Schaedlinge und Krankheiten bei Kraeutern bekaempfen

Schaedlinge bei Kraeutern sind seltener als bei Gemuese, denn die aromatischen Inhaltsstoffe schrecken viele Insekten und Pilze von Natur aus ab. Dennoch ist kein Kraeutergarten voellig gefeit, und wer die Pflanzen in der Kueche verwenden moechte, sollte bei der Bekaempfung auf chemische Pflanzenschutzmittel moeglichst verzichten.

Blattlaeuse, Weisse Fliege und Schildlaeuse

Blattlaeuse sind die haeufigsten Schaedlinge bei Kraeutern. Sie erscheinen meist im Fruehjahr und bilden rasch grosse Kolonien. In der Regel ist das ein kurzes Schauspiel, weil natuerliche Feinde wie Marienkaefer und Schlupfwespen die Blattlaeuse dezimieren. Sollte das nicht ausreichen, kannst du die ueblichen Abwehr- und Bekaempfungsmassnahmen einleiten. Wenn du Pflanzenschutzmittel benutzt, achte auf eine spezielle Zulassung fuer Kraeuter und Gemuese sowie auf die Wartezeiten. Die Weisse Fliege, auch Mottenschildlaus genannt, ist ein wenige Millimeter grosses, gefluegtes Insekt, das meist auf der Blattunterseite sitzt. Am haeufigsten werden Kraeuter aus der Familie der Kreuzbuetler befallen. Du kannst sie mit Klebfallen fangen oder befallene Pflanzen mit Seifenlauge abwaschen. Schildlaeuse verstecken sich unter flachen, braeunlichen Schilden an Blattunterseiten oder Staengeln. Befallene Pflanzenteile muessen abgeschnitten und entsorgt werden. Schnecken richten besonders im Fruehling grossen Schaden an jungem Austrieb an.

Pilzkrankheiten: Mehltau, Rost und Welkepilze

Kraeuter sind selten von Pilzkrankheiten befallen, aber es kann vorkommen. Die meisten Pilzerkrankungen breiten sich bevorzugt an feuchten Standorten aus. Beuge vor, indem du die Pflanzen beim Giessen nicht benetzt, sondern nur den Wurzelraum waesserst. Auch zu hohe Duengergaben koennen einen Befall beguenstigen. Einmal befallene Pflanzenteile sind nicht mehr fuer den Verzehr geeignet und werden umgehend entsorgt, nicht auf dem Kompost. Echter Mehltau erkennst du an einem pudrigen, weissen Belag auf Blaettern und Bluetenknospen. Er tritt bevorzugt in trockenen, warmen Perioden auf. Rost befaellt besonders Minzearten und Zitronenmelisse: Auf den Blaettern erscheinen braunrote Pusteln, die Pflanze kuemmert und beginnt zu welken. Meist genuegt es, befallene Pflanzen bodeneben zurueckzuschneiden, der Neuaustrieb ist dann meist wieder gesund. Welkepilze treten auf, wenn mediterrane Kraeuter zu feucht stehen.

Vorbeugung: So bleibt das Kraeuterbeet gesund

Die beste Strategie gegen Schaedlinge und Krankheiten ist die Vorbeugung. Waehle fuer mediterrane Kraeuter wie Rosmarin, Thymian und Salbei einen sonnigen, gut durchluefteten Standort mit durchlaessigem Boden. Staunaesse ist der haeufigste Ausloeser fuer Pilzkrankheiten. Giesse immer von unten und vermeide es, die Blaetter zu benetzen. Kontrolliere deine Kraeuter regelmaessig, damit du einen Befall fruehzeitig erkennst und eingreifen kannst, bevor sich Schaedlinge stark vermehren. Natuerliche Feinde wie Marienkaefer, Schwebfliegen und Schlupfwespen sind wertvolle Helfer im Kraeutergarten. Foerdere sie durch eine vielfaeltige Bepflanzung und den Verzicht auf chemische Mittel. Mischkulturen mit verschiedenen Kraeutern koennen ebenfalls dazu beitragen, Schaedlinge fernzuhalten, da die aetherischen Oele vieler Kraeuter abschreckend wirken.

Gaertner Poetschkes Tipp: Kraeuter sind meist gesund und widerstandsfaehig, weil ihre aromatischen Inhaltsstoffe Schaedlinge abschrecken. Regelmaessige Kontrolle und ein guter Standort sind der beste Schutz.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich Kraeuter mit Pflanzenschutzmitteln behandeln und trotzdem essen?

Wenn du Kraeuter in der Kueche oder als Tee verwenden moechtest, solltest du auf chemische Pflanzenschutzmittel moeglichst verzichten. Ist ein Einsatz unumgaenglich, achte auf eine Zulassung fuer Kraeuter und Gemuese und halte die vorgeschriebenen Wartezeiten ein.

Wie erkenne ich Spinnmilbenbefall bei Kraeutern?

Spinnmilbenbefall erkennst du an feinen Gespinsten ueber den Blaettern und an einer silbrig-fleckigen Verfaerbung. Regelmaessiges Abduschen der Pflanzen mit kaltem Wasser beugt einem Befall vor und vertreibt die Milben zuverlaessig.

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