Grünkohl anbauen und pflegen

Grünkohl, auch Blätterkohl oder Krauskohl genannt, ist die anspruchsloseste Kohlart überhaupt. Jede Pflanze lässt sich verwerten, ob klein oder groß, und fast alle Blätter können verbraucht werden. Die Pflanzweite beträgt 50 x 50 cm, nur niedrige Sorten werden auf 40 x 40 cm gepflanzt.

Eigenschaften und Sorten

Grünkohl wird auch Blätterkohl oder Krauskohl genannt und ist die anspruchsloseste Kohlart, weil jede Pflanze, ob klein oder groß, zu verwenden ist und fast alle Blätter verbraucht werden können. Die Pflanzweite beträgt 50 x 50 cm, nur niedrige Sorten werden auf 40 x 40 cm gepflanzt. Die hohen Sorten benötigen mehr Pflege und Düngung als die niedrigen. Sie müssen mit den anderen Kohlarten Anfang April gesät werden und beanspruchen den ganzen Sommer ein eigenes Beet, da sie sich als Nachfrucht weniger eignen. Ich möchte, da es dem Kleingärtner immer an Gemüsearten für Zwischen- und Nachfrucht fehlt, den hohen Grünkohl als unrentabel für ihn bezeichnen, obendrein erfriert er leichter als die niedrigen Sorten. Der niedrige Grünkohl ist also der vorteilhafteste, da er viel kürzere Zeit zum Wachsen braucht. Du kannst ihn bei Aussaat im Mai getrost als Nachfrucht nach Frühkartoffeln anbauen. In der Regel werden die Frühkartoffeln nicht auf einmal geerntet, sondern nur der tägliche Bedarf aus dem Garten geholt. Die reifen, sich gelb färbenden Stöcke werden zuerst ausgegraben, damit die anderen noch wachsen können. Darum rate ich dir: Die Kartoffelstöcke werden am besten mit der Grabegabel herausgehoben und sofort jeder Kartoffelstock durch eine Grünkohlpflanze ersetzt. Ist die Wurzel vorher in Wasser getaucht und ein wenig Erde darüber gestreut worden, wächst die Pflanze auf alle Fälle leicht an. So wird mit der Zeit das Kartoffelland voll Grünkohl gesetzt, es gibt keine Unterbrechung.

Aussaat und Pflanzung

Natürlich kann Grünkohl auch auf abgeerntete Beete nach Salat, Gurken, Erbsen, Bohnen, Radieschen usw. gepflanzt werden. Du musst nur immer Pflanzen zur Hand haben, um die Lücken zu schließen. Niedriger Grünkohl erfriert nicht so leicht, weil er schon bei geringer Schneehöhe Schutz findet. Der halbhohe Grünkohl ist ebenfalls noch empfehlenswert, er gibt im Frühjahr die bekannten Kohlkeimchen, die sich am Strunk bilden und besonders zart sind. Als eine leider noch wenig bekannte, aber sehr nützliche Krauskohlart möchte ich den mehrjährigen Winterpflückkohl nennen. Er kann, einmal ausgepflanzt, mehrere Jahre stehen bleiben. Er ist der bescheidenste unter den Kohlarten und nimmt sogar mit schattigen Ecken vorlieb. Im Geschmack ist er von den anderen Grünkohlarten nicht zu unterscheiden, er wird zumeist als zarter bezeichnet. Sein Hauptwert besteht darin, dass er in der kohlarmen Zeit noch gepflückt werden kann. Allgemein bekannt ist, dass Grünkohl am besten schmeckt, wenn er Frost bekommen hat, was auch für den Winterpflückkohl gilt. 1 g Grünkohl enthält ca. 350 Körner. Grünkohl keimt sechs bis acht Tage. Die Saat bleibt drei Jahre keimfähig. Auf 1 qm rechnet man 2 bis 3 g Samen. Der Durchschnittsertrag liegt bei 1,5 bis 2,5 kg pro qm. Vitamine A, B1, B2 und C wurden im Grünkohl festgestellt. 100 g Grünkohl enthalten 15 Kalorien. Die Wachstumszeit bei niedrigen Sorten beträgt 14 bis 17 Wochen, bei hohen bis 23 Wochen.

Pflege und Ernte

Eine Normalernte entzieht 1 qm Boden an Reinnährstoffen: 7 g Stickstoff, 2 g Phosphor, 11 g Kali und 10 g Kalk. Der abgeschnittene Strunk kann als Viehfutter Verwendung finden. Grünkohl ist ein ausgesprochenes Wintergemüse. Er kann während des ganzen Winters direkt aus dem Garten in die Küche kommen, ohne dass du viel Arbeit durch Konservieren, Einschlagen oder Trocknen hast. Hinzu kommt noch, dass er durch starken Frost erst den richtigen Geschmack bekommt. Sorge also dafür, dass im Garten ein großes Beet Grünkohl angepflanzt wird. Für die einfache Zubereitung nimmst du Grünkohl, den du bereits verlesen und gewaschen hast, und überbrühst ihn mit kochendem Salzwasser. Nachdem du ihn wieder ausgedrückt hast, wird er fein gehackt und in Fleischbrühe gekocht. Ein Stück Butter oder Fett beigefügt, erhöht den Geschmack. Etwas Mehl zugeben, garkochen lassen und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Durch einige feingehackte Weißkohlblätter als Zugabe wird der Geschmack gehoben. Dazu passen Bratwurst, Zunge, Schinken, Gänse- oder Schweinebraten. Für die Zubereitung mit Sahne werden die Blätter verlesen und gründlich gewaschen. Hierauf wird er in kochendes Wasser gelegt und gargekocht. Herausnehmen, abtropfen lassen und zerkleinern oder durch den Fleischwolf treiben. Geriebene Brötchen werden in Butter geschwitzt, der Kohl wird dazugegeben und unter fleißigem Umrühren gedünstet. Nun kommt Sahne dazu, und das Ganze wird mit Muskat, Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Gaertner Poetschkes Tipp: Die Kartoffelstöcke werden am besten mit der Grabegabel herausgehoben und sofort jeder Kartoffelstock durch eine Grünkohlpflanze ersetzt. Ist die Wurzel vorher in Wasser getaucht und ein wenig Erde darüber gestreut worden, wächst die Pflanze auf alle Fälle leicht an.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt, Grünkohl zu ernten?

Grünkohl schmeckt am besten nach dem ersten Frost, da die Kälte die Stärke in Zucker umwandelt und das Aroma verbessert. Niedrige Sorten können ab Herbst geerntet werden und eignen sich besonders gut als Nachfrucht nach Frühkartoffeln.

Welche Grünkohl-Sorte eignet sich am besten für den Kleingarten?

Für den Kleingarten empfiehlt sich der niedrige Grünkohl, da er weniger Platz und Pflege benötigt als hohe Sorten. Er kann als Nachfrucht nach Frühkartoffeln angebaut werden und wächst deutlich schneller heran als die hohen Sorten.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 90

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