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Faszination Kiefern

Eine Liebeserklärung an eine Überlebenskünstlerin

Es ist ein schöner Sommertag und Sie genießen das Wetter bei einem kleinen Spaziergang durch die Natur. Plötzlich öffnet sich vor Ihnen der Wald und Sie stehen auf einer kleinen Lichtung. Die Sonnenstrahlen finden ihren Weg auf den Waldboden und kitzeln die frisch grünen Triebe junger Farne. Etwas ist anders - gerade noch war der Wald dicht und die Kronen der Bäume haben kaum Licht durchgelassen, doch nun hat sich die Stimmung verändert. Sie schauen sich um, Ihr Blick schweift in die Baumwipfel, und dann sehen Sie sie — die lichten Kronen einiger knorriger Kiefern. Ihrer zum Teil bizarren Wuchsformen wohnt eine ganz eigene Schönheit inne, die seit Jahrhunderten Menschen fasziniert — und auch zahlreiche Maler und Dichter inspirierte.

Doch nicht nur Spaziergänger und Künstler können sich der Schönheit der Kiefern nur schwer entziehen. Auch die japanische Gartengestaltung lebt von diesem Nadelbaum. Hier steht er für Struktur und Beständigkeit und darf deshalb in keinem Garten fehlen. Und auch wir Deutschen haben die Kiefer schon vor Jahren gewürdigt: 2007 wurde sie zum Baum des Jahres ernannt. Das Kuratorium, das diesen Titel vergibt, nannte sie "eine bescheidene Schönheit mit zähem Überlebenswillen". Passender hätten auch wir es nicht beschreiben können.
(Header-Foto: iStock.com/RicoK69)

Kiefern sind mit nichts zu vergleichen

Beinahe auf der gesamten Erdkugel gibt es Kiefern. Mit ungefähr 100 verschiedenen Arten sind sie das am weitesten verbreitete Nadelgehölz unserer Erde. In Deutschland sind sie nach der Fichte sogar die 2. häufigste Baumart und machen ca. 23 % unserer gesamten Waldfläche aus. Die einzelnen Arten unterscheiden sich zum Teil deutlich in ihrem Wuchs. So ragt die heimische Waldkiefer (Pinus sylvestris) mit ihrem Stamm hoch in den Himmel, wogegen sich die Bergkiefer (Pinus mugo) lieber strauchartig am Boden ausbreitet.

Aber nicht nur ihr interessanter Wuchs ist erwähnenswert. Kiefern halten außerdem auch noch zahlreiche Rekorde im Pflanzenreich. So wird kaum eine andere Baumart älter als sie. In den kalifornischen White Mountains sind Experten auf Grannenkiefern (Pinus aristata) gestoßen, von denen einige ca. 5000 Jahre alt sein sollen. Diese Kiefern gehören zu den ältesten Bäumen der Welt. Die Zucker-Kiefer (Pinus lambertiana) hält sogar gleich zwei Rekorde. Zum einen ist sie mit einer maximalen Wuchshöhe von bis zu 80 m eine der höchsten Kiefernarten der Welt und zum anderen hat sie auch noch die größten Zapfen — der längste je gemessene Zapfen dieser Bäume war 56 cm lang und 15 cm breit. Wenn das nicht beeindruckend ist.

Doch Kiefern können noch mehr. Sie sind beispielsweise in der Lage ihren Wuchs an die Gegebenheiten ihres Standortes anzupassen. Anders als andere Pflanzen, können sie sich also auf ihre Umgebung einstellen. Wenn sie ausreichend Platz haben, um ihre Äste auszubreiten, sind die Kronen eher breit und ausladend. Stehen sie dagegen dicht gedrängt zwischen Artgenossen oder Laubbäumen, haben sie schmale Kronen. Auch um sich dauerndem Wind zu widersetzen, wie er häufig in Küstenregionen vorkommt, haben die faszinierenden Nadelgehölze eine einfache Lösung gefunden. Die Kronen werden kurzerhand zum "Windflüchter" und flachen einseitig ab. Und was "oben" funktioniert, klappt auch "unten" sehr gut. Je nachdem auf welchem Boden sie wachsen, passen Kiefern auch ihr Wurzelsystem an. So haben sie auf lockeren, sandigen Böden eine Pfahlwurzel, die sie tief im Boden verankert. Ist aber wenig Erde vorhanden z.B., weil sie auf Felsen oder sehr steinigen Böden wachsen, bilden sie ihre Wurzeln einfach flach aber dafür weitstreifend aus. Und auf schweren und lehmigen Böden kombinieren sie beides zu einem kompakten Herzwurzelsystem.

Und als ob das nicht reicht, sind Kiefern auch noch an etwas ganz Besonderem beteiligt: Bernstein! Haben Sie schon einmal an der Ostsee einen Strandspaziergang unternommen und nach dem "Gold des Meeres" gesucht? Bei diesen goldenen "Edelsteinen" handelt es sich um nichts anderes als das erhärtete Harz von den Vorfahren unserer Nadelbäume, die vor ca. 50 Mio. Jahren ungefähr an dieser Stelle wuchsen. Sicher waren hier auch viele kiefernähnliche Gewächse dabei. Sollten Sie also in Zukunft einmal Bernstein in Ihren Händen halten, grüßt Sie vielleicht gerade eine Kiefer aus der Vergangenheit. Und mit etwas Glück ist im Inneren sogar ein kleines Insekt oder ein Blättchen eingeschlossen, sodass der Edelstein zum Fenster in eine längst vergangene Zeit wird.

Seit Jahrhunderten im Dienste der Menschen

Schon seit Jahrhunderten nutzen wir Menschen Rohstoffe aus der Natur. Da ist es wenig überraschend, dass auch die Kiefer uns Menschen dienlich ist. Früher wurden aus dem Ruß von verbrannten Kieferscheiten Farbe, Tusche oder Schuhcreme hergestellt. Aus dem Harz machten die Menschen dagegen Lacke, Leime und Arznei- oder Kosmetikartikel. Und auch für die Herstellung von Terpentinöl oder Pech hat uns die Kiefer in der Vergangenheit stets das benötigte Material geliefert. Viele dieser Produkte werden mittlerweile auf moderne Art gewonnen, doch längst nicht alle. So wird Kiefernholz auch heute noch häufig als Bau- und Möbelholz eingesetzt und einige Arzneimittel gegen Erkältungsbeschwerden oder Muskelschmerzen, Saunaaufgüsse oder Badeöle enthalten nach wie vor die natürlichen Öle der Kiefer. Die Nadelbäume sind also noch immer unverzichtbar für uns Menschen.

Zukunftspotenzial einer Überlebenskünstlerin

Und auch in Zukunft werden uns Kiefern begleiten. Durch ihre Anspruchslosigkeit und ihre erstaunliche Anpassungsfähigkeit werden sie auch den Wandel unseres Klimas überstehen. Schon jetzt vertragen die außergewöhnlichen Nadelgehölze große Hitze und Trockenheit und finden überall ihre Nische. Extremstandorte wie z.B. Moore, Sanddünen oder felsige Berghänge mit nur wenigen Zentimetern Erde, sind kein Problem für sie. Und je mehr unsere bekannten Laubbäume unter der Trockenheit leiden und unsere Wälder immer weiter ausgelichtet werden, desto besser stehen die Chancen für Kiefern, wieder mehr Platz in unseren Wäldern zu ergattern. Denn das dichte Blätterdach unserer Wälder, hat die lichtliebenden Bäume bisher ferngehalten. Durch ihr großes Lichtbedürfnis hat sich die Kiefer aber auch als Spezialist für Flächen nach Waldbränden oder Stürmen herausgestellt. Als sogenanntes schnnellwachsendes Pioniergehölz (Erstbesiedler) besetzt sie die entstandenen Brachflächen schnell wieder neu und das Ökosystem beginnt sich zu erholen. Sobald die Lichtausbeute auf diesen neu entstandenen Flächen aber nicht mehr ausreicht, weichen sie wieder den Laubbäumen, wie sie es schon seit Jahrtausenden tun.

Fazit: Kiefern — bizarre Schönheiten, die uns auch in Zukunft begeistern werden

Nun kennen Sie eine der schönsten Baumarten unserer Erde etwas besser und haben mehr über ihre Anpassungsfähigkeit sowie ihre Eigenarten erfahren. Rekordhalter, Muse, Individualist und Spezialist sowie ein Baum der Zukunft. Kiefern haben viele Gesichter. Schauen Sie sich bei Ihrem nächsten Spaziergang doch einmal genauer um und lassen Sie das Rauschen des Windes in den Kiefernwipfeln auf sich wirken. Und wer weiß, vielleicht werden Sie dann ja sogar von der Muse geküsst?



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