Koriander anbauen: Gewürz- und Heilpflanze mit vielseitigen Samen

Koriander anbauen ist unkompliziert und lohnend – die einjährige Gewürzpflanze mit dem botanischen Namen Coriandrum sativum wird 40 bis 60 cm hoch und ist wenig anspruchsvoll. Die aromatischen Samen werden als Wurst- und Küchengewürz, zur Pfefferkuchenbäckerei und in der Likörherstellung verwendet, und in der Volksmedizin wirkt Koriander magenstärkend und blähungstreibend.

Aussaat und Pflege von Koriander im Garten

Im April säst du Koriander in 20 bis 30 cm voneinander entfernten Reihen aus. Später gibst du jeder Pflanze 10 bis 15 cm Raum durch Auslichten der Saat. Anfangs ist die Aussaat gut feucht zu halten, damit die Keimung zügig verläuft. Koriander bevorzugt einen sonnigen, warmen Standort mit durchlässigem Boden. Die Pflanze ist einjährig und bildet im Sommer weiße bis rosafarbene Doldenblüten. Die Pflege beschränkt sich auf gelegentliches Gießen bei Trockenheit und Jäten von Unkraut. Koriander neigt bei Hitze zum schnellen Schossen, weshalb eine Aussaat im Halbschatten die Blattbildung verlängern kann. Wer vor allem die frischen Blätter nutzen möchte, sollte alle drei Wochen nachsäen.

Ernte der Samen und Verwendung in Küche und Heilkunde

Verwendet wird vor allem der Samen. Er fällt leicht aus, darum solltest du im Morgentau ernten, wenn der Tau noch auf der Pflanze liegt. Die Pflanzen schneidest du ab und stellst sie zu kleinen Garben gebunden einige Tage zum Trocknen auf. Beim Transport verwende Tücher, damit nicht zu viel Samen verloren geht. Koriander ist nicht nur ein Wurst- und Küchengewürz, sondern auch ein bekanntes Heilmittel. Die Körner werden zerquetscht und heiß übergossen – ein Teelöffel auf eine Tasse genügt. Schluckweise vor den Mahlzeiten genommen, wirkt er magenstärkend und blähungstreibend. Auch bei Schwindelanfällen wird dieser Tee als Heilmittel empfohlen. Mit Zuckerüberzug sind die reifen Samen eine Nascherei für Kinder. Zur Pfefferkuchenbäckerei und zur Likörherstellung wird Koriander ebenfalls geschätzt.

Häufig gestellte Fragen

Warum sollte man Koriandersamen im Morgentau ernten?

Die reifen Koriandersamen fallen sehr leicht aus den Dolden. Im Morgentau sind sie durch die Feuchtigkeit etwas schwerer und haften besser an der Pflanze. So geht beim Ernten und Transportieren weniger Saatgut verloren.

Kann man auch die frischen Blätter von Koriander verwenden?

Ja, die frischen Korianderblätter – auch als Cilantro bekannt – sind in der asiatischen und lateinamerikanischen Küche sehr beliebt. Sie haben ein ganz anderes Aroma als die Samen und werden roh zu Salaten, Currys und Salsas gegeben.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 143

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