Dickmaulrüssler

Dickmaulrüssler

Schädlingsbekämpfung Dickmaulrüssler

Botanischer Name

Otiorhynchus sulcatus

Familie

Rüsselkäfer (Curculionidae)

Einordnung

Im Boden lebend*

Der Gefurchte Dickmaulrüssler ist ein kleiner, etwa 1 cm langer und matt schwarz gefärbter Rüsselkäfer mit in der Mitte abgeknickten Fühlern. Er ist nachtaktiv und kommt erst mit beginnender Dämmerung aus seinem Versteck im Boden – daher bekommt man ihn meist selten zu Gesicht. Sein typisches Schadbild ist der sogenannte Buchtenfraß, er zeichnet sich durch halbkreisförmige Fraßspuren an den Blatträndern aus. Auch Knospen können angefressen werden. Weitaus gefährlicher als die Käfer sind aber seine im Boden lebenden Larven, die an den Pflanzenwurzeln fressen. Auch sie werden bis zu 1 cm lang. Sie besitzen keine Fußansätze, sind bauchwärts gekrümmt und haben einen weißen Körper mit einer braunen Kopfkapsel, an der man sie gut erkennen kann. Die Larven des Dickmaulrüsslers zählen zu den gefräßigsten Schädlingen und können an den Wurzeln von Bäumen und Sträuchern großen Schaden anrichten. Die befallenen Pflanzen werden erheblich in ihrem Wachstum geschwächt, beginnen zu welken und sterben schließlich ab.

Üblicherweise entwickelt sich im Freiland pro Jahr nur eine Generation an Dickmaulrüsslern. Nur in sehr warmen Gegenden und Gewächshäuern können die Käfer mehrere Jahre überdauern und fortlaufend für neuen Nachwuchs sorgen, so dass alle Entwicklungsstadien gleichzeitig vertreten sind. Die Larven des Käfers überwintern im Boden und beginnen mit den zunehmenden Temperaturen im Frühjahr sich zu verpuppen. Je nach Witterung schlüpfen die ersten jungen Käfer im Mai oder Juni aus ihren Hüllen, um auf Nahrungssuche zu gehen. Nach einer relativ kurzen Entwicklungszeit von 4 Wochen beginnen sie bereits damit, ihre eigenen Eier abzulegen. Man findet die Gelege des Dickmaulrüsslers in der Erde oder am Grund befallener Wirtspflanzen. Bis zum Herbst kann ein einzelnes Weibchen bis zu 1.000 Eier produzieren. Im Juli schlüpfen die gefräßigen Larven und beginnen sofort zu fressen. Bis zum Herbst, wenn sie sich zur Überwinterung in den Boden zurückziehen, hören sie damit auch nicht mehr auf.

Vorbeugung und Bekämpfung

Die Bekämpfung des Dickmaulrüsslers ist nicht ganz einfach – aber auch nicht unmöglich. Sie gilt immer dann als besonders vielversprechend, wenn sowohl die Käfer als auch die Larven erfolgreich erfasst werden. Entdecken Sie den Schädling an kränkelnden Pflanzen, können Sie versuchen, die Käfer vor ihrer Eiablage in künstlich angelegte Schlupfwinkel zu locken. Sehr effektiv sind zum Beispiel mit Heu oder Holzwolle gefüllte Blumentöpfe, in denen sich die Tiere über Tag verstecken. Auf diese Weise können sie recht einfach in den frühen Morgenstunden aufgesammelt und entfernt werden. Alternativ ist auch ein direktes Absammeln mit der Hand in der Dämmerung möglich.

Bewährt hat sich eine biologische Bekämpfung mit Nematoden, die bereits seit einigen Jahren erfolgreich angewandt wird. Die winzig kleinen und nur unter dem Mikroskop sichtbaren Fadenwürmer dringen durch die Haut und die Körperöffnungen in die Larven ein und töten diese ab – eine sichere und unkomplizierte Methode, Dickmaulrüssler ohne Nebenwirkungen für Mensch und Natur unschädlich zu machen, da die Nematoden ausschließlich gegen den Dickmaulrüssler wirken. Das Präparat Nematop® Nematoden kann man zum Beispiel ganz einfach in Wasser auflösen und mittels Gießverfahren auf die betroffenen Flächen ausbringen. Entscheidend für die Wirkung ist der richtige Zeitpunkt – die besten Erfolgsaussichten haben Sie bei einer Behandlung im April und Mai sowie einer Behandlung im August und September. Achten Sie darauf, die Nematoden nur auf einem feuchten und mindestens 10–15 °C warmen Boden auszubringen, da sich die Fadenwürmer nur bei ausreichender Feuchtigkeit und Wärme aktiv fortbewegen können. Auf kalten, schweren und trockenen Böden können Nematoden ihre Wirkung hingegen nicht entfalten.

Neben der biologischen Bekämpfung bietet der Handel natürlich auch chemische Pflanzenschutzmittel an, so zum Beispiel das Schädlingsfrei Careo Konzentrat für Zierpflanzen von Celaflor. Es zeigt sowohl als Gießmittel gegen die Larven wie auch als Spritzmittel gegen die Käfer eine gute System- und Kontaktwirkung. Wenn Sie sich für eine Ausbringung als Gießmittel entscheiden, sollten Sie auf eine zeitgliche Bekämpfung mit Nematoden verzichten, da ansonsten nicht nur die Larven des Dickmaulrüsslers, sondern auch die Fadenwürmer dem Mittel zum Opfer fallen. Entscheiden Sie sich dagegen für eine Ausbringung als Spritzmittel, sollten Sie die Behandlung in die Abendstunden verlegen, um die versteckt lebenden Tiere überhaupt erfassen zu können.

Häufiges Auftreten und Vorkommen des Dickmaulrüsslers

Auf dem Speiseplan des Dickmaulrüsslers stehen mehr als einhundert verschiedene Nutz- und Zierpflanzen. Mit seinem breiten Wirtsspektrum ist er zu einem gefürchteten Schädling geworden, der nicht nur in Baumschulen und Gartenbaubetrieben bereits große Schäden angerichtet hat. Denn versteckt im Substrat befallener Topfpflanzen wurde er mittlerweile auch in unzählige Privatgärten eingeschleppt. Die größten Schäden treten dabei an Gehölzen wie zum Beispiel Azalee, Eibe, Felsenmispel, Feuerdorn, Flieder, Heide, Kirschlorbeer, Kornelkirsche, Lebensbaum, Pfaffenhütchen, Rhododendron, Rose und Spindelstrauch auf. Aber Dickmaulrüssler sind nicht wählerisch und fressen gerne auch an vielen verschiedenen Blumen und Stauden wie Alpenveilchen, Chrysantheme, Farn, Fuchsie, Geranie, Knollenbegonie und Primel. Große Schäden richtet der Dickmaulrüssler darüber hinaus auch an Erdbeere, Himbeere und anderen Beerenobstarten an. Besonders gut entwickelt er sich dabei an Pflanzen, die in Töpfen und Kübeln gezogen werden, denn dort finden seine Larven oftmals besonders günstige Entwicklungsbedingungen vor.

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