In einem Gewächshaus kann schon früher – etwa ab April – gepflanzt werden. Dabei werden sie immer einige Zentimeter tiefer gesetzt, als sie zuvor in ihren Töpfen gestanden haben. Auf diese Weise bilden sich am Stängelgrund weitere Seitenwurzeln, welche den Tomatenpflanzen mehr Halt geben und ihr Wachstum fördern. Der Pflanzabstand für Stabtomaten beträgt 40 cm, der für Buschtomaten 60 cm. Als Abstand zwischen den Reihen sind 80 cm ausreichend.

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Jungpflanzen als Alternative zur Aussaat

Wer Tomaten nicht selbst aussäen möchte, bekommt ab Mitte Mai auf den Wochenmärkten eine große Auswahl an Jungpflanzen geboten. Diese finden Sie natürlich auch im Online-Shop von Gärtner Pötschke. Viele dieser Sorten werden in veredelter Qualität angeboten. Denn Versuche haben gezeigt, dass veredelte Tomaten einen deutlichen Mehrertrag bringen. Die natürlichen Resistenzen der Unterlagen bieten Schutz vor Krankheiten, verhindern Ernteausfälle und steigern damit die Ertragssicherheiten der Pflanzen.

Standort und Boden

Tomaten benötigen einen vollsonnigen, warmen und geschützten Standort mit einem humosen und nährstoffreichen, lockeren sowie gut durchlässigen Boden. Da Tomatenpflanzen tief wurzeln, sollte die Erde bei der Pflanzung mindestens 2 Spaten tief umgegraben werden. Idealerweise wird dabei gleichzeitig reichlich gut verrotteter Kompost oder Stallmist mit eingearbeitet. Denn Tomaten sind Starkzehrer. Sie werden in einer Fruchtfolge immer als Erstkultur angebaut, wobei eine Mischkultur mit anderen Gemüsearten und Kräutern möglich ist. Gute Nachbarn sind Bohne, Kohl, Salat und Sellerie sowie Basilikum und Petersilie – weniger geeignet sind dagegen Erbse, Gurke, Kartoffel und Fenchel. Solange keine Krankheiten auftreten, können Tomaten wieder an die gleiche Stelle gepflanzt werden.



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Kultur in Töpfen auf Balkon und Terrasse

Viele Gemüsearten können prima in Töpfen auf dem Balkon oder der Terrasse gezogen werden – so auch Tomaten. Damit ihr Anbau gut gelingt, sollten Sie unbedingt einen großen Topf verwenden. Noch wichtiger als bei Freilandpflanzen ist bei Kübelpflanzen die Wasser- und Nährstoffversorgung, da ihnen im Pflanzgefäß nur ein begrenzter Wurzelraum zur Verfügung steht. Deshalb regelmäßig gießen, aber auch das Düngen nicht vergessen.

Pflege

Obwohl Tomaten zu den Starkzehrern gehören, sollten sie erst nach ihrem Fruchtansatz stärker gedüngt werden. Insbesondere Gewächshaustomaten benötigen aufgrund ihrer höheren Ertragsleistung viel Dünger. Ideal sind dabei ein hoher Anteil an Kalium und ein etwas geringerer Anteil an Stickstoff, um das Wachstum nicht übermäßig zu Lasten des Fruchtansatzes zu fördern. Für eine ausgewogene Langzeit-Düngung von Tomaten empfiehlt sich zum Beispiel Pflanzenfutter® für Tomaten. Zur Flüssigdüngung mit dem Gießwasser bietet sich dagegen Tomatendünger flüssig an. Doch Tomaten sind nicht nur ausgesprochen hungrig, sondern auch durstig. In Trockenperioden müssen sie daher ausgiebig und regelmäßig bewässert werden. Gegossen wird an den Wurzelballen, um zu verhindern, dass die Blätter nass werden – das beugt vielen Krankheiten vor. Aus dem gleichen Grund wird manchmal auch empfohlen, das Laub im untersten Bereich der Pflanze zu entfernen. Tomaten sind Selbstbestäuber. Für eine gute Befruchtung empfiehlt es sich, die Pflanzen 2–3-mal pro Woche leicht zu schütteln. Ideal für das sogenannte „Trillern“ sind sonnige Tage um die Mittagszeit, wenn die Blüten weit geöffnet sind.

Tomaten unterscheidet man ihrer Wuchsform nach in Stab- und Buschtomaten. Stabtomaten bilden einen langen Haupttrieb, der nach und nach, je weiter sich die Pflanze in die Höhe entwickelt, an Stäben oder Schnüren aufgebunden werden muss. Bewährt haben sich zum Beispiel Spiralstäbe aus Metall, die ein Anbinden der Tomatenpflanzen überflüssig machen. Die Seitentriebe und Verzweigungen, die sich in den Blattachseln bilden, werden dabei regelmäßig – am besten wöchentlich – ausgegeizt und entfernt. Auf diese Art verhindert man, dass die Pflanzen zu viel Kraft in die Laubbildung stecken, was letztlich dem Fruchtansatz zugute kommt. Damit Stabtomaten nicht endlos in die Höhe wachsen, sollte man sie entspitzen. Der beste Zeitpunkt ist gekommen, wenn die Pflanzen 5–6 Fruchtstände ausgebildet haben, bei Gewächshaustomaten können es wegen der längeren Kulturzeit auch 7 Fruchtstände sein. So reifen die Früchte gut aus, ohne dass sich die Tomatenpflanzen verausgaben. Es gibt auch so genannte determinant wachsende Stabtomaten, diese stellen ihr Längenwachstum von selbst ein und brauchen nicht gekappt zu werden. Buschtomaten zeichnen sich hingegen durch einen kompakten und stark verzweigten Wuchs sowie durch ein begrenztes Höhenwachstum aus. Sie müssen weder aufgebunden noch ausgegeizt werden, bringen aber trotzdem eine Fülle an Früchten hervor.

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Tomatenhäuser und Tomatenhauben

Tomaten reagieren empfindlich auf Nässe und dauerhaft niedrige Temperaturen. In klimatisch ungünstigen Regionen haben sie es daher manchmal schwer ganz auszureifen. Unwetter, nasskalte Wetterperioden und durch sie begünstigte Krankheiten wie die gefürchtete Kraut- und Braunfäule bedrohen aber auch in milden Regionen die Ernte. Deshalb ist es sinnvoll, die Kulturen zu schützen. Zu diesem Zweck eignen sich neben den klassischen Gewächshäusern und Folientunneln auch Überdachungen aus transparentem Kunststoff oder einfach über die Pflanzen gestülpte Hauben aus transparenter Folie.

Ernte und Lagerung

Die Erntezeit von Tomaten beginnt im Juli und dauert meist bis in den Oktober hinein an. Die Früchte schmecken bekanntlich am besten, wenn sie an der Pflanze ausreifen konnten. Man erntet deshalb immer nur vollreife und gut ausgefärbte Tomaten, sie lassen sich problemlos von ihrem Stiel lösen. Alle Früchte, die im Herbst aufgrund der schwächeren Sonnenintensität sowie der sinkenden Temperaturen nicht mehr reif werden, erntet man grün und lässt sie dann im Haus an einem warmen Ort nachreifen. Wichtig ist dabei, dass die Tomaten immer abgeschnitten und nicht abgerissen werden, um Verletzungen der Tomatenhaut zu vermeiden. Diese könnten sonst schnell zu Fäulnis führen. Alternativ kann man gegen Ende der Saison aber auch die ganze Pflanze ausreißen und kopfüber zur Nachreife aufhängen. Licht ist für diesen Prozess nicht erforderlich.

Geerntete Tomaten kann man gleich frisch verzehren oder verarbeiten. Sie sind in der Küche je nach Form, Größe, Geschmack und Konsistenz äußerst vielseitig zu verwenden. Man kann sie füllen, Soßen und Suppen aus ihnen bereiten oder mit einem anderen Gemüse zu einem leckeren Eintopf verarbeiten. Tomaten lassen sich ohne Aromaverlust aber auch für einige Tage bei Zimmertemperatur lagern. In den Kühlschrank gehören sie dabei jedoch nicht. Um Tomaten einzufrieren, muss man sie zunächst zu einem Püree verarbeiten oder würfeln und kochen, bis ein Teil der Flüssigkeit verdampft ist. In jedem Fall sollten sie vorher gehäutet werden. Denn ganze Tomaten würden beim Einfrieren lediglich platzen und sich nach dem Auftauen in einen unappetitlichen Matsch verwandeln.

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Rezept: Tomatensuppe

Zutaten

  • 1 Kg Tomaten
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 3/4 Liter Gemüsebrühe
  • 3 TL Tomatenmark
  • Olivenöl
  • Salz & Pfeffer
  • Thymian
  • Petersilie

Zubereitung

Eine leckere und gesunde Tomatensuppe ist schnell und einfach gemacht. Zunächst müssen die Tomaten von der Haut getrennt werden. Dafür ritzt man die Tomaten an der Unterseite kreuzweise an, gibt sie in eine Schüssel und übergiest sie mit etwas kochendem Wasser. Nach etwa 10 Minuten kann die haut vorsichtig entfernt und die Tomate in kleiner Stücke geschnitten werden. Anschließend werden die Zwiebeln fein gewürfelt und die Knoblauch-Zehen gepresst und zusammen mit Olivenöl scharf angebraten. Nachdem nun die gestückelten Tomaten hinzugegeben wurden, köchelt das Ganze ca. 20 Minuten. Um der Tomatensuppe einen noch intensiveren Tomatengeschmack zu verleihen, können etwa drei Teelöffel Tomatenmark untergerührt werden. Je nach Geschmack und gewünschter Konsistenz kann die Suppe abschließend noch püriert werden, wer lieber ein paar Tomatenstücke in seiner Suppe mag, püriert also einfach weniger oder gar nicht.



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