Maulwurf

Maulwurf

Schädlingsbekämpfung Maulwurf

Botanischer Name

Talpa europaea

Familie

Maulwürfe (Talpidae)

Einordnung

Im Boden lebend

Maulwürfe können mitunter sehr unangenehme Zeitgenossen sein. Sie ärgern uns, weil sie mit ihren durchwühlten Beeten und aufgeworfenen Erdhügeln auf dem Rasen Unordnung in den Garten bringen. Vor allem im Frühling sind sie sehr aktiv. Dabei werden frisch gesäte Samen verschüttet und nährstoffärmere Böden aus den unteren Schichten über die gute Humuserde geschoben. Dazu kommen noch ihre Gänge, die Pflaster- und Plattenwege zum Absacken bringen. Auf der anderen Seite ist der Maulwurf aber auch ein sehr wichtiger Nützling im Boden. Vielleicht nimmt man ihm seine lästige Wühltätigkeit gar nicht mehr so übel, wenn man weiß, dass er sich nicht von Pflanzen, sondern ausschließlich von unterirdisch lebenden Insekten und Würmern ernährt. So vertilgt er unter anderem Drahtwürmer, Engerlinge, Erdraupen, Schnecken und Spinnen. Darüber hinaus verbessert sein groß angelegtes Gangsystem die Struktur des Bodens und optimiert damit die Versorgung der Pflanzen. Nicht zuletzt sollte sich jeder Gärtner über die Anwesenheit von Maulwürfen eigentlich geehrt fühlen, denn sie zeugt von einer hohen Qualität seiner Erde.

Maulwürfe sind Einzelgänger und kommen jährlich nur einmal zur Paarungszeit zusammen. Sie erstreckt sich über den Zeitraum von März bis April. Nach einer Tragzeit von gut 4 Wochen bringen die Weibchen bis zu 5 Nachkommen zur Welt, welche nach der Geburt noch 4–6 Wochen von der Mutter gesäugt werden. Nach insgesamt 6–12 Monaten sind die Jungen geschlechtsreif und gründen ihr eigenes Revier. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 3–5 Jahre. Dabei verbringen die ausgewachsen etwa 14–16 cm großen Tiere fast ihr ganzes Leben unter der Erde, wo sie ein weitreichendes Tunnelsystem mit Vorratskammer, Schlafkammer und Nestkammer für den Nachwuchs anlegen. Seine Größe ist abhängig vom Nahrungsangebot im Boden. Im Durchschnitt umfasst das Tunnelsystem eines Männchens 6.000 m² und das eines Weibchens 2.000 m². Alle paar Stunden durchlaufen die Maulwürfe die Gänge und suchen sie nach Beute ab, die in ihr Revier eingedrungen ist. Denn sie haben einen großen Appetit und können ohne Nahrung nicht länger als einen Tag überleben. Ihr täglicher Bedarf entspricht in etwa ihrem eigenen Körpergewicht. Dabei sind Maulwürfe bestens an ihre Umgebung angepasst. In dem dunklen Gangsystem orientieren sie sich mühelos mit ihrem Tastsinn, wobei sie über ihre Tasthaare an der Schnauze selbst kleinste Erschütterungen wahrnehmen können. Die Augen sind sehr klein und genau wie die Ohren unter Hautfalten ihres schwarzen, samtweichen Fells verborgen, um sie vor Schmutz zu schützen. Besonders auffällig sind dagegen ihre großen, zum Graben perfekt geformten Hände, die wie kleine Grabschaufeln aussehen. Mit ihnen befördern sie den Erdaushub an die Erdoberfläche, wo er in Form der bekannten Maulwurfshügel liegen bleibt.

Nicht selten kommt es dabei jedoch zu Verwechslungen, denn die von Maulwürfen aufgetürmten Erdhügel und angelegten Gänge können auf den ersten Blick leicht mit denen von Wühlmäusen verwechselt werden. Doch beim genaueren Hinsehen lassen sich Unterschiede feststellen. Die von Maulwürfen aufgeworfenen Erdhügel sind meist höher als die von Wühlmausen. Ihre Gänge sind im Querschnitt längs oval, verlaufen unregelmäßig und münden in der Mitte des Erdhaufens. Die Gänge der Wühlmäuse sind dagegen hoch oval, verlaufen gerade und enden am seitlichen Rand des Erdhaufens. Wer sich nicht sicher ist, macht einfach eine sogenannte Verwühlprobe. Dazu wird einer der Gänge geöffnet und beobachtet. Wenn er innerhalb weniger Stunden wieder verschlossen wird, handelt es sich eine Wühlmaus. Ein Maulwurf würde unter diesem Bereich einfach einen neuen Gang graben und anlegen. Auf diese Weise kann man beide recht gut auseinanderhalten und voneinander unterscheiden.

Vorbeugung und Bekämpfung

Da Maulwürfe unter Naturschutz stehen, dürfen sie von Hobbygärtnern weder gefangen noch getötet werden. Wer sich mit ihnen nicht arrangieren kann, weil sie einen zu großen Schaden bei ihm anrichten, muss sie also vertreiben. Laute Geräusche und unangenehme Gerüche sind ihnen zuwider. Die meisten bekannten Maßnahmen zielen daher auf das empfindliche Gehör und den ausgeprägten Geruchssinn der kleinen Tiere ab, denn beide sind äußerst sensibel. Die Maulwürfe fühlen sich schnell gestört und suchen nach einiger Zeit freiwillig das Weite. Der Maulwurfschreck ist zum Beispiel ein solches akustisch wirkendes Gerät, das in regelmäßigen Abständen Schallwellen und Vibrationen aussendet. Für Menschen sind die Töne hingegen kaum wahrnehmbar. Als sogenanntes Vergrämungsmittel kann zum Beispiel das Wühlmausgas von Neudorff® zum Einsatz kommen. Auch dieses vertreibt mit seinen Duftstoffen die Tiere effektiv, ohne sie zu schädigen. Beachten Sie, dass bei großen Gärten unter Umständen mehrere gleichmäßig verteilte Geräte und Gaskartuschen notwendig sein können, um die Maulwürfe flächendeckend zu vertreiben. Eine alternative Möglichkeit besteht darin, die frisch aufgeworfenen Maulwurfshügel regelmäßig mit einer Harke wieder einzuebnen oder mit Wasser wieder einzuschlämmen. Konsequent umgesetzt, kann diese Methode ebenfalls dazu führen, die Tiere in die Flucht zu schlagen. Negative Erfahrungen beruhen oftmals darauf, dass es sich bei den Wühlern nicht um Maulwürfe, sondern um Wühlmäuse handelt. Denn diese sind gegen Lärm und üble Gerüche weit weniger empfindlich.

Häufiges Auftreten und Vorkommen des Maulwurfs

Die natürlichen Lebensräume des Maulwurfs sind Äcker, Wiesen und Wälder – aber auch in Gärten, Friedhöfen und Parks kann man den kleinen Insektenfresser sehr häufig antreffen. Denn seine Ansprüche sind nicht sehr hoch. Ideal ist ein lockerer und mittelfeuchter Boden. Gemieden werden lediglich sehr sandige und trockene Böden, in denen seine Gänge wieder einstürzen würden, sowie sehr steinige und wässrige Böden, in denen ihm das Graben zu anstrengend und beschwerlich ist.

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