Rosmarin anbauen: Pflege, Schnitt und Überwinterung

Rosmarin anbauen gelingt am besten an einem sonnigen, geschützten Standort: Der immergrüne, verholzende Strauch aus der Familie der Lippenblütler ist eines der beliebtesten Würzkräuter und bereichert den Garten das ganze Jahr mit aromatischen Nadelblättern. In kalten Regionen empfiehlt sich die Kultur im Kübel, damit die Pflanze bei strengem Frost in Sicherheit gebracht werden kann.

Botanik und Eigenschaften des Rosmarin

Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist ein immergrüner, verholzender Strauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und stammt aus dem Mittelmeerraum. Die Pflanze hat schmale, nadelförmige, dunkelgrüne Blätter mit silbrig-grauer Unterseite und verströmt einen intensiven, harzigen Duft. Im Frühjahr und Sommer erscheinen kleine, blauviolette Blüten, die Bienen und andere Insekten anlocken. Je nach Sorte wird Rosmarin 50 bis 150 cm hoch und bildet aufrechte oder kriechende Wuchsformen. Auch die Blüten des Rosmarin enthalten viele Wirkstoffe und können verwendet werden. Die Zeit der Blüte ist die ideale Zeit, um Rosmarin zu ernten und zu trocknen.

Standort, Pflege und Winterschutz

Rosmarin liebt volle Sonne und einen durchlässigen, trockenen, kalkhaltigen Boden. Staunässe verträgt er überhaupt nicht. In sehr rauen Regionen empfehle ich die Kultur von Rosmarin im Kübel, bei strengem Frost können die Pflanzen dann einfach in Sicherheit gebracht werden. Bei Temperaturen unter minus 10 Grad Celsius kann es zu Schäden bis hin zum Absterben der Pflanze kommen, hier ist ein Winterschutz aus Koniferenreisig hilfreich. Wenn du Rosmarin aus Samen ziehen willst, säst du ihn am besten im Frühjahr ab März unter Glas oder Folie aus, alternativ kannst du auch ab Mitte April ins Frühbeet säen. Die Keimdauer beträgt 2 bis 3 Wochen. Ab Mitte Mai pflanzt man die Jungpflanzen mit einem Pflanzabstand von 40 bis 60 cm ins Freiland.

Ernte und Verwendung in der Küche

Geerntet werden die frischen Triebspitzen und Blätter das ganze Jahr über, da Rosmarin immergrün ist. Das Aroma ist am intensivsten kurz vor und während der Blüte. Getrockneter Rosmarin behält sein Aroma sehr gut. In der Küche ist Rosmarin unverzichtbar für Lammgerichte, Bratkartoffeln, Focaccia und mediterrane Gerichte. Er passt zu Fleisch, Fisch, Gemüse und Marinaden. Als Heilpflanze wirkt Rosmarin durchblutungsfördernd, verdauungsanregend und antibakteriell. Ein Rosmarinbad belebt und erfrischt. Im Garten ist Rosmarin eine wertvolle Bienenweide und lockt zahlreiche Insekten an.

Gaertner Poetschkes Tipp: Ich empfehle, Rosmarin in kalten Regionen im Kübel zu ziehen, damit du ihn bei strengen oder lang anhaltenden Frösten rechtzeitig in Sicherheit bringen kannst.

Häufig gestellte Fragen

Wie überwintere ich Rosmarin in kalten Regionen sicher?

In milden Regionen genügt ein Winterschutz aus Koniferenreisig. In rauen Lagen empfehle ich die Kultur im Kübel: Im Herbst wird der Kübel an einen hellen, frostfreien Ort gestellt, zum Beispiel ins Treppenhaus oder in einen kühlen Wintergarten. Gegossen wird im Winter sehr sparsam.

Kann man Rosmarin auch aus Stecklingen vermehren?

Ja, Rosmarin lässt sich sehr gut durch Stecklinge vermehren. Dazu im Sommer halbverholzte Triebe von 8 bis 10 cm Länge schneiden, die unteren Blätter abstreifen und in sandige Anzuchterde stecken. Bei gleichmäßiger Feuchtigkeit und Wärme bilden sich innerhalb von 4 bis 6 Wochen Wurzeln.

Neues Grosses Gartenbuch

Seiten: 336

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