Von allen Kopfkohlarten wächst Wirsing am schnellsten und stellt die geringsten Ansprüche – perfekt also, wenn du mit dem Gemüseanbau beginnst. Wirsing (Brassica oleracea var. sabauda), auch Wirz, Pörsch, Welschkohl oder Savoyerkohl genannt, stammt aus dem nördlichen Mittelmeerraum und wird bei uns seit dem 18. Jahrhundert kultiviert. Seine kraus gewellten, zarten Blätter und der milde Geschmack machen ihn zu einem beliebten Wintergemüse.
Aussaat und Pflanzung von Wirsing
Die Aussaat von Wirsing erfolgt ab Mitte März als Vorkultur unter Glas oder Folie. Gesät wird etwa 1 bis 2 cm tief in Aussaaterde, die gleichmäßig feucht gehalten wird. Wirsing ist praktisch ganzjährig verfügbar: Zuerst als milder Frühwirsing, später als Herbst- und Dauerwirsing. Das ideale Erntegewicht liegt mit 400 bis 1000 g deutlich unter dem der anderen Kopfkohlarten, was ihn besonders handlich macht. Vier bis fünf Wochen nach der Aussaat kannst du die Setzlinge an ihren endgültigen Standort pflanzen. Der Pflanzabstand beträgt 40 bis 50 cm, so haben die Pflanzen genügend Raum, werden gut belüftet und Krankheiten wird vorgebeugt. Wirsing wächst schneller als andere Kohlarten und ist in Bezug auf Standort und Pflege weniger anspruchsvoll.
Pflege, Düngung und Schädlingsschutz
Wirsing bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit nährstoffreichem, gleichmäßig feuchtem Boden. Regelmäßiges Jäten und Wässern bei Trockenheit sind die wichtigsten Pflegemaßnahmen. Wie alle Kohlarten ist Wirsing ein Starkzehrer und sollte während der Kultur nachgedüngt werden. Organische Dünger sind dabei besonders empfehlenswert. Typische Kohlkrankheiten und Schädlinge wie Kohlweißling, Kohlfliege und Kohlhernie können auch Wirsing befallen. Gemüsefliegen-Schutznetze, rechtzeitig ausgebracht, bieten wirksamen Schutz. Späte Sorten können auf dem Beet überwintern, da Wirsing von allen Kopfkohlarten dem Frost am besten widersteht. In diesem Fall häufelst du die Pflanzen etwas an und achtest darauf, dass keine Erde ins Innere der Köpfe gelangt.
Ernte und Lagerung von Wirsing
Wirsing kannst du bis in den Winter ernten und sicherst dir so die Versorgung mit Vitamin C in der kalten Jahreszeit. Sein feiner Geschmack ist unvergleichlich zart. Geernteter Wirsing ist nicht so lange haltbar wie Weiß- und Rotkohl; im Kühlschrank hält er sich etwa vierzehn Tage frisch. Zum Einlagern eignet er sich nicht, weil die locker geschichteten Blätter dann welken. Wirsing lässt sich jedoch gut einfrieren: Die geputzten Blätter werden kurz in kochendem Salzwasser blanchiert und dann portionsweise eingefroren. In der Küche ist Wirsing vielseitig einsetzbar – ob als Suppe, Eintopf, gefüllte Wirsingrouladen oder als Beilage zu Fleischgerichten.
Gaertner Poetschkes Tipp: Späte Wirsingsorten können im Beet überwintern – häufele die Pflanzen leicht an und achte darauf, dass keine Erde in die Köpfe gelangt, dann hast du frischen Wirsing bis ins Frühjahr.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich Wirsing von anderen Kopfkohlarten?
Wirsing hat kraus gewellte, zartere Blätter als Weiß- oder Rotkohl und einen milderen Geschmack. Er wächst schneller, ist weniger anspruchsvoll und verträgt Frost besser als alle anderen Kopfkohlarten.
Kann man Wirsing einfrieren und wie geht das am besten?
Ja, Wirsing lässt sich gut einfrieren. Dazu die geputzten Blätter kurz in kochendem Salzwasser blanchieren, abkühlen lassen und portionsweise in Gefrierbeuteln einfrieren. So hält er sich mehrere Monate.