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Wühlmaus

Profi-Tipps zur Vorbeugung und Bekämpfung

Basisinfo für Gärtner

Wissenschaftlicher Name: Arvicola terrestris

Familie: Wühler (Cricetidae)

Einordnung: Schädling; an Knollen, Zwiebeln und Wurzeln fressend; Schäden durch Grabetätigkeit

Auftreten: ganzjährig in Gärten, Parks, freier Landschaft

Vorkommen und Verbreitung

Wühlmäuse können jeden Pflanzenfreund zur Verzweiflung treiben, denn die nimmersatten Nagetiere gehören zu den hartnäckigsten Plagegeistern im Garten. Sie sind ganzjährig aktiv und können insbesondere dann, wenn sie in Massen auftreten, große Schäden anrichten. Darüber täuscht auch ihr eigentlich ganz possierliches Aussehen nicht hinweg.

Sie fressen vorwiegend die Wurzeln, auf die sie beim Anlegen ihrer Gänge stoßen. Schäden durch Wurzelfraß entstehen dabei vor allem an den saftigen Wurzeln junger Obstbäume und Ziergehölze, wie zum Beispiel Rosen. Aber auch die unterirdischen Speicherorgane krautiger Beet- und Gemüsepflanzen werden nicht verschmäht. Besonders beliebt sind dabei Blumenzwiebeln sowie Knollen- und Wurzelgemüse, wie zum Beispiel Möhren, Rüben, Schwarzwurzeln, Sellerie und Topinambur. Letzterer nimmt auf der Liste der Lieblingspflanzen einen Spitzenplatz ein und zieht Wühlmäuse nahezu magisch an.

Da Wühlmäuse keinen Winterschlaf halten, können ihre Fraßschäden das ganze Jahr über beobachtet werden. Besonders schwer fallen sie in den kalten Herbst- und Wintermonaten aus, wenn das Nahrungsangebot knapp wird. Meist entdeckt man sie aber erst im Frühjahr, wenn die betroffenen Pflanzen schwächeln und nicht mehr austreiben. In der Regel legen sich Wühlmäuse Vorratskammern an, von denen sie zu dieser Jahreszeit zehren können.

Hinzu kommt, dass Wühlmäuse mit ihrem weit verzweigten, dicht unter der Oberfläche verlaufenden Gangsystem den Garten untergraben und den mit viel Hingabe und Liebe gepflegten Rasen in Mitleidenschaft ziehen. Hierdurch entstehen neben unschönen Erdaufschüttungen auch irreparable Schäden, die häufig zum Absterben der betroffenen Pflanzen führen.

Insgesamt gibt es mehr als 150 verschiedene Wühlmausarten. Eine der bekanntesten und wichtigsten Vertreterinnen ist die Große Wühlmaus – häufig auch Schermaus genannt. Ihr Körper wirkt im Vergleich zum relativ breiten und großen Kopf gedrungen und kann bis zu 20 cm messen. Der behaarte Schwanz bleibt deutlich kürzer und erreicht in etwa die Hälfte ihrer Länge. Die Farbe des Fells reicht dabei von hellbraun über mittelbraun und dunkelbraun bis hin zu rotbraun und graubraun, auch schwarz kommt vor. Während ihre Augen und Ohren ziemlich klein ausfallen, sind die Gliedmaßen vergleichsweise kräftig ausgebildet. Sie fallen genauso auf wie ihre deutlich sichtbaren Nagezähne.

Gärtner Pötschke

Vorsicht Verwechslungsgefahr!

"Wühlmaus oder Maulwurf? Wer gräbt denn da?"

Nicht selten kommt es zu Verwechslungen, denn die von Maulwürfen aufgetürmten Erdhügel und angelegten Gänge können auf den ersten Blick leicht mit denen von Wühlmäusen verwechselt werden. Doch beim genaueren Hinsehen lassen sich Unterschiede feststellen.

Die von Maulwürfen aufgeworfenen Erdhügel sind meist höher als die von Wühlmäusen. Ihre Gänge sind im Querschnitt längs oval, verlaufen unregelmäßig und münden in der Mitte des Erdhaufens.

Die Gänge der Wühlmäuse sind dagegen hoch oval, verlaufen gerade und enden am seitlichen Rand des Erdhaufens.

Wer sich nicht sicher ist, macht einfach eine sogenannte Verwühlprobe. Dazu wird einer der Gänge geöffnet und beobachtet. Wenn er innerhalb weniger Stunden wieder verschlossen wird, handelt es sich eine Wühlmaus. Ein Maulwurf würde unter diesem Bereich einfach einen neuen Gang graben und anlegen. Auf diese Weise kann man beide recht gut auseinanderhalten und voneinander unterscheiden.

So beugen Sie Wühlmäusen vor

Vorbeugend hilft es, gefährdete Pflanzen in Drahtkörbe zu setzen. Sie sind im Fachhandel erhältlich, können aber auch ganz leicht selbst aus engmaschigem und verzinktem Draht hergestellt werden. Wichtig ist dabei nur, dass die Körbe ausreichend dimensioniert sind und die Wurzelballen vollständig umschließen. Für Blumenzwiebeln gibt es alternativ auch spezielle Pflanzschalen aus Kunststoff zu kaufen.

Im Gemüsegarten können Sie versuchen ganze Beete zu schützen, indem Sie den gefährdeten Bereich großräumig mit Draht umschließen, der tief genug eingegraben wird, um den Tieren den Zugang zu den köstlichen Knollen und Wurzeln zu verwehren.

Weiterhin hat es sich bewährt, Obstbäume und Ziergehölze möglichst schon im Frühjahr zu pflanzen. Auf diese Weise können sie noch genügend Wurzeln bilden, bevor die hungrigen Wühlmäuse sich im Winter über sie hermachen.

Darüber hinaus meiden Wühlmäuse offene Flächen. Dicke Mulchschichten und hohe Wiesen dienen ihnen als dagegen Unterschlupf. Aus diesem Grund sollten sie flach gehalten und vermieden werden. So haben die Nager weniger Deckung und sind von ihren natürlichen Feinden, wie zum Beispiel Greifvögeln, Katzen oder Mardern, besser zu erkennen.

Wühlmäuse bekämpfen - so geht's

Da Wühlmäuse schnell große Populationen aufbauen, sollte man bei ihrem Auftreten umgehend aktiv werden, bevor sie zu einer Plage werden. Umso einfacher und effektiver gestaltet sich ihre Bekämpfung. Am besten eignet sich das Frühjahr, bevor die Nager mit ihrer Vermehrung beginnen und der Herbst, solange der Boden noch offen und nicht gefroren ist.

Stark riechende Pflanzen und akustische Vertreibung

Möglichkeiten der Bekämpfung gibt es viele – zumindest wenn man den gut gemeinten Ratschlägen vieler Hobbygärtner Glauben schenken mag. Denn fast jeder hat seinen eignen persönlichen Geheimtipp parat. So wird zum Beispiel oft empfohlen, Wühlmäuse durch den Anbau stark riechender Pflanzen wie Kaiserkrone, Knoblauch und Wolfsmilch auf Abstand zu halten. Doch die abschreckende Wirkung zeigt wenn überhaupt nur in unmittelbarer Nachbarschaft dieser Pflanzen Erfolg und ist nicht von langer Dauer.

Das gleiche gilt für akustisch wirkende Geräte, wie dem Wühlmausschreck, und spezielle Vergrämungsmittel, wie z.B. Wühlmausgas. Auch der Erfolg dieser Methoden ist meist nur vorübergehend, denn Wühlmäuse sind gegen Lärm und üble Gerüche weit weniger empfindlich als Maulwürfe und kehren in den meisten Fällen nach einiger Zeit wieder zurück.

Zum Wohle der Tiere kommt es aber auf jeden Fall auf einen Versuch an. Vielleicht lassen sich Ihre Mäuse ja doch auf sanfte Weise zum Gehen bewegen!

Damit schlagen Sie Wühlmäuse in die Flucht

Wühlmausfallen

Scheitern die Vertreibungsversuche hat die Bekämpfung mit speziellen Wühlmausfallen Aussicht auf Erfolg, die dort aufgestellt werden, wo die Nager bereits Schaden angerichtet haben. Im Handel werden spezielle Fallen angeboten. Dies ist rechtlich erlaubt, da Wühlmäuse im Gegensatz zu Maulwürfen nicht unter Naturschutz stehen und gejagt werden dürfen.

Aus Respekt vor dem Leben der Tiere sollten Sie natürlich Lebendfallen bevorzugen! Die müssen ein- bis zweimal täglich kontrolliert werden, da die Tiere schnell an Hunger und Wasserverlust sowie Stress sterben. Als Köder haben sich geschälte Möhren- und Selleriestücke bewährt.

Einmal gefangene Mäuse sollten ein paar hundert Meter von der Falle und Ihrem Garten entfernt wieder ausgesetzt werden.

In jedem Fall muss man vor dem Einsatz einer Wühlmausfalle erst einmal prüfen, ob ein gefundener Gang überhaupt noch bewohnt ist. Dazu öffnet man ihn an einigen Stellen. Bewohnte Gänge werden von den lichtscheuen Tieren in der Regel innerhalb weniger Stunden wieder verschlossen.

Doch die Mäuse sind nicht nur lichtscheu, sondern auch geruchsempfindlich. Lassen Sie neu gekaufte Fallen aus diesem Grund erst einmal ein paar Tage draußen liegen, um ihren Eigengeruch zu überdecken. Alternativ können Sie diese auch mit Erde einreiben. Tragen Sie bei dieser Arbeit Handschuhe, damit kein menschlicher Geruch an den Fallen haften bleibt, denn auch er würde von den Wühlmäusen gemieden werden.

Gänge der Wühlmäuse zuschütten

Ansonsten bleibt Ihnen nur, die Wühlmausgänge – soweit bekannt – immer wieder zu zerstören. Aber Vorsicht, sie dürfen nicht mit den Gängen von Maulwürfen verwechselt werden, denn Maulwürfe stehen auf der Liste der geschützten Tiere und sind wertvolle Nützlinge, die auf keinen Fall getötet werden dürfen. Im Unterschied zu Wühlmäusen ernähren sie sich nämlich nicht von Pflanzen, sondern ausschließlich von unterirdisch lebenden Insekten und Würmern. Einzig und allein verlassene Maulwurfgänge dürfen zugeschüttet werden, da diese gern von Wühlmäusen übernommen und neu besiedelt werden.

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