Möhren anbauen: Aussaat, Düngung und Ernte von Karotten

Möhren anbauen gelingt in jedem Garten, aber immer wieder zeigt sich, dass beim Anbau noch Fehler gemacht werden, die die Ernte von vornherein beeinträchtigen. Der Boden sollte in alter Dungkraft stehen und kalkhaltig sein – saure Böden geben keinen Ertrag. Frischer Mist ist mehr schädlich als nützlich.

Boden, Düngung und Aussaat von Möhren

Der Boden sollte in alter Dungkraft stehen und kalkhaltig sein, saure Böden geben keinen Ertrag. Frischer Mist ist mehr schädlich als nützlich, denn er gewährt der Möhrenfliege besten Unterschlupf, beeinträchtigt die schöne rote Farbe und begünstigt Schosser. Möhren sind starke Kalifresser: Da im Boden nicht die genügende Menge Kali vorhanden ist, muss Kalidünger in stärkerem Maße gegeben werden – im Januar und Februar je Quadratmeter 70 g 40-prozentiges Kali mit 50 g Thomasmehl gemischt. Vor der Saat gibt man außerdem Pflanzenfutter Fruchtgarten. Die Aussaat beginnt, sobald der Boden offen ist.

Saattechnik und Markiersaat mit Radieschen

Das Land wird gut durchgekarstet und gelockert. Auf einem Beet von 1,20 m Breite werden fünf Reihen gezogen, der Samen wird so dünn wie möglich gesät. Wenn einem die Übung des Dünnsäens fehlt, mischt man den Samen mit trockenem Sand oder Zucker. Die Rillen müssen recht flach gezogen werden, denn der Samen muss flach liegen. Ehe die Rillen geschlossen werden, nimmt man eine Portion Radieschensamen und streut sie in die offenen Rillen – aber nur so, dass alle 10 bis 15 cm ein Korn fällt. Dadurch werden die Reihen vor dem Aufgehen des schwerer keimenden Möhrensamens bereits sichtbar markiert und können blindgehackt und vom Unkraut gereinigt werden.

Nährwert und Interessantes über die Möhre

1 g Möhrensamen enthält 400 bis 500 Körner. Möhrensamen liegt 18 bis 24 Tage, ehe er aufgeht. Der Samen behält 2 bis 3 Jahre seine Keimfähigkeit. Auf 1 Quadratmeter rechnet man 1 bis 2 g Samen. Saattiefe 0,5 cm. Der durchschnittliche Ertrag pro Quadratmeter ist mit 3 bis 4 kg festgestellt worden. Möhren enthalten die Vitamine A, B, C und D. 100 g Möhrengemüse ergeben 32 Kalorien. Eine Normalernte entzieht dem Boden an Reinnährstoffen pro Quadratmeter: 10 g Stickstoff, 4 g Phosphor, 15 g Kali und 11 g Kalk.

Häufig gestellte Fragen

Warum sollte man bei Möhren keinen frischen Mist verwenden?

Frischer Mist gewährt der Möhrenfliege besten Unterschlupf, beeinträchtigt die rote Farbe der Möhren und begünstigt das Schossen. Verwenden Sie nur gut abgelagerten Dünger oder Boden in alter Dungkraft.

Wie verwendet man Radieschen als Markiersaat bei Möhren?

Man streut alle 10 bis 15 cm ein Radieschenkorn in die offenen Rillen vor dem Schließen. Die schnell keimenden Radieschen markieren die Reihen, bevor die Möhren aufgehen, und ermöglichen frühes Hacken.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 77

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