Würz-Tagetes anbauen: Das essbare Blühwunder

Würz-Tagetes (Tagetes lucida) stammt aus Mittelamerika und wurde bereits von den Azteken als aromatisches Würzkraut geschätzt. Ihre Blätter schmecken nach Estragon, die leuchtend gelborangefarbenen Blüten sind essbar und dekorativ zugleich. Im Garten hält sie mit ihrem intensiven Duft Schädlinge fern und bereichert gleichzeitig deine Küche mit einem besonderen Aroma.

Botanik und Herkunft der Würz-Tagetes

Die Würz-Tagetes (Tagetes lucida) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammt aus Mittelamerika, wo sie bereits von den Azteken als Würz- und Heilpflanze genutzt wurde. Die einjährigen Pflanzen haben gefiedertes, mittelgrünes Laub und gelborangefarbene, etwa 2,5 cm große Blüten. Sie bilden kleine, kompakte Büsche und werden bis zu 40 cm hoch. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Studentenblume (Tagetes patula oder T. erecta) ist die Würz-Tagetes weniger bekannt, aber kulinarisch wertvoller. Ihr Aroma erinnert an Estragon, weshalb sie auch als Winter-Estragon bezeichnet wird. Alle Pflanzenteile verströmen einen intensiven, würzigen Duft, der Insekten anzieht und gleichzeitig bestimmte Schädlinge fernhält.

Standort, Anbau und Pflege

Würz-Tagetes liebt einen sonnigen, warmen Standort mit durchlässigem, nicht zu feuchtem Boden. Als einjährige Pflanze wird sie nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freiland gepflanzt oder direkt ausgesät. Die Aussaat erfolgt ab März unter Glas oder Folie, die Keimdauer beträgt etwa ein bis zwei Wochen bei Temperaturen über 18 °C. Die Jungpflanzen werden auf etwa 25 cm Abstand vereinzelt. Würz-Tagetes ist pflegeleicht und verträgt kurze Trockenperioden gut. Regelmäßiges Entfernen verblühter Blüten fördert die Nachblüte und hält die Pflanze vital. Gedüngt wird sparsam mit einem organischen Kräuterdünger. Im Kübel oder Balkonkasten gedeiht sie ebenfalls gut, wenn der Standort sonnig genug ist.

Ernte und Verwendung in der Küche

Geerntet werden die frischen Blätter und Blüten der Würz-Tagetes von Sommer bis Herbst. Die Blätter schmecken aromatisch nach Estragon und eignen sich als Würze für Salate, Soßen, Fisch- und Geflügelgerichte. Die leuchtend gelborangefarbenen Blüten sind essbar und lassen sich als dekorative Garnitur für Salate und kalte Platten verwenden. Frisch schmecken Blätter und Blüten am besten; getrocknet verlieren sie etwas Aroma, sind aber noch verwendbar. In der Volksmedizin Mittelamerikas wurde Würz-Tagetes auch als Heilpflanze bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Im Garten hat sie zudem einen praktischen Nebeneffekt: Ihr intensiver Duft hält Schädlinge wie Weiße Fliegen und Nematoden fern, weshalb sie sich gut als Begleitpflanze im Gemüsegarten eignet.

Gaertner Poetschkes Tipp: Pflanze Würz-Tagetes als Begleitpflanze zwischen Tomaten oder Paprika – ihr intensiver Duft hält Schädlinge fern und die essbaren Blüten verschönern gleichzeitig deinen Garten.

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheidet sich Würz-Tagetes von gewöhnlichen Studentenblumen?

Würz-Tagetes (Tagetes lucida) ist speziell wegen ihrer essbaren, aromatischen Blätter und Blüten bekannt. Ihr Aroma erinnert an Estragon, weshalb sie als Winter-Estragon gilt. Gewöhnliche Studentenblumen werden hauptsächlich als Zierpflanzen kultiviert und sind kulinarisch weniger interessant.

Kann man Würz-Tagetes auch im Topf auf dem Balkon anbauen?

Ja, Würz-Tagetes gedeiht auch im Kübel oder Balkonkasten sehr gut, solange der Standort sonnig und warm ist. Der Topf sollte mindestens 20 cm Durchmesser haben und gut drainiert sein, damit keine Staunässe entsteht.

Neues Grosses Gartenbuch

Seiten: 322

Verwandte Artikel