Zwetsche und Pflaume anbauen: Sorten, Standort und Pflege

Zwetschen und Pflaumen gehören zu den dankbarsten Obstbäumen im Hausgarten: Sie sind robuster als Pfirsiche oder Aprikosen, gedeihen auch in kühleren Regionen und liefern aromatische Früchte für den Frischverzehr, als Kompott, Marmelade oder Dörrpflaumen. Mit der richtigen Sorte und einem sonnigen Standort gelingt der Anbau problemlos.

Standort und Ansprüche von Zwetsche und Pflaume

Pflaumen und Zwetschen bevorzugen sonnige, warme Standorte mit einem tiefgründigen, nährstoffreichen Boden. Sie sind robuster als Pfirsiche und Aprikosen und gedeihen auch in kühleren Regionen. Staunässe vertragen sie jedoch nicht – ein gut durchlässiger Boden ist daher wichtig. Die meisten Pflaumensorten sind selbstfruchtbar, tragen also auch ohne Befruchtersorte Früchte. Einige Sorten wie ‚Hauszwetsche‘ sind besonders ertragreich und robust. Für den Hausgarten eignen sich vor allem mittelstark wachsende Sorten auf entsprechenden Unterlagen, die nicht zu groß werden und leicht zu pflegen sind. Der Pflanzabstand beträgt je nach Unterlage 4 bis 6 Meter.

Zwetsche und Pflaume schneiden und vor Schädlingen schützen

Pflaumen und Zwetschen werden am besten im Sommer geschnitten, da sie im Winter anfälliger für Pilzkrankheiten sind. Beim Schnitt werden zu dicht stehende, kreuzende oder nach innen wachsende Äste entfernt und die Krone ausgelichtet. Wasserreiser solltest du regelmäßig entfernen. Ein häufiger Schädling bei Pflaumen und Zwetschen ist der Pflaumenwickler, dessen Larven in die Früchte eindringen und diese zum vorzeitigen Abfallen bringen. Pheromonfallen helfen, den Schädling zu überwachen und zu bekämpfen. Auch die Narrentaschenkrankheit, eine Pilzkrankheit, die die Früchte deformiert, kann auftreten. Befallene Früchte solltest du sofort entfernen und entsorgen. Mit regelmäßiger Pflege und einem jährlichen Schnitt bleiben Pflaumen und Zwetschen viele Jahre vital und ertragreich.

Ernte und Verwertung von Zwetschen und Pflaumen

Pflaumen und Zwetschen werden je nach Sorte von August bis Oktober geerntet. Der richtige Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn die Früchte sich leicht vom Baum lösen lassen und eine charakteristische Farbe angenommen haben. Frisch geerntete Pflaumen und Zwetschen lassen sich nur wenige Tage lagern und sollten daher zeitnah verzehrt oder verarbeitet werden. Zur Verwertung eignen sie sich hervorragend für Kompott, Marmelade, Kuchen und Pflaumenmus. Auch Dörrpflaumen sind eine beliebte Verwertungsmöglichkeit – getrocknete Pflaumen sind lange haltbar und ein gesunder Snack. In manchen Regionen werden Pflaumen und Zwetschen auch zu Obstschnaps gebrannt.

Gaertner Poetschkes Tipp: Schneide Pflaumen und Zwetschen im Sommer nach der Ernte – so ist das Risiko von Pilzkrankheiten geringer und die Wunden heilen bei warmem Wetter schneller ab.

Häufig gestellte Fragen

Sind Pflaumen und Zwetschen selbstfruchtbar?

Die meisten Pflaumensorten sind selbstfruchtbar und tragen auch ohne Befruchtersorte Früchte. Einige Sorten wie 'Hauszwetsche' sind besonders ertragreich und robust.

Was ist der Pflaumenwickler und wie bekämpft man ihn?

Der Pflaumenwickler ist ein Schmetterling, dessen Larven in die Früchte eindringen und diese zum vorzeitigen Abfallen bringen. Pheromonfallen helfen, den Schädling zu überwachen und den Lebenszyklus zu unterbrechen.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch Band III – Obst

Seiten: 61, 62, 63, 64, 65, 66

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