Pikieren

Pikieren von Pflanzen

Jungpflanzen, einerlei ob sie aus Saatgut, durch Teilung oder aus Stecklingen gezogen wurden, werden, sobald sie kräftig genug sind, verpflanzt - in diesem Fall spricht man auch von Pikieren. Dies ist natürlich ein harter Eingriff in die Entwicklung eines Pflänzchens. Er muss deshalb so schonend wie möglich erfolgen. Grundsätzlich werden alle Pflanzen vor dem Umsetzen stark und ausreichend gegossen und am Tag vorher gedüngt. Man gibt ihnen quasi noch ausreichend Nahrung mit auf die Reise zum neuen Standort, wo sie erst nach dem Anwurzeln wieder neue Nährstoffe aufnehmen können. Dabei spielt es keine Rolle, ob Pflanzen aus dem Saatbeet pikiert oder von einem Topf in einen anderen gesetzt werden.

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So wird pikiert

Sämlinge sollte man so früh wie möglich pikieren. Stehen sie sehr eng, verhindern Sie durch frühes Pikieren, dass sie zu dünn und lang werden. Früh pikierte Sämlinge ergeben später kräftige Jungpflanzen, die sich am endgültigen Standort immer durchsetzen können.

Vor dem Pikieren wird das Saatbeet bzw. die Anzuchtschale gut gegossen. Dann schieben Sie das Pikierholz in die Erde unter die Wurzeln des Sämlings und heben ihn mit so viel Erdballen wie möglich vorsichtig hoch, ohne dass die Wurzeln verletzt werden. Die Erde, in die nun der Sämling umgesetzt wird, müssen Sie vorher tüchtig angießen und gleichmäßig befeuchten, sonst lassen sich die Pflanzlöcher nicht richtig ausheben. Diese müssen immer groß genug sein, um das gesamte Wurzelwerk aufzunehmen. Möchten Sie kleine Sämlingen pikieren, sind oft nur wenig Wurzeln vorhanden, das Pflanzloch muss also entsprechend in seiner Größe angepasst werden. Lange Wurzeln werden beim Pikieren abgekniffen, denn diese kommen selten heil in die Erde. Meist knicken sie oder brechen ab, in der Folge faulen sie. Wichtig ist vor allem, dass die Wurzeln senkrecht in die Erde kommen und danach gut angedrückt werden. Dazu stecken Sie das Pikierholz direkt neben der Pflanze in die Erde und drücken sie fest an die Wurzeln. Das so entstehende Loch schließen Sie mit dem Pikierholz.

Die richtigen Gefäße zum Pikieren

Zum Pikieren der Jungpflanzen können Sie alle Arten von Schalen und Kisten oder leeren Behälter verwenden. Am besten geeignet sind jedoch Torfquelltöpfe oder Topfplatten. Hier haben die einzelnen Pflanzen ausreichend Platz für ihre Wurzeln und, besonders wichtig, diese können bei dicht nebeneinanderstehenden Pflanzen nicht ineinanderwachsen. Das ist sehr vorteilhaft, da beim Pikieren, also dem Auspflanzen, die Wurzeln vollständig geschont werden und unverletzt bleiben. Pflanzen mit zerrissenen Wurzelballen brauchen nämlich viel Zeit, um neue Wurzeln zu bilden, in der die oberirdischen Triebe nicht weiterwachsen. Spezielle Pikiergefäße machen sich also bezahlt, da den Pflanzen der Umsetzschock erspart wird und sie nach dem Auspflanzen sofort und schnell weiterwachsen.

Torfquelltöpfe bestehen aus gepresstem Weißtorf, der von den Wurzeln gut durchwachsen wird. Später zerfallen die Torftöpfe in der Erde, vorausgesetzt, dass sie vor dem Pflanzen nicht ausgetrocknet sind, weil sie dann kein Wasser mehr aufnehmen können. Zu trocken gepflanzte Torftöpfe wirken wie Tontöpfe und hindern die Pflanzenwurzeln am Durchwachsen. Die Pflanzen bleiben dann meist in ihrer Entwicklung zurück.


 



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Tipps fürs Pikieren

  • Alle Pflanzen vor dem Pikieren gut wässern und düngen.
  • Die Erde, in die pikiert werden soll, muss ebenfalls gut feucht sein.
  • Jungpflanzen immer ganz vorsichtig aus der Erde heben und zu lange Wurzeln abkneifen.
  • Das Pflanzloch immer groß genug ausbilden, die Wurzeln brauchen Platz.
  • Nach dem Pikieren die Erde gut andrücken und angießen, damit die Wurzeln mit dem Boden eine gute Verbindung bekommen.
  • Bis zum Anwachsen die Pflanzen vor direkter Sonne schützen und gleichmäßig feucht halten. Im Freiland kann dies auch mit Lochfolien oder einem Abdeckvlies erfolgen.
  • Immer die richtigen Pflanzabstände einhalten. Bei der ersten Reihe entlang der Schnur die Abstände genau anzeichnen.
  • Pflanzt man in der Reihe, dann besser eine Schnur spannen und die Pflanzen in „Reih und Glied“ setzen. Sie wachsen so zwar nicht schneller, aber es sieht besser aus und die Bearbeitung ist einfacher.


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