Pilze im Garten anbauen: Grundlagen der Pilzzucht

Frische Champignons, Austernpilze oder Shiitake aus dem eigenen Garten – die Pilzzucht gelingt auf Holz, Stroh oder speziellem Substrat und liefert dir über viele Monate köstliche Speisepilze. Der Anbau ist einfacher als gedacht und funktioniert im Freien ebenso wie im Keller.

Pilze als eigenständiges Naturreich

Pilze bilden neben Tieren und Pflanzen ein eigenständiges Reich in der Natur. Im Gegensatz zu Pflanzen besitzen sie kein Chlorophyll und können keine Photosynthese betreiben. Stattdessen ernähren sie sich von organischem Material, das sie zersetzen. Was wir als Pilz sehen, ist nur der Fruchtkörper, der eigentliche Organismus besteht aus einem feinen Geflecht von Fäden, dem Myzel, das im Substrat wächst. Die Vielfalt reicht von Einzellern wie Hefen über Schimmelpilze bis zu den großen Speisepilzen. Zahlreiche Pilzarten kennst du als Schädlinge, etwa Mehltau oder Rost, doch viele Arten sind wertvolle Speisepilze, die du selbst kultivieren kannst.

Geeignete Pilzarten für den Hausgarten

Nicht alle Speisepilze lassen sich züchten, aber das Angebot ist reichhaltig. Zu den beliebtesten Zuchtpilzen zählen Champignons, Austernpilze, Shiitake, Kräuterseitlinge und Braunkappen. Champignons wachsen auf speziellem Kompostsubstrat und eignen sich für den Anbau im Keller. Austernpilze und Shiitake gedeihen auf Holzstämmen oder Strohballen im Freien. Braunkappen lassen sich auf Strohbeeten im Garten kultivieren. Fertige Pilzbrut-Sets erleichtern dir den Einstieg und liefern bereits nach wenigen Wochen die erste Ernte, sodass du schnell Erfolgserlebnisse hast.

Substrat, Impfung und Ernte

Das Substrat muss zur jeweiligen Pilzart passen. Holzbewohnende Pilze wie Shiitake und Austernpilze werden auf frisch geschlagenen Laubholzstämmen gezüchtet, die mit Pilzbrut geimpft werden. Strohbewohnende Arten wie Braunkappen wachsen auf feuchtem, gehäckseltem Stroh. Champignons benötigen speziellen Pferdemistkompost. Nach dem Impfen braucht das Myzel je nach Art einige Wochen bis Monate, um das Substrat zu durchwachsen. Die Ernte erfolgt, wenn die Fruchtkörper ihre sortentypische Größe erreicht haben. Schneide die Pilze mit einem scharfen Messer ab, um das Myzel nicht zu beschädigen und weitere Erntewellen zu ermöglichen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es vom Impfen bis zur ersten Pilzernte?

Das hängt von der Pilzart ab. Austernpilze auf Stroh liefern oft schon nach sechs bis acht Wochen die erste Ernte. Shiitake auf Holzstämmen braucht sechs bis zwölf Monate, bis die ersten Fruchtkörper erscheinen. Champignon-Fertigkulturen tragen bereits nach drei bis vier Wochen.

Kann man Pilze auch auf dem Balkon züchten?

Ja, fertige Pilzbrut-Sets eignen sich hervorragend für den Balkon. Austernpilze und Kräuterseitlinge wachsen in Säcken oder Eimern an einem schattigen, geschützten Platz. Wichtig ist gleichmäßige Feuchtigkeit und eine Temperatur zwischen 10 und 20 Grad Celsius.

Gaertner Poetschkes Neues Grosses Gartenbuch

Seiten: 158, 159, 160

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