Birnengallmücke

Schädlingsbekämpfung Birnengallmücke

Botanischer Name

Contarinia pyrivora

Familie

Gallmücken (Cecidomyiidae)

Einordnung

An Pflanze saugend

Ein Befall mit der Birnengallmücke zeigt sich im Frühsommer an den noch jungen Früchten betroffener Birnbäume. Schon bald nach der Blüte beginnen sie anzuschwellen. Dabei wachsen sie anfänglich deutlich schneller als die gesunden Früchte und nehmen eine für sie ungewöhnliche, kugelige Form an. Es dauert aber nicht lange, bis sie ins Stocken geraten und von den sich normal entwickelnden Birnen im Wachstum wieder überholt werden. Die befallenen Früchte färben sich vom Blütenende her schwarz, werden runzelig und fallen frühzeitig vom Baum. Bei einem starken Befall kann auf diese Weise die ganze Ernte verloren gehen. Im Inneren der Birnen findet man die fressenden Larven der Birnengallmücke vor. Die kleinen, etwa 2–4 mm langen und gelblich-weiß gefärbten Maden höhlen die Früchte aus. Dabei führt der von ihnen abgesonderte Speichel zu den bereits beschriebenen Unregelmäßigkeiten im Wuchs. Nach 4–6 Wochen, sobald das Larvenstadium abgeschlossen ist, verlassen die Maden die noch am Baum hängenden oder bereits abgefallenen Früchte. Sie ziehen sich in den Boden zurück, wo sie sich in 5–10 cm Tiefe zu einem Kokon verpuppen. Im folgenden Frühjahr schlüpfen die mittlerweile ausgewachsenen Mücken aus dem Boden und beginnen mit ihrem Flug auf die Birnbäume. Dort legen sie ihre Eier in die sich gerade öffnenden Blüten ab. Nach einer recht kurzen Entwicklungszeit von 4–6 Tagen schlüpfen die Larven und bohren sich noch während der Blüte in den Fruchtknoten ein, wo sie mit ihrem Fraß beginnen und das Kerngehäuse zerstören. Die Mücke selbst lebt nur kurze Zeit und stirbt nach der Eiablage.

Vorbeugung und Bekämpfung

Ist die Birnengallmücke erst einmal aufgetreten, bekämpfen Sie den Schädling am erfolgreichsten, indem Sie alle befallenen Früchte restlos vom Baum abpflücken und vom Boden aufsammeln. Kontrollieren Sie die Birnen regelmäßig, damit Sie einschreiten können, bevor die Larven sie zur Verpuppung im Boden verlassen. Nur auf diese Weise unterbrechen Sie die Fortpflanzungskette und beugen einen erneuten Befall im nächsten Jahr vor. Die Abfälle dürfen dabei keineswegs auf den Kompost geworfen werfen. Im Idealfall werden sie verbrannt oder – wenn das nicht möglich ist – über den Hausmüll entsorgt.

Bei einem schwachen Befall sind diese vorbeugenden Schutzmaßnahmen meist ausreichend. Bei Bäumen, die erfahrungsgemäß jedes Jahr stark befallen werden, können jedoch weiterreichende Schritte notwendig werden. Ein spezielles Pflanzenschutzmittel zur direkten Bekämpfung der Birnengallmücke im Haus- und Kleingartenbereich gibt es momentan leider nicht.

Gärtner Pötschke

Häufiges Auftreten und Vorkommen der Birnengallmücke

Von der Birnengallmücke sind besonders junge Birnbäume betroffen. Dabei kann es lokal immer wieder zu einem verstärkten Befall kommen. Wird man in einem solchen Fall nicht gegen den Schädling aktiv, kann dies – vor allem bei einem geringen Blütenansatz – zu erheblichen Ertragseinbußen führen. Bedingt durch die vom Entwicklungszustand abhängigen Flugzeiten der Gallmücke, werden in erster Linie mittelfrüh blühende Birnen befallen. Sehr früh beziehungsweise sehr spät blühende Sorten bleiben dagegen oftmals verschont und sollten bevorzugt gepflanzt werden.



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