Rosenkohl anbauen: Aussaat, Pflege und Ernte

Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera) zählt zu den wertvollsten Wintergemüsen und versorgt dich von September bis März mit frischen Vitaminen. Der auch als Sprossenkohl bekannte Kohl bildet einen 60 bis 70 cm hohen Stängel, an dem im Herbst spiralig aufsteigend kleine, runde Blattröschen mit einem Durchmesser von 10 bis 50 mm wachsen. Erstmals wurde er gegen Ende des 16. Jahrhunderts in der Umgebung von Brüssel angebaut, daher nannte man ihn früher auch Brüsseler Kohl.

Aussaat und Pflanzung von Rosenkohl

Die Aussaat von Rosenkohl erfolgt ab März als Vorkultur unter Glas oder Folie. Vier bis fünf Wochen nach der Aussaat kannst du die Setzlinge an ihren endgültigen Standort pflanzen. Herbstsorten kommen ab Mitte Mai in den Garten, Wintersorten bis Mitte Juni. Der Pflanzabstand beträgt 50 x 50 cm, so haben die Pflanzen genügend Raum, werden gut belüftet und Krankheiten wird vorgebeugt. Manche Rosenkohlsorten wachsen recht hoch; eventuell musst du sie dann mit einem Stab stützen. Geerntet wird, sobald die Röschen etwa drei Zentimeter dick sind. Rosenkohl bevorzugt einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem, tiefgründigem und gleichmäßig feuchtem Boden.

Pflege, Düngung und Schädlingsschutz

Regelmäßiges Jäten und Wässern bei Trockenheit sind die wichtigsten Pflegemaßnahmen. Etwa einen Monat nach der Pflanzung häufelst du die Stiele der Pflanzen an, um die Standfestigkeit zu verbessern. Rosenkohl ist ein Starkzehrer und braucht während der langen Kulturzeit ausreichend Nährstoffe. Empfehlenswert sind ausgewogene Volldünger oder organische Bio-Naturdünger. Zur Verbesserung von Ertrag und Qualität kannst du die Triebspitze der Pflanzen im August einkürzen, das fördert die Entwicklung gleichmäßig großer Röschen. Typische Kohlkrankheiten und Schädlinge wie Kohlweißling, Kohlfliege und Kohlhernie können auch Rosenkohl befallen; Schutznetze helfen wirksam.

Ernte und Verwendung von Rosenkohl

Die Ernte beginnt ab Mitte September und zieht sich bis in den Winter. Geerntet werden die Röschen von unten nach oben, wenn sie fest und etwa drei Zentimeter groß sind. Frost verbessert den Geschmack von Rosenkohl deutlich, da er die Bitterstoffe abbaut. Rosenkohl ist reich an Vitamin C, Folsäure und sekundären Pflanzenstoffen. In der Küche wird er gedünstet, gebraten oder als Beilage zu Fleischgerichten serviert. Wenn du Rosenkohl einfrieren möchtest, blanchiere die Röschen kurz in kochendem Salzwasser und friere sie dann portionsweise ein. So hält er sich mehrere Monate.

Gaertner Poetschkes Tipp: Kürze die Triebspitze von Rosenkohl im August ein – das fördert die Entwicklung gleichmäßig großer Röschen und verbessert Ertrag und Qualität der Ernte deutlich.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist Rosenkohl erntereif und wie erkennt man den richtigen Zeitpunkt?

Rosenkohl ist erntereif, wenn die Röschen fest und etwa drei Zentimeter groß sind. Die Ernte beginnt ab Mitte September von unten nach oben. Nach dem ersten Frost schmecken die Röschen milder und aromatischer.

Warum sollte man die Triebspitze von Rosenkohl einkürzen?

Das Einkürzen der Triebspitze im August lenkt die Energie der Pflanze in die Röschen und fördert deren gleichmäßige Entwicklung. So werden die Röschen größer und reifen gleichzeitiger.

Gärtner Pötschkes Neues Großes Gartenbuch

Seiten: 274, 275

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