Kräuter aussäen und auspflanzen: Schritt für Schritt

Kräuter aussäen ist nicht nur die preiswerteste Art, einen Kräutergarten anzulegen, sondern macht auch viel Spaß, wenn man zusehen kann, wie aus winzigen Samenkörnern prächtige Pflanzen werden. Bevor Kräuter im Beet ausgesät oder ausgepflanzt werden können, muss der Boden entsprechend vorbereitet werden – die Mühe lohnt sich, denn dann gedeihen die Kräuter besser und man braucht viel weniger Zeit für das Jäten lästiger Unkräuter.

Bodenvorbereitung für das Kräuterbeet

Die meisten Kräuter wollen einen gut durchlässigen, leichten Boden, der sich im Frühjahr rasch erwärmt. Stark verdichtete Böden werden etwa zwei Spaten tief umgegraben und dabei alle Wurzeln von mehrjährigen Unkräutern wie Ackerwinden, Giersch und Brennnesseln entfernt. Je gründlicher dies erfolgt, desto weniger Ärger hat man später mit unerwünschten Gästen im Kräuterbeet. Ist der Boden nicht von Natur aus leicht und durchlässig, sollte man Sand und organisches Material wie Kompost einarbeiten, aber ohne zu viele Nährstoffe zuzuführen. Vor allem ein Übermaß an Stickstoff führt dazu, dass die Kräuter weich und aromatarm werden. Ein nährstoffarmer, gut drainierter Boden fördert dagegen die Bildung ätherischer Öle und damit das Aroma der Kräuter.

Aussaat in Saatschalen oder direkt ins Freiland

Die Aussaat in Saatschalen hat in der Regel mehr Erfolg als die Direktsaat im Freiland, und die meisten Kräuter lassen sich durch eine Vorkultur in der Schale, im Frühbeet oder auf der Fensterbank heranziehen. Der Vorteil besteht darin, dass man Temperatur und Feuchtigkeit besser kontrollieren kann. Manche Kräuter sind Lichtkeimer: Die Saat darf also nicht oder nur hauchdünn mit Erde bedeckt werden, sonst wartet man vergeblich auf das Auflaufen der Samen. Bei der Direktsaat im Freiland kann es vorteilhaft sein, eine Markiersaat mit Radieschen vorzunehmen und einige Radieschensamen unter die Kräutersamen zu mischen. Die rasch keimenden Radieschensamen zeigen schon nach wenigen Tagen, wo sich die Kräutersaat befindet, so kann man gezielter gießen und zwischen den Reihen hacken, ohne aus Versehen Keimlinge statt Unkraut zu jäten.

Jungpflanzen kaufen und einpflanzen

Viele Gartenfreunde kaufen im Frühjahr pflanzfertige Kräuter im Fachhandel oder auf dem Wochenmarkt. Ein solcher Kauf lohnt sich vor allem bei den mehrjährigen Kräutern; Einjährige sollte man immer aussäen, denn gekaufte Ware wächst oft nur schlecht an und beginnt rasch zu blühen. Beim Kauf von Kräutern in Töpfchen gilt: Nur gesunde Pflanzen, die frei von Schädlingen und Krankheiten sind, dürfen in den Garten. Die Wurzeln der Pflanzen müssen gesund sein, also weder verfilzt noch faulig. Die Pflanzen müssen stabil und fest in den Töpfen stehen und einen gleichmäßigen Wuchs sowie gesundes Laub haben. Auch vorgezogene Pflanzen müssen erst langsam an die Bedingungen im Freiland angepasst werden, also nicht zu früh in die pralle Sonne setzen.

Gärtner Pötschkes Tipp: Mische bei der Direktsaat von Kräutern einige Radieschensamen darunter – die rasch keimenden Radieschen zeigen dir, wo die Kräutersaat liegt, und du kannst gezielter gießen und jäten.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Lichtkeimer und welche Kräuter gehören dazu?

Lichtkeimer brauchen Licht zum Keimen und dürfen nicht oder nur hauchdünn mit Erde bedeckt werden. Zu den Lichtkeimern unter den Kräutern gehören Majoran, Thymian, Oregano und Basilikum.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Kräuter-Jungpflanzen zu kaufen und einzupflanzen?

Kräuter-Jungpflanzen kauft man am besten ab April, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Frostempfindliche Arten wie Basilikum dürfen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie.

Gärtner Pötschkes Neues Großes Gartenbuch

Seiten: 292, 293, 294

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