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Kübelpflanzen überwintern

Tipps für eine gelungene Überwinterung

Wenn die Tage wieder kürzer werden und die letzten warmen Sonnenstrahlen die Blätter färben, wird es Zeit, dass Sie sich mit der Überwinterung Ihrer Kübelpflanzen beschäftigen. Haben Sie das richtige Winterquartier oder müssen Sie noch einige Vorbereitungen treffen, damit der vorgesehene Raum alle Anforderungen für eine pflanzenfreundliche Überwinterung erfüllt? Und ab wann sollten Kübelpflanzen eigentlich ins Haus geholt werden? Das sind nur einige Fragen, die wir im Laufe dieses Artikels beantworten. Denn wer im Winter ein paar Dinge beachtet hat im nächsten Frühjahr und Sommer wieder kräftige, gesunde Pflanzen, die Balkon oder Terrasse in ein mediterranes Paradies verwandeln.
(Header-Foto: iStock.com/irina88w)

Ab wann sollten Kübelpflanzen ins Winterquartier?

Grundsätzlich gilt beim Überwintern von Kübelpflanzen die Devise: "So kurz wie möglich und so lange wie nötig." Vermeiden Sie es daher Ihre Pflanzen zu früh "ins Warme" zu holen, denn in den meisten Überwinterungsquartieren herrschen eher ungünstige Bedingungen, denen Sie Ihre Pflanzen nur möglichst kurz aussetzen sollten. Robustere Kübelpflanzen wie Oleander oder Lorbeer, die sogar leichten Frost vertragen, sind deshalb auch bei Temperaturen nahe der Null-Grad-Grenze immer noch besser draußen aufgehoben. Erst wenn die Temperaturen tiefer sinken sollten auch sie nach drinnen umziehen. Bis dahin reicht es wenn Sie sie nah an die Hauswand und den Kübel als Schutz vor aufsteigender Bodenkälte auf eine Unterlage aus Styropor stellen. Umwickeln Sie dann auch noch den Topf von außen mit Noppenfolie, können die Pflanzen noch eine ganze Weile draußen bleiben.

An diesem Beispiel wird schon deutlich, dass es DEN einen Einräumtermin für Kübelpflanzen nicht gibt. Der beste Zeitpunkt ist von Pflanzenart zu Pflanzenart verschieden und sollte daher immer vom tatsächlichen Wetter abhängig gemacht werden. Empfindlichere Exemplare wie manche Citrusarten oder auch nicht frostharte Hibiskus möchten schon umziehen wenn das Thermometer konstant unter 10 °C anzeigt. Doch ob es schon im Oktober oder doch erst Ende November soweit ist, ändert sich von Jahr zu Jahr. Versuchen Sie sich daher in Zukunft von einem fixen Termin für den Überwinterungsbeginn zu lösen und entscheiden Sie individuell wann es für welche Ihrer Pflanzen an der Zeit ist in die Überwinterungsquartiere umzuziehen.

Bevor Sie mit dem Einräumen der Pflanzen beginnen, sollten Sie die Erde in den Kübeln ein paar Tage abtrocknen lassen. Das reduziert das Gewicht der Pflanze erheblich und macht so den Transport leichter. Darüberhinaus könnte ein zu nasser Wurzelballen bei reduzierter Verdunstung schnell zu Wurzelfäule führen. Um zu verhindern, dass sich Schädlinge mit in das Überwinterungsquartier schmuggeln, putzt man die Kübel außerdem vor dem Transport aus. Alte Blüten an der Pflanze oder auf dem Wurzelballen sowie welke Blätter nutzen die kleinen Plagegeister gerne als Verstecke. Entfernen Sie solche Unterschlüpfe daher rechtzeitig und vermeiden Sie eine spätere "Schädlingsexplosion" im Winterquartier.

Muss man Kübelpflanzen zum Überwintern zurückschneiden?

Größere Rückschnitte an Kübelpflanzen sollten dagegen besser erst Anfang März erfolgen. Zu dieser Zeit verheilen die Schnittwunden leichter. Heben Sie sich daher alle größeren Maßnahmen, wie z. B. das Auslichten, für den ausgehenden Winter auf. Sollten Ihre Pflanzen allerdings im Laufe des Sommers zu groß für das Überwinterungsquartier geworden sein, können Sie die neuen Triebe um ca. 1/3 einkürzen. So sparen Sie Platz, den andere Pflanzen sicher gut gebrauchen können. Achten Sie aber immer darauf, ob Ihre Pflanzen nicht womöglich am einjährigen Holz blühen! Oleander oder Bougainvillea setzen ihre Blütenknospen schon in diesem Jahr für das nächste an. Fallen diese aber im März der Astschere zum Opfer fehlen im Sommer viele prächtige Blüten. Bei diesen Pflanzen ist es deshalb besser nur einzelne störende oder zu dicht stehende Triebe herauszunehmen.

Welche Kübelpflanzen können draußen überwintern?

Nicht viele unserer gängigen Kübelpflanzen sind für eine Überwinterung im Garten gemacht. Doch einigen Feigen, Oliven oder auch Weinreben gelingt es in Gegenden mit milden Wintern und mit ein wenig Zuwendung Ihrerseits dennoch. Wichtig ist in jedem Falle, dass auch diese Pflanzen an einen geschützten Platz umziehen. Gut eignet sich die Nähe zu Hauswänden, da diese im Winter immer ein wenig Wärme abstrahlen. Haben Sie mehrere Pflanzen, stellen Sie sie ruhig dicht zusammen - so können sie einander ein Stück weit von der Witterung abschirmen. Sind Ihre Lieblinge an ihrem Standort dann auch noch geschützt vor kaltem Ostwind und direkter Sonneneinstrahlung, überstehen sie den Winter in der Regel unbeschadet.

Damit die Wurzeln der Pflanzen keinen Schaden nehmen, sollten Sie die Kübel auf Styropor-Platten stellen (Achtung Wasser aus dem Kübel muss ablaufen können!). So kann ihnen die aufsteigende Bodenkälte nichts anhaben. Luftpolsterfolie, Vlies oder Jutesäcke eignen sich sehr gut, um den Topf von außen vor dem Frost zu schützen. Eine weitere wirksame Möglichkeit ist es, die Kübel in größere Gefäße zu stellen und die Zwischenräume fest mit Laub aufzufüllen. Auch hier sollten Sie unbedingt darauf achten, dass das Wasser aus dem Wurzelbereich der Pflanze ungehindert ablaufen kann, damit es nicht zu Wurzelfäulnis oder zu Frostschäden kommt. Um ganz sicher zu gehen können Sie außerdem Nadelholzreisig (z. B. Tannenzweige) von oben auf den Wurzelballen legen. Kalte Winde fegen so nicht direkt über den Wurzelbereich. Aber bei aller Liebe zu Ihren Pflanzen - packen Sie niemals Pflanzenteile mit luftundurchlässigen Materialien wie z. B. Luftpolsterfolie ein! Die Feuchtigkeit, die sich von Innen an der Folie sammelt, könnte zu Pilzbefall führen.

Welche Pflanzen eignen sich gut zum Überwintern?

  • Abutilon (Schönmalve) sehr hell, 10 - 15 °C
  • Bougainvillea sehr hell, 10 - 15 °C
  • Brugmansia (Engelstrompete) sehr hell, 10 - 18 °C / dunkler, 5 - 10 °C
  • Callistemon (Zylinderputzer) hell, 5 - 10 °C
  • Cestrum (Hammerstrauch) hell 10 - 15 °C / dunkler 5 - 10 °C
  • Chamaerops humilis (Zwergpalme) dunkler 5 - 8 °C
  • Howea fosteriana (Kentiapalme) sehr hell, 15 °C
  • Lantana camara (Wandelröschen) hell 5 - 10 °C
  • Laurus nobilis (Lorbeer) hell 0 - 10 °C
  • Nerium oleander (Oleander) hell / dunkler 2 - 5 °C
  • Olea europaea (Olive) hell unter 10°C
  • Plumbago (Bleiwurz) hell / dunkler 5 - 10 °C
  • Solanum jasminoides hell / dunkler 5 - 10 °C
  • Solanum rantonettii (Blauer Enzianstrauch) sehr hell 10 - 20 °C / dunkler 5 - 10 °C
  • Trachycarpus (Hanfpalme) dunkler 2 - 5 °C

Geeignete Orte zum Überwintern von Pflanzen

Zuerst einmal die schlechte Nachricht: Das optimale Winterquartier gibt es leider nur selten. Das liegt daran, dass das Optimum in Privathaushalten nur sehr schwer zu erreichen ist. Räume in denen die Temperaturen beständig zwischen 5 °C und 10 °C liegen hat man eher selten. Dazu muss das Quartier auch noch gut zu lüften und natürlich hell genug sein, wobei es direkte Sonneneinstrahlung trotzdem nicht geben darf. Aus diesem Grund müssen unsere Kübelpflanzen im Winter meistens mit weniger idealen Bedingungen zurechtkommen.

Liegt die Raumtemperatur über 10 °C brauchen die Pflanzen sehr viel Licht. Hier reicht ein Raum mit Fenster leider längst nicht aus. Sehr viel Licht bedeutet in diesem Fall, dass der Raum entweder ein Glasdach oder künstliches Licht in Form von speziellen Pflanzenlampen haben muss. Wenn die Temperatur allerdings im Optimalbereich von unter 10 °C liegt, können Ihre Lieblinge auch mit weniger Helligkeit auskommen. Merken Sie sich einfach diese Faustregel:"Je dunkler der Raum ist, desto kälter muss er sein und je wärmer, desto mehr Licht ist nötig." Doch nicht nur die Gegebenheiten des Raumes müssen stimmen, sondern auch die Eigenarten der Pflanzen sollten mit ihnen übereinstimmen. So haben laubabwerfende Gehölze nur wenig Probleme wenn weniger Licht zur Verfügung steht. Immergrüne brauchen dagegen auch in der Zeit von November bis April einen hellen Standort. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Größe des Überwinterungsquartiers. Ist der Raum zu klein kann es passieren, dass sich die einzelnen Pflanzen berühren und sie Schädlinge oder Pilzsporen munter an ihre Nachbarn abgeben. Auf diese Weise kommt es leider häufig zu regelrechten Schädlingsinvasionen in Überwinterungsquartieren, die man nur sehr schwer wieder in den Griff bekommt. Daher sollten Sie unbedingt darauf achten, dass um die einzelnen Pflanzen herum die Luft zirkulieren kann. Soviel zu den allgemeinen Anforderungen bei der Überwinterung von Kübelpflanzen. Jetzt möchten wir näher auf die einzelnen, zur Verfügung stehenden Überwinterungsmöglichkeiten in einem Privathaushalt eingehen.

  • Zimmer (ca. 15 - 20 °C)
    Wenn Sie bereits absehen können, dass der Raum in dem Ihre Pflanzen den Winter verbringen sollen nicht kalt genug sein wird - weil es sich z. B. um einen Dachboden oder einen Wohnraum handelt - dann holen Sie sie am besten schon früh rein. So bekommen die grünen Mitbewohner keinen Temperaturschock und haben es leichter sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Wie bereits angesprochen, müssen warme Zimmer sehr hell sein. Am besten erreichen Sie die nötige Helligkeit durch spezielle Pflanzenlampen, die Sie im Überwinterungsraum aufhängen. Bedenken Sie, dass durch die höheren Temperaturen auch mehr Wasser aus dem Kübel verdunstet. Der Wasserbedarf ist daher bei dieser Überwinterung höher als z. B. in einem kalten Keller. Genau wie die Verdunstung stellen Citrus und Co. übrigens auch ihr Wachstum in warmen Räumen nicht ein. Aus diesen Gründen sollten Sie regelmäßig überprüfen, ob der Wurzelballen noch ausreichend feucht ist. Gießen Sie erst wieder, wenn der Kübel oberflächlich abgetrocknet ist. Färben sich im Verlauf des Winters die Blattspitzen braun, vermuten die meisten Menschen, dass der Pflanze Wasser fehlen würde. Es ist aber nur ein Zeichen zu trockener, warmer Luft. In diesem Fall können Sie versuchen die Luftfeuchtigkeit im Raum zu erhöhen indem Sie z. B. Schalen mit Wasser aufstellen und regelmäßig lüften.
  • Wintergarten (8 - 12 °C)
    Der Wintergarten ist eigentlich ein gut geeigneter Ort für die Überwinterung von Pflanzen. Allerdings darf er dafür nicht auf Zimmertemperatur aufgeheizt werden. Die ideale Temperatur beträgt hier gerade einmal 8 - 12 °C. Für sonnige Tage sollte außerdem die Möglichkeit bestehen eine Markise oder ähnliches auszufahren, die die Pflanzen vor den direkten Sonnenstrahlen schützt. Da es an solchen Tagen im Wintergarten schnell zu warm wird, ist es darüber hinaus wichtig regelmäßig zu lüften. So halten Sie das Temperaturoptimum bei. Und da die Kübelpflanzen bei den geringeren Temperaturen ihre natürliche Winterruhe antreten, brauchen Sie auch nur dann zu gießen wenn der Topf oberflächlich abgetrocknet ist. Und das kann bis zu zwei Wochen dauern.
  • Keller (2 - 10 °C)
    Auch wenn es im Keller eigentlich schön kühl ist, eignet sich dieser Ort nicht für jede Pflanze. Ideal ist er für Lorbeer und Hanfpalmen. Engelstrompeten, Bleiwurz oder Solanum rantonnetii neigen zwar zum Blattfall, der stört die Pflanzen jedoch nicht nachhaltig.
  • Treppenhaus
    In Treppenhäusern ist es meistens angenehm kühl und hell genug damit immergrüne Pflanzen gut über den Winter kommen.
  • Garage/Gartenhaus
    Ein Platz im Gartenhaus oder der Garage gefällt nur sehr widerstandsfähigen Kübelpflanzen, denen niedrige Temperaturen nichts anhaben können. Darunter fallen z. B. Feigen, Granatäpfel und Bitterorangen. Aber auch Hanfpalmen und Yuccas nehmen Ihnen eine solche Überwinterung nicht übel. Für alle diese Pflanzen gilt allerdings, dass der Raum unbedingt ein Fenster und für den Fall von Dauerfrost auch eine Notheizung haben muss. Die sollte anspringen sobald die Raumtemperatur unter 2 °C fällt. Pflanzen in diesem Überwinterungsquartier verdunsten kaum Feuchtigkeit und haben somit einen sehr geringen Wasserbedarf.

Warum ist ein Wohnraum kein geeigneter Ort für eine Überwinterung

Zimmer in denen wir uns im Winter gerne aufhalten sind für Pflanzen - besonders für unsere heimischen - ein Alptraum. Für uns angenehme 20 °C oder mehr sind für sie viel zu warm, da sie bei dieser Temperatur nicht in die Winterruhe gehen können. Die Folge daraus ist ein hoher Lichtbedarf, den kein Wohnraum decken kann. Fehlt dieses Licht entwickeln die Pflanzen sogenannte Geiltriebe, - dünne, weiche und sehr lange Triebe - die der Pflanze helfen sollen, mehr Licht aufzunehmen und somit die lebensnotwendige Fotosynthese aufrechtzuerhalten. Allerdings schwächen solche Triebe die Pflanzen und durch die fehlende Festigkeit sind sie außerdem ein gefundenes Fressen für Schädlinge. Geiltriebe sind daher immer als Hilferuf zu verstehen. Doch damit nicht genug, denn die Wärme verursacht noch mehr Probleme, die im Winter sogar wir Menschen kennen - trockene Heizungsluft. Sie ist meistens der Grund für eintrocknende Blattspitzen und nicht - wie die meisten Menschen denken - fehlendes Wasser. Außerdem fühlen sich Spinnmilben bei diesen warmen und trockenen Verhältnissen pudelwohl und vermehren sich explosionsartig. Um Ihre Kübelpflanzen gut über den Winter zu bringen eignen sich Wintergärten, Keller oder Treppenhäuser sehr viel besser als von Menschen genutzte Wohnräume und sollten daher immer bevorzugt werden.

Pflege während der Überwinterung

Während den Monaten, die Ihre Kübelpflanzen im Winterquartier verbringen, sollten Sie ihnen regelmäßig etwas Aufmerksamkeit schenken. Denn auch wenn die Pflanzen sich in ihrer Winterruhe befinden darf ihr Topfballen niemals ganz austrocknen. Kontrollieren Sie daher alle ein bis zwei Wochen wie es um die Wasserversorgung bestellt ist. Erst wenn der Kübel oberflächlich abgetrocknet ist, wird es Zeit für neues Wasser. Durch die Winterruhe ist die Verdunstung zwar herabgesetzt doch nicht vollkommen eingestellt, sodass ab und zu gegossen werden muss. Sind Sie sich nicht sicher, ob die Pflanze neues Wasser braucht warten Sie lieber noch ein paar Tage bis Sie zum nächsten Mal gießen. Im Zweifel können überwinternde Pflanzen besser einige Zeit zu trocken als zu nass stehen. Verlieren Ihre Immergrünen Kübelpflanzen in der Überwinterungszeit Ihre Blätter ist das übrigens selten ein Zeichen für Wassermangel. Vermeiden Sie deshalb unbedingt die Wassergaben zu erhöhen. Der Blattfall wird in aller Regel durch den Lichtmangel verursacht. Achten Sie darüber hinaus darauf, dass beim Gießen kein Wasser auf Blätter oder Triebe gelangt. Da das Laub durch die fehlende Sonneneinstrahlung nicht schnell genug abtrocknet, würden andernfalls Pilzerkrankungen begünstigt werden. Auch welkes Laub oder Blüten müssen entfernt und das Überwinterungsquartier regelmäßig gelüftet werden, um es Schädlingen so unbequem wie möglich zu machen. Trotzdem sollten Sie Ihre Kübelpflanzen von Zeit zu Zeit auf möglichen Schädlingsbefall kontrollieren. Rechtzeitig entdeckt haben die kleinen Plagegeister kaum eine Chance sich häuslich niederzulassen.

Pflanzenschutz bei der Überwinterung - so haben Schädlinge keine Chance

Pflanzenschutz ist gerade bei der Überwinterung ein wichtiges Thema, das Sie nicht vernachlässigen sollten. Schädlings- oder Pilzbefall haben schon so manche Pflanze über den Winter das Leben gekostet. Haben Spinnmilbe und Co. erst einmal Fuß an Ihren Pflanzen gefasst sind sie nur äußerst schwer wieder loszuwerden. Spätestens wenn Sie mehrere Kübelpflanzen eng zusammenstellen, sodass sie einander berühren beginnt im wahrsten Sinne des Wortes das muntere "Bäumchen-wechsel-dich-Spiel". Aus einer befallenen Pflanze werden so innerhalb kürzester Zeit viele weitere. Daher ist Vorsorge hier - wie so oft - besser als Nachsorge! Dazu gehört zu allererst eine gewissenhafte Kontrolle auf Schädlingsbefall. In den letzten Wochen vor dem Einräumen sollten Sie schon damit anfangen und am Tag des Umzugs dann noch einmal besonders gründlich. In diesem Zuge können Sie auch gleich altes Laub oder Blüten entfernen, die den Schädlingen als Verstecke dienen könnten. Entdecken Sie Triebe oder Blätter, die bereits Anzeichen für einen Schädlingsbefall zeigen, sollten auch die großzügig entfernt werden. Vergessen Sie nicht auch Blattunterseiten und Triebachseln zu kontrollieren, denn dort tummeln sich häufig die meisten der bedeutendsten Überwinterungsschädlinge: die weiße Fliege sowie Blatt- und Schildläuse. Bei einigen Pflanzenarten wie Fuchsien, Lorbeer oder Hibiskus kann man einen Befall mit diesen drei Arten gleich von Anfang an reduzieren, indem man die Pflanzen entweder stark zurückschneidet oder komplett entblättert. Spinnmilben lassen sich davon jedoch leider nicht beeindrucken. Daher sollten Sie die Kontrollen während der gesamten Überwinterungszeit regelmäßig wiederholen. Um dabei nicht jedes Mal jedes einzelne Blatt wenden zu müssen, können Sie Gelbtafeln aufhängen oder an die Pflanzen stecken. An ihnen bleibt besonders die kleine weiße Fliege kleben. Aber auch viele weitere Plagegeister werden sichtbar. So erkennen Sie einen Befall schnell und können sofort Maßnahmen ergreifen, um ihn zu beseitigen.

Entfernen Sie auch die sogenannten Geiltriebe regelmäßig. Diese dünnen und schnell wachsenden Triebe entwickelt die Pflanze, um bei zu wenig Lichtausbeute mehr Licht aufzunehmen. Doch die Triebe sind sehr weich und daher ein gefundenes Fressen für Schädlinge und Krankheiten aller Art. Durch regelmäßiges Lüften tauschen Sie außerdem die abgestandene und häufig zu trockene Luft gegen frische, kühle und im Idealfall feuchtere aus. Viele Probleme wie eintrocknende Blattspitzen lassen sich dadurch reduzieren. Darüberhinaus machen Sie es Spinnmilben durch den immer wieder kehrenden Luftaustausch unbequem. Sie fühlen sich nur bei trocken-warmem Klima wirklich wohl.


Mit diesen Produkten haben Schädlinge keine Chance

Doch nicht nur im Bereich der sichtbaren Pflanze gibt es etwas zu tun. Auch im Wurzelbereich können Schädlinge oder Bakterien Schaden anrichten. Um Wurzelfäule und Trauermückenbefall zu vermeiden ist es wichtig, dass der Topfballen einige Tage vor dem Umzug abtrocknet. Ein praktischer Nebeneffekt des trockenen Ballens ist, dass Sie am Tag des Einräumens weniger Gewicht zu bewegen haben. Und auch während der Überwinterung sollten Sie es mit dem Gießen nicht übertreiben damit Fäulnis und Schädlinge gar keine Chance bekommen. Lassen Sie den Ballen deshalb immer abtrocknen bevor Sie wieder zur Gießkanne greifen. Laubabwerfende Kübelpflanzen brauchen in der Winterruhe ohnehin nur sehr wenig Wasser. Überwintern Sie aber Immergrüne sollten Sie etwas öfter nach dem Wasserbedarf der Pflanzen schauen. Durch ihr Laub verdunsten sie auch in der Ruhezeit Feuchtigkeit und brauchen daher häufiger Wasser. Doch auch hier gilt, dass der Wurzelbereich erst abtrocknen muss bevor wieder gegossen werden darf.

Haben sich trotz aller Mühe Schädlinge auf Ihren Pflanzen häuslich eingerichtet, müssen Sie als Erstes verhindern, dass sich der Befall auf andere Pflanzen ausbreiten kann. Dafür bringen Sie die Sorgenkinder schnellstmöglich in einen anderen Raum in Quarantäne. Erst danach geht es darum möglichst alle Plagegeister loszuwerden, um sie schnellstmöglich wieder zurück ins Winterquartier bringen zu können. Die sicherste Methode ist in diesem besonderen Fall das Spritzen mit einem biologischen Pflanzenschutzmittel auf Basis von Neem oder Rapsöl. Auch wenn der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln immer eingeschränkt und als letztes Mittel gesehen werden sollte, ist er bei der Überwinterung die einzig erfolgsversprechende Bekämpfung. Von Pflanzenschutzmitteln, die als Stäbchen in den Wurzelballen gesteckt werden sollten Sie dagegen die Finger lassen. Durch die Winterruhe der Kübelpflanzen haben sie zu dieser Zeit keine Wirkung und belasten nur unnötig die Umwelt.

Wann können Kübelpflanzen wieder nach draußen?

Bevor es im Frühjahr wieder an das Ausräumen der Kübelpflanzen geht, gibt es einiges zu tun. Manche Pflanze hat den Winter im geschützten Quartier scheinbar nicht gut überstanden. Traurige Gerippe ohne Blätter, die aussehen als ob es keine Rettung mehr für sie gäbe, sollten Sie auf Vitalität überprüfen. Dazu biegen Sie die Äste vorsichtig an mehreren Stellen. Sind sie geschmeidig und brechen nicht gleich, sondern fügen sich flexibel, werden sie auch schon bald wieder austreiben. Brechen die Triebe jedoch mit einem hörbaren Knacken ist kein Leben mehr in ihnen. Sollte das der Fall sein überprüfen Sie weitere Äste bis Sie sich sicher sind, ob noch Leben in der Pflanze steckt oder nicht.

Als nächstes werden alle lebendigen Pflanzen, deren Töpfe zu klein geworden sind, umgetopft und mit frischer Erde versorgt. Die anderen Pflanzen, die in ihren Töpfen bleiben können, sollten Sie nun wieder regelmäßig düngen. Auch Rückschnitte können und sollen zu dieser Zeit (ca. März) erfolgen. Hier geht es vor allem um Geiltriebe, die sich auf Grund von Lichtmangel entwickelt haben. Aber auch Auslichtungsschnitte bei denen zu dicht stehende Triebe an der Basis entfernt werden sollten zu dieser Zeit durchgeführt werden. So entwickeln sich in der kommenden Saison zwar weniger, aber dafür stärkere, neue Triebe. Nach und nach erhöhen Sie auch wieder die Wassergaben. Das langsame Steigern der Wassermenge ist wichtig, da es ansonsten zu einem zu schnellen Austrieb kommt. Das sollten Sie unbedingt vermeiden, denn die Pflanzen entwickeln so weiche Triebe, die wiederum sehr anfällig für Schädlings- und Krankheitsbefall sind. Wie beim Einräumen ist es beim Auswintern hilfreich wenn die Töpfe kurz vor dem Umzug nach draußen nochmal kurzzeitig abtrocknen. So müssen Sie weniger Gewicht bewegen und das Ausräumen geht Ihnen leichter von der Hand.

Soweit so gut. Doch wann können die Pflanzen wieder nach draußen umziehen? Leider ist diese Frage nicht ganz so einfach zu beantworten, denn der richtige Moment ist je nach Pflanzenart und klimatischen Bedingungen des eigenen Wohnortes verschieden. In Gegenden in denen ein eher mediterranes Weinbauklima herrscht ist der Zeitpunkt früher da als in Gebieten, die an der Küste oder im Mittelgebirge liegen. Und auch die Kübelpflanzen selbst haben unterschiedliche Ansprüche. Robuste Arten wie Lorbeer, Oliven oder Oleander können kurzfristig fallende Temperaturen um den Gefrierpunkt gut vertragen. Empfindliche Arten wie Wandelröschen, Zitrusbäumchen oder Engelstrompeten nehmen solche Temperaturstürze jedoch sehr übel und möchten daher bis Mitte Mai im Winterquartier bleiben. Doch auch diese zartbesaiteten Pflanzen freuen sich über einen Umzug innerhalb des Hauses. Wenn Sie sie ab März in ein helleres und etwas wärmeres Zimmer umräumen, wachen sie langsam aus ihrem Winterschlaf auf und öffnen ihre Blüten eher. Erkundigen Sie sich daher unbedingt schon beim Kauf Ihrer Kübelpflanzen über deren Frosttoleranz und Überwinterungsbedingungen, um den richtigen Zeitpunkt zum Auswintern bestimmen zu können. Spätestens Mitte Mai ist es aber Zeit alle Kübelpflanzen in die "Freiheit" zu entlassen.

Allerdings sollte das nicht mit einem Ruck passieren, sondern in mehreren Schritten. Aus dem Winterquartier direkt in die Sonne würde nach dem langen, dunklen Winter zu Verbrennungen der jungen Blätter führen. Beginnen Sie das Ausräumen daher am besten an einem Tag mit bedecktem Himmel. Der erste Standort sollte unbedingt schattig und windgeschützt sein. So können sich Ihre grünen Lieblinge erst einmal an die Temperatur gewöhnen und die immer länger werdenden Tage genießen. Das weckt zusätzlich ihre Lebensgeister. Nach und nach rücken Sie die Kübel immer weiter in die Morgensonne, da diese noch nicht soviel Kraft hat. Wie viele Schritte letztendlich notwendig sind bis Ihre Kübelpflanzen wieder an ihren Sommerstandorten stehen, sollten Sie individuell entscheiden.

Bis Mitte Mai muss aber immer noch mit Spätfrösten gerechnet werden. Der tägliche Blick in den Wetterbericht ist daher Pflicht! Sind kalte Nächte angesagt, sollten kleinere Kübel besser über Nacht zurück ins Winterquartier gebracht werden. Große Kübelpflanzen können Sie mit Vlies umwickeln und auf eine Styropor-Platte stellen, um sie vor dem Frost zu schützen. Wickeln Sie sie am nächsten Morgen aber unbedingt wieder aus, da die Tage bereits warme Sonnenstrahlen bereithalten und sich die Wärme unter dem Vlies staut.

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