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Vom Samenkorn zur Pflanze

Richtig pikieren - über das Umpflanzen von Jungpflanzen

Infos & Tipps vom Profi

Jungpflanzen, egal ob sie aus Saatgut, durch Teilung oder aus Stecklingen gezogen wurden, werden, sobald sie kräftig genug sind, verpflanzt. Das nennt sich im Gärtnerjargon auch Pikieren. Da Sie die kleinen Pflänzchen dabei mit ihren Wurzeln aus der Erde heben, ist das ein großer Eingriff in ihre Entwicklung. Seien Sie deshalb besonders behutsam mit ihnen. Je weniger der zarten Wurzeln Schaden nehmen, desto schneller können sich die jungen Pflanzensprosse wieder erholen.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum Sie Jungpflanzen überhaupt umsetzen sollten und worauf Sie beim Pikieren achten müssen.
(Header-Bild: iStock.com/KateLeigh)

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Gönnen Sie Ihren kleinen Sämlingen vor dem Umsetzen nochmal einen guten Schluck Wasser (Bild: iStock.com/amenic181)

Die Vorbereitung

Je besser Sie die zarten Pflänzchen vor dem Umsetzen vorbereiten, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Entwicklung nach dem Pikieren schnell wieder in Gang kommt. Aber was ist die richtige Vorbereitung? Um diese Frage zu beantworten, sollten wir uns einmal anschauen, was nach dem Umsetzen mit den kleinen Pflanzen passiert.

Sie sitzen scheinbar zufrieden in ihrem neuen Heim, doch der Schein trügt. Die Wurzeln versorgen die kleinen Pflänzchen nämlich so lange nicht, bis sie in der neuen Umgebung richtig Fuß gefasst haben. Und so lange gibt es auch keine neuen Nährstoffe. Die Jungpflanzen müssen die Zeit also irgendwie überbrücken ohne zu verhungern. Und hier kommen Sie ins Spiel.

Sie können ihnen vor dem Umpflanzen ein schönes Carepaket „packen“, das ihnen über die ersten schweren Tage hilft. Dafür düngen Sie die jungen Pflanzen einen Tag vor dem Umsetzen und gießen kurz vor dem Pikieren noch einmal. So können die Kleinen Wasser und Nährstoffe in ihren Zellen speichern und in den Tagen nach dem Umzug davon zehren.

Los geht's mit dem Pikieren

Warten Sie nicht zu lange bis Sie Ihre Sämlinge umsetzen. Je größer die Pflänzchen werden, desto enger wird es auch für sie in der Anzuchtschale. Und schon nach kurzer Zeit werden die Triebe dünn und lang. Das ist nicht nur unattraktiv, sondern macht die Pflanzen auch schwach und empfindlich. Rechtzeitig pikierte Sämlinge ergeben dagegen später schön kräftige Jungpflanzen, die sich am endgültigen Standort immer durchsetzen können.

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Bevor es den Pflanzen zu eng wird, sollten Sie mit dem Pikieren beginnen (Bild: iStock.com/TG23)

Vor dem Pikieren gießen Sie das Saatbeet bzw. die Anzuchtschale noch einmal kräftig. Dann schieben Sie das Pikierholz in die Erde unter die Wurzeln des Sämlings und heben ihn mit so viel Erdballen wie möglich vorsichtig hoch. Am besten so, dass die Wurzeln nicht verletzt werden. Auch die Erde (wieder Anzuchterde), in die Sie den Sämling umsetzen möchten, sollten Sie zuvor ordentlich nass machen. Das erleichtert das Ausheben der kleinen Pflanzlöcher nämlich erheblich.

Achten Sie beim Ausheben unbedingt darauf, dass die Löcher so groß sind, dass in ihnen das gesamte Wurzelwerk Platz hat.

Gärtner Pötschke

Schon gewusst...?

"Nasse Erde erleichtert das Ausheben der kleinen Pflanzlöcher."

Trockene Erde rutscht schnell einfach nach und eh man sich versieht ist das kleine Pflanzloch auch schon wieder weg. Nasse Erde lässt sich dagegen besser formen, sodass die Ränder des Pflanzloches ihre Form behalten.

Besonders lange Wurzeln können Sie einfach abkneifen, denn diese kommen selten heil in die Erde. Oft knicken sie oder brechen sogar ab. Wichtig ist außerdem, dass die Wurzeln senkrecht in die Erde kommen und danach gut angedrückt werden. Dazu stecken Sie das Pikierholz direkt neben der Pflanze in die Erde und drücken sie fest an die Wurzeln. Das so entstehende Loch schließen Sie mit dem Pikierholz.

Die richtigen Gefäße zum Pikieren

Wie auch schon beim Aussäen eignen sich prinzipiell alle Arten von Schalen, Kisten oder leeren Behältern. Am besten klappt es aber mit Anzuchttöpfen aus einem torffreien Zellulosegemisch oder Topfplatten. Hier haben die einzelnen Pflanzen ausreichend Platz für ihre Wurzeln, die durch die einzelnen Töpfe nicht ineinander wachsen können. Spätestens beim Umsetzen macht sich das bezahlt, denn die Wurzeln bleiben unverletzt. Abgerissene Wurzeln brauchen dagegen viel Zeit, um sich zu erholen – Zeit in der die oberirdischen Pflanzenteile nicht weiterwachsen.

Die richtigen Gefäße bringen daher zusätzlich eine Zeitersparnis. Die Anzuchttöpfe aus einem torffreien Zellulosegemisch, können von den Wurzeln einfach durchwachsen werden. Die Töpfe selbst verrotten später vollständig in der Erde ohne sie zu belasten.

Gärtner Pötschke

Pikieren Schritt für Schritt

  • Alle Pflanzen vor dem Pikieren gut wässern und düngen
  • Die Erde, in die pikiert werden soll, muss ebenfalls gut feucht sein
  • Jungpflanzen immer ganz vorsichtig aus der Erde heben und zu lange Wurzeln abkneifen
  • Das Pflanzloch immer groß genug ausbilden, die Wurzeln brauchen Platz
  • Nach dem Pikieren die Erde gut andrücken und angießen, damit die Wurzeln mit dem Boden eine gute Verbindung bekommen
  • Bis zum Anwachsen die Pflanzen vor direkter Sonne schützen und gleichmäßig feucht halten
  • Immer die richtigen Pflanzabstände einhalten

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