Porree anbauen: Aussaat, Standort und Pflege

Porree anbauen lohnt sich das ganze Jahr: Geeignete winterharte Sorten können auf den Beeten überwintern und füllen die Erntelücke zwischen den letzten Blattgemüsen im Herbst und den ersten Salaten im Frühjahr. In Norddeutschland nennt man ihn Porree (Allium porrum), in Süddeutschland Lauch – doch überall ist er ein beliebtes Herbst- und Wintergemüse mit vielen Vitaminen.

Standort, Aussaat und Pflanzung von Porree

Porree braucht nicht so viel Wärme wie Zwiebeln, Schalotten oder Knoblauch, aber auf jeden Fall einen sonnigen bis leicht halbschattigen Standort und tiefgründigen, lockeren, humusreichen Boden ohne Staunässe. Die Aussaat sollte wegen der langen Kulturdauer besonders bei Sommersorten bereits früh im Jahr unter Glas oder im Frühbeet erfolgen. Ab Ende Februar sät man die Sommersorten 0,5 bis 1 cm tief in Reihen in Aussaaterde, die Temperatur sollte mindestens 15 Grad Celsius betragen. Sobald die Sämlinge kräftig genug sind, sollte man sie pikieren. Ins Freiland pflanzt man die Jungpflanzen frühestens ab Ende März, nachdem man sie vorsichtig abgehärtet hat. Vor dem Pflanzen werden die Wurzeln auf 2,5 cm und die Blätter auf 15 bis 20 cm eingekürzt. Gepflanzt wird in Reihen mit einem Abstand von 30 cm, der Abstand innerhalb der Reihe beträgt 15 cm. Porree eignet sich sehr gut für die Mischkultur: Gute Nachbarn sind Möhren, Sellerie, Tomaten, Salat, Kohlarten und Erdbeeren.

Nährwert und Verwendung von Porree

Porree wird roh, häufiger aber gekocht zu vielerlei Gerichten verarbeitet. Er gehört unverzichtbar zum Suppengemüse, bereichert Eintöpfe und Aufläufe, kann gedünstet und gebraten werden und ist dazu sehr gesund: Er enthält viele Vitamine – darunter B1, B2, C, E und Karotin – sowie Mineralstoffe und wertvolle ätherische Öle. Gegessen werden die unteren, bleichen Pflanzenteile, die oberen, grünen Teile ergeben noch ein prima Suppengewürz und sollten nicht weggeworfen werden. Porree ist ein Mittelzehrer, der auf den Beeten den Starkzehrern folgt. Er gilt als Bodengesundungspflanze, weil er den Boden in besonders gutem Zustand hinterlässt und deshalb ein guter Vorgänger für andere Kulturen ist. In der Hauptwachstumszeit braucht Porree eine zwei- bis dreimalige Kopfdüngung mit einem Volldünger.

Gaertner Poetschkes Tipp: Werfen Sie die grünen Porree-Blätter nicht weg – sie ergeben ein hervorragendes Suppengewürz und enthalten genauso viele Vitamine wie die weißen Schäfte.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sommer-, Herbst- und Winterporree?

Sommerporree hat dünnere Schäfte und wird ab Juli geerntet. Herbstporree ist kräftiger und wird von September bis in den Winter geerntet. Winterporree ist frosthart, kann auf dem Beet überwintern und wird bis ins Frühjahr geerntet. Mit dem richtigen Sortenmix kann man fast das ganze Jahr Porree ernten.

Warum gilt Porree als Bodengesundungspflanze?

Porree hinterlässt den Boden in besonders gutem Zustand, da er den Boden lockert und mit seinen Wurzeln gut durchlüftet. Er ist daher ein guter Vorgänger für viele andere Kulturen und wird in der Fruchtfolge gerne als Zwischenkultur eingesetzt.

Gärtner Pötschkes Neues Großes Gartenbuch – Band II: Gemüse und Kräuter (2011)

Seiten: 244

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