Salatarten anbauen und pflegen

Frischer Salat aus dem eigenen Garten schmeckt unvergleichlich besser als gekaufter – und mit der richtigen Sortenauswahl kannst du das ganze Jahr über ernten. Von knackigem Kopfsalat über praktischen Schnittsalat bis hin zu winterhartem Zichoriensalat: Jede Salatart hat ihre Besonderheiten und ihren idealen Anbauzeitpunkt. Mit Folgesaaten alle zwei bis drei Wochen sorgst du für eine kontinuierliche Ernte ohne Engpässe.

Eigenschaften und Sorten

Es gibt verschiedene Salatarten: Kopf-, Schnitt-, Pflück-, Zichoriensalat sowie Endivien- oder Bindesalat. Der Kopfsalat ist der beliebteste Salat. Um ihn den ganzen Sommer über zu haben, musst du alle 14 Tage bis drei Wochen frisch aussäen. Es genügt, da Salat sehr feinsamig ist, oft eine kleine Prise Samen. Bei der Bestellung ist es ratsam, gleich drei Sorten zu bestellen: Früh-, Sommer- und Wintersalat. Da Salatsamen mehrere Jahre keimfähig bleiben, können Samenreste ohne Bedenken für das nächste Jahr aufgehoben werden. Frühsalat kannst du so zeitig wie möglich, aber ganz dünn, säen. Wer gern Treibsalat selbst ernten möchte und dazu ein Fenster im Frühbeet frei hat, der pflanze die Sorte „Maikönig“ auf 25 cm Entfernung. Als Zwischenkultur kannst du je zwei Korn Radies „Saxa“ zwischen Pflanzen und Reihen legen. Später bringst du Treibgurken darauf. Als ersten Freilandsalat nimmst du ebenfalls die Sorte „Maikönig“. Die Pflanzen hierzu hast du dir herangezogen und gleichzeitig auch eine Sommer-Salatsorte ausgesät, die du dann mit dem „Maikönig“ pflanzt. Auf diese Art hast du bald nach dem Frühbeetsalat auch den ersten Freilandsalat, und nach diesem den ersten Sommersalat. Ist im Herbst Wintersalat gepflanzt worden, wirst du diesen nach dem Frühsalat ernten können. Oft wirst du beobachtet haben, dass ein ganzes Beet Frühsalat geschossen ist, ein Zeichen, dass ohne Bedacht zu viel „Maikönig“ gepflanzt wurde. Darum beherzige den oben angegebenen Wink der Folgesaaten, und du wirst weniger Schosser und mehr und länger Salat für die Küche zur Verfügung haben. Bis Anfang Juli säst du Sommersalat und bis in den Herbst hinein hast du fertigen Salat für die Küche. Sind ständig Salatpflanzen zur Hand, kannst du sie stets als Zwischenfrucht verwenden oder auf leere Beete pflanzen. Die Pflanzweite beträgt allseitig 25 cm, späte Sorten 30 cm. Achte besonders darauf, dass die Pflanzen hoch gepflanzt werden. Interessantes vom Salat: 1 g Salat enthält 600 bis 800 Körner. Die Saat läuft nach sieben bis acht Tagen auf, sie bleibt drei bis vier Jahre keimfähig. Man rechnet pro qm Aussaatfläche 1 g Samen. Saattiefe 0,5 cm. Der Durchschnittsertrag liegt bei 10 bis 15 Köpfen pro qm je Sorte. Im Salat sind Vitamine A, B1, C und E reichlich vorhanden. 100 g Salatblätter enthalten zwölf Kalorien. Die Wachstumszeit beträgt acht bis zehn Wochen, je nach Sorte. Eine Normalernte entzieht einem qm Boden an Reinnährstoffen: 4 g Stickstoff, 2,5 g Phosphor, 5 g Kali und 3 g Kalk. Sorten: „Maikönig“ ist eine frühe Sorte, die sich auch für das Frühbeet zum Treiben und als frühester Freilandsalat gleich gut eignet. Er hat eine grünlichgelbe Farbe und schießt sehr leicht bei späterem Anbau. Hitzebeständiger ist der „Braune Trotzkopf“, eine alte bekannte Sorte von grünbrauner Farbe, die trotz Bereinigung des Riesen-Salatsortiments heute noch immer ungezählte Freunde hat. „Kagraner Sommer 2″ ist ein besonders zu empfehlender Sommersalat. Er bildet selbst unter ungünstigen Witterungsverhältnissen gleichmäßige und schöne Köpfe, die trotz großer Hitze sehr lange stehen, ohne zu schießen. Eine gute Wintersalatsorte ist „Maiwunder“, sie ist winterhart und bringt große Köpfe. Die Düngung: Stalldünger braucht Salat nicht. Die Düngung des Salats geschieht am zweckmäßigsten 14 Tage vor dem Pflanzen mit „Pflanzenfutter Fruchtgarten“. Willst du dem Wintersalat etwas Gutes tun, so gib ihm Anfang März den gleichen Dünger als Kopfdüngung. Der Wintersalat: Im August bis September kannst du mit der Aussaat beginnen. Bitte mache jedoch zwei Folgesaaten, da mitunter erst die letzte Aussaat die besten Pflanzen liefert, je nachdem, wie der Herbst sich anlässt. Der Rest des Samens kann Ende September gleich an Ort und Stelle in Reihen ausgesät und im Frühjahr verzogen werden.

Aussaat und Anbau

Das sichert oft eine gute Ernte, wenn die anderen beiden Aussaaten unter ungünstiger Witterung zu leiden hatten. Obwohl er winterhart ist, liebt er doch etwas Schutz in einer Bodenfurche. Bitte ziehe etwa 15 cm tiefe Gräben in Ost-West-Richtung und pflanze ihn da hinein. Das geschieht weniger wegen des Frostes, es ist vielmehr eine Maßnahme gegen die Wintersonne, die ihm schadet, wenn sie den Schnee wegleckt und den Boden teilweise auftaut. Nur in besonders kalten Gegenden ist etwas Deckreisig als Winterschutz nötig. Der Schnittsalat: Man kennt ihn auch als Stechsalat. Er bildet nämlich keine Köpfe, und du kannst ständig seine Blätter zur Salatzubereitung verwenden. Die Aussaat kann ab Mitte März beginnen. Wenn du alle vier Wochen Folgesaaten machst, hast du den ganzen Sommer über frische, zarte Blätter zur Verfügung, da er nur etwa fünf Wochen bis zum ersten Schnitt benötigt. Er ist mit seiner Rolle als Lückenbüßer ohne weiteres zufrieden und begnügt sich auch als Weg- oder Beeteinfassung, wenn du kein ganzes Beet allein für ihn opfern möchtest. Bereits nach 40 Tagen ist er erntefertig. Hühnerhalter haben ihn ebenfalls gern in ihrem Garten, da er auch den Eierlegern willkommen ist. Bitte rechne 2 g Samen pro qm. Mache Reihen in 15 cm Abstand und überlass alles andere dem Schnittsalat selbst. Der Pflücksalat: Auch als sogenannter „Rupfsalat“ ist er bekannt. Für ihn trifft das von den anderen Salatarten Gesagte auch zu, nur wird er nicht geschnitten, sondern gepflückt. Pflücke alle seine jungen Blätter immer ab, nur den Herztrieb nicht, da du der Pflanze sonst das Lebenslicht ausbläst. Lange Zeit über kannst du vom Pflücksalat Salatblätter ernten. 20 cm Reihenabstand ist gerade ausreichend. Er wird je nach Sorte 30 bis 60 cm hoch und ist bereits nach sechs Wochen pflückfertig. Die Sommerendivie: Auf den gleichen Boden wie den Salat kannst du sie ab März aussäen, verziehen oder verpflanzen, ganz wie es dir beliebt. Achte jedoch auf 25 x 25 cm Pflanzenabstand und behandele sie ansonsten genauso wie den Kopfsalat. 14 Tage vor dem Gebrauch bindest du die Blätter zum Bleichen zusammen, was möglichst bei trockenem Wetter geschehen soll, da sonst das Innere fault. Es werden stets nur einige Pflanzen, dem jeweiligen Bedarf entsprechend, gebleicht. Nach 85 Tagen ist sie erntereif. Die Winterendivie: Du säst sie im Juni/Juli aus und pflanzt sie später auf leergewordene Beete als Nachfrucht auf 30 x 30 cm aus. Sobald das ganze Beet von den Blättern überdeckt ist, kannst du mit dem Bleichen beginnen, indem du immer einen Teil hochbindest. Nach vierzehn Tagen ist das Bleichen beendet, und sie sind genussfertig. Aber immer bei trockenem Wetter hochbinden! Wer sie im Keller einschlagen will, tue das bitte nur, wenn sie trocken geerntet wurden und du für trockenen Sand gesorgt hast. Sie werden dann in gebundenem Zustand eingeschlagen. Der Zichoriensalat (Chicorée): Er versorgt die Küche im Winter mit Salat, wenn du ab Mai bis Juni aussäst und auf einen Reihenabstand von 25 cm achtest. Achte aber bitte unbedingt darauf, dass er in der Reihe 15 cm Platz hat, damit er recht kräftige Wurzeln bilden kann. Im Spätherbst holst du die Wurzeln heraus, nimmst die Außenblätter vorsichtig ab, sodass nur noch die Herzblätter verbleiben. Jetzt schlägst du die Zichorienwurzel in eine mit feuchtem Sand gefüllte Kiste im dunklen Keller vorsichtig ein. Wie gesagt, dunkel muss der Keller sein, damit der Zichoriensalat schön bleichen kann. Es dauert gar nicht lange, dann beginnt er erneut auszutreiben und liefert dir schmackhaften, vitaminreichen Salat den ganzen Winter über. Achte aber immer darauf, dass seine Herzblätter geschont werden.

Ernte und Verwendung

Du kannst auch seinen Schopf abschneiden, wenn er 15 bis 20 cm hochgetrieben ist, aber dann gibt es nichts zum Nachernten. Wenn man den bitteren Geschmack nicht mag, muss man den Strunk keilförmig herausschneiden. Die Wurzeln werden vom Kleinvieh gern gefressen. Der Salat in der Küche: Grüner Salat ist der große Vitaminspender des Menschen im Sommer. Du kennst Salat in vielerlei Arten, und alle sind sie schmackhaft. Heute sind sie kaum mehr von unserem Speisezettel wegzudenken. Es sind: Kopf-, Schnitt-, Pflück-, Endivien-, Zichoriensalat, Rapünzchen, Kresse usw. Jeder Gaumen liebt den Salat anders, der eine süß, der andere sauer, der dritte wieder süßsauer und so weiter. Das richtige Salatrezept für deine Familie hast du ja nun sicherlich schon selbst herausgefunden. Du weißt auch, dass du bei Personen mit schwachem Magen den Essig durch Zitronensaft ersetzen kannst, weißt auch, dass er durch zu langes Stehen leidet und immer erst kurz vor der Mahlzeit angerichtet werden soll. Hast du aber schon einmal den Essig von eingemachten Pfeffergurken dazu verwendet? Versuche es einmal! Lange Zeit im Wasser gelegener Salat wird niemals so gut schmecken wie frisch vor der Mahlzeit gewaschener und zubereiteter Salat! Abfälle bei der Salatzubereitung kannst du den Hühnern vorwerfen. Die Salatkräuter: Etwas Würze durch unsere heimischen Kräuter muss an jeden Blättersalat kommen, dadurch wird er pikanter und der Geschmack wird besser. Was haben wir nun als Salatwürze? Schnittlauch, Zwiebelschlotten, Petersilie, Estragon, Zitronenmelisse, Kerbel, Pimpernelle, Gurkenkraut, Gartenkresse und Dill. Kopfsalatzubereitung: Du entfernst vom Salat die äußeren rauen Blätter, schneidest den Strunk ab und von den größeren Blättern auch die unteren Rippen. Jetzt wird er zerpflückt, möglichst in nicht zu kleine Stücke und kurz gewaschen, wobei darauf zu achten ist, dass er nicht zu lange im Wasser liegen bleibt. In einer Serviette wird er ausgeschwenkt, damit er ohne Wasserreste ist. Kurz vor der Zubereitung erhält er etwas Salz, Essig (Zitronensaft), Öl, wird gut gemischt, bekommt zuletzt die Würzkräuter sowie eine Prise Zucker zugesetzt. Dann bleibt er 15 Minuten stehen, um anschließend serviert zu werden. Praktische Hausfrauen machen gleich für die ganze Woche die Soße auf Vorrat und bewahren sie im Kühlschrank auf. Kopfsalat mit Speck: Du bereitest den Salat wie oben beschrieben zu und gibst ihm noch etwas zu Würfeln geschnittenen, hellbraun gebratenen Speck hinzu, der über den Salat hinweggegossen wird. Dazu kommt eine feingehackte Zwiebel. Kopfsalat in saurer Sahne: In dicke saure Sahne verquirlst du Essig, Zucker, Salz und Pfeffer, gibst den verlesenen und gewaschenen Salat hinzu, mischst gut und lässt ihn 15 Minuten ziehen. Vor dem Servieren fügst du die Würzkräuter bei, dazu möglichst etwas Gartenkresse. Salatsoße aus Quark: Du schlägst eine entsprechende Menge Quark, dem du etwas Milch und Zucker zugesetzt hast, machst den Salat mit Öl und Essig (Zitronensaft) an, gibst eine Prise Salz und die Kräuter dazu. Die Soße wird dünn über den Salat geschüttet. Welken Salat wieder frisch machen: Du legst welk gewordenen Salat in frisches Wasser und lässt ihn nur so lange darin, bis er wieder frisch ist. Niemals länger! Salatsoßen: Du kannst nach vielerlei Arten und Rezepten verschiedene, jedem Gaumen gerecht werdende Salatsoßen anrichten. Im Grundprinzip bleibt sie immer die gleiche. Ich zähle nur einige verschiedene Soßen auf: Salatsoße mit Senf, mit Äpfeln und Meerrettich, mit Buttermilch, mit Mayonnaise, mit Kräutern, mit geriebenem Käse, mit Tomatenpüree, mit Bratensoße usw. Du siehst, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Gaertner Poetschkes Tipp: Säe alle 14 Tage bis drei Wochen eine kleine Portion Salat nach, statt einmal ein ganzes Beet anzulegen. So vermeidest du, dass der Frühsalat „Maikönig“ komplett schießt, bevor du ihn ernten kannst, und hast stattdessen den ganzen Sommer über frischen, knackigen Salat.

Häufig gestellte Fragen

Wie sorge ich dafür, dass ich den ganzen Sommer über frischen Kopfsalat habe?

Um den ganzen Sommer über Kopfsalat zu ernten, solltest du alle 14 Tage bis drei Wochen eine neue Aussaat vornehmen. Bestelle am besten gleich drei Sorten: Früh-, Sommer- und Wintersalat, um eine lückenlose Ernte zu gewährleisten.

Was sind die Unterschiede zwischen Kopfsalat, Schnittsalat und Pflücksalat?

Kopfsalat bildet feste Köpfe und wird komplett geerntet. Schnittsalat bildet keine Köpfe und kann nach etwa fünf Wochen geschnitten werden. Pflücksalat wird nicht geschnitten, sondern du pflückst fortlaufend die jungen Blätter ab, während der Herztrieb weiterwächst und neue Blätter bildet.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 92

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