Kürbis anbauen und pflegen

Der Kürbis (botanisch Cucurbita; Cucurbitaceae – Kürbisgewächse) gilt als der Riese im Garten. Auf Ausstellungen wird natürlich der größte Kürbis am meisten bestaunt.

Standort und Bodenansprüche

Der Kürbis (botanisch Cucurbita; Cucurbitaceae – Kürbisgewächse) gilt als der Riese im Garten. Auf Ausstellungen wird natürlich der größte Kürbis am meisten bestaunt. Wer große Kürbisse zu Ausstellungszwecken ziehen will, pflanzt an den Komposthaufen und lässt nur zwei bis drei Früchte hängen. Für reichliche Wasser- und Düngergaben ist zusätzlich zu sorgen. Wer die Erde seines Komposthaufens nicht durch die Pflanzen aussaugen lassen will, der pflanze Kürbis an den Fuß des Haufens und leite die Ranken darüber, wodurch die Erde schattig gehalten wird. Eine ausgewachsene Kürbispflanze ist imstande, an einem heißen Sommertag 40 Liter Wasser zu verdunsten! Sobald die Frucht etwas größer geworden ist, wird ein Brett darunter gelegt, um das Faulen zu verhindern. Oben wird ein Kürbisblatt oder ein Stück Leinen übergedeckt, damit die dicke Frucht nicht platzt oder rissig wird. Die Aussaat erfolgt im März in Töpfe oder Ende April ins Freiland. Interessantes über den Kürbis: 1 g Samen enthält zwei bis vier Körner, je nach Sorte. Die Saat geht nach acht Tagen auf. Der Samen bleibt vier bis fünf Jahre keimfähig. Die Wachstumszeit beträgt 130 bis 150 Tage, die Saattiefe 2 cm. Das Fleisch enthält Vitamin A1, B1 und C. 100 g Kürbisfleisch ergeben sechs Kalorien. Der besseren Haltbarkeit wegen erntet man stets mit Stiel! Schütze die Frucht auch vor Frost und lass sie, wenn notwendig, in der Sonne nachreifen. Sie ist vollkommen ausgereift, wenn sie beim Anklopfen hohl ertönt und die Schale hart geworden ist. Bitte immer der Pflanze mindestens 1 bis 2 qm Platz geben. Eine Normalernte entzieht dem Boden an Reinnährstoffen: 27 g Stickstoff, 12 g Phosphor, 23 g Kali und 9 g Kalk. Die Heimat des Kürbis ist Amerika. Interessant ist auch der Ölkürbis, dessen Fleisch sehr schmackhaft

Aussaat und Anzucht

ist, während die schalenlosen Körner bis zu 50% Fett enthalten. Diese werden auch wie Mandeln beim Backen verwendet. Außerdem besitzen Ölkürbiskerne eine heilende Wirkung bei Blasenleiden und Prostatabeschwerden. Zierkürbis: Zierkürbisse eignen sich zur Dekoration in Schalen und Körbchen. Die Kinder lieben diese grotesk geformten Früchte. Man sollte ihnen davon eine Portion Samen für das „Kinderbeet“ geben. Am Zaun, an der Laube und überall dort, wo guter Boden ist, wachsen die Pflanzen gut heran. Die Aussaat wird Ende April vorgenommen. Es dürfen später nur völlig ausgereifte Kürbisse zur Dekoration ins Zimmer kommen, da unreife Früchte leicht faulen. Sie halten sich monatelang im Zimmer. Der Kürbis in der Küche: Liebe Hausfrau! Kürbis wird dir wohl dein Garten alljährlich in größeren Mengen liefern. Die Verwendung dieses „Dickbauches“ ist ja so vielseitig, sogar wie Senfgurken wird er zubereitet und findet reißenden Absatz in der Konservenindustrie. Warum willst du es nicht einmal mit dieser schmackhaften Frucht versuchen? Kürbissuppe: Du schneidest den Kürbis in kleine Würfel und lässt sie in Wasser weichkochen. Ist das geschehen, nimmst du die gekochten Stücke heraus und treibst sie durch einen Durchschlag, setzt das Mus aufs Feuer und gibst Milch dazu sowie etwas Salz, Zimt und Zitronenschale. Danach verquirlst du etwas in Milch verrührtes Mehl und lässt die Suppe aufkochen, um sie dann mit Zucker zu süßen. Mit ein paar kleingemahlenen Mandeln schmeckt die Suppe besonders gut. Gefüllter Kürbis: Du nimmst hierzu einen recht kleinen, zarten Kürbis, den du halbierst, schälst und von den Kernen befreist. Nun stellst du eine Füllung aus Bratenresten, in Würfel geschnittenen sauren Gurken, einigen Sardellen, Kapern und kleingeschnittenen Tomaten her, die

Pflege, Ernte und Verwendung

du mit Öl, Zitronensaft, etwas Senf, Salz und einer Prise Pfeffer vermischst. Diese Masse kommt in die Kürbishälften, die du kühl stellst. Ein sehr delikates Gericht, wie ich es in Italien oft gegessen habe. Kürbiskompott: Den gewürfelten Kürbis dämpfst du in Essigwasser, gibst etwas Zitronenschale dazu, Zimt und Zucker kommen ebenfalls hinein. Wenn die Stücke glasig geworden sind, werden sie herausgenommen, gekühlt und als Nachtisch serviert. Kürbis mit Ingwer: Du kochst fingergroße Kürbisstücke halbweich und bringst sie danach zum Abtropfen auf den Durchschlag oder ein Sieb. Jetzt legst du sie in ein Gefäß, streust lagenweise die gleichen Gewichtsteile Zucker (1 kg Kürbis = 1 kg Zucker) und auf diese Menge etwa 3 g Ingwer (gestoßen) dazwischen. Bis zum anderen Tag bleibt das Ganze stehen. Der sich bildende Saft wird abgegossen, aufgekocht und abgeschäumt, die Kürbisstücke werden darin fertig gekocht. Nun wird der Kürbis in Gläser gefüllt, der Saft dazugegossen, und nach dem Erkalten werden die Gläser verschlossen und kühl aufbewahrt. Kürbis eingemacht (süß-sauer): Das zerschnittene und gewürfelte Kürbisfleisch wird einige Minuten lang in siedendem Wasser gekocht, herausgenommen und auf ein Sieb zum Abtropfen gelegt. Anschließend gibst du die Stücke in Essig und lässt sie über Nacht ziehen. Am anderen Tag machst du eine Mischung (je nach Menge) aus einem Liter Essig und einem Pfund Zucker, gibst reichlich Zitronenschale dazu und etwas Vanille. Darin wird der Kürbis glasig gekocht, herausgenommen und, nachdem er abgekühlt ist, in einen Steintopf gelegt. Den Saft lässt du noch etwas einkochen, um ihn dann über den Kürbis zu gießen. Das Gefäß wird verschlossen und kühl aufbewahrt (Ingwer, Zimt und einige Nelken können nach Belieben hinzugefügt werden).

Gaertner Poetschkes Tipp: Bitte immer der Pflanze mindestens 1 bis 2 qm Platz geben.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich, wann ein Kürbis vollständig ausgereift ist?

Ein Kürbis ist vollkommen ausgereift, wenn er beim Anklopfen hohl ertönt und die Schale hart geworden ist. Der besseren Haltbarkeit wegen erntet man stets mit Stiel. Schütze die Frucht vor Frost und lass sie, wenn notwendig, in der Sonne nachreifen.

Wie viel Wasser verdunstet eine Kürbispflanze und was bedeutet das für die Pflege?

Eine ausgewachsene Kürbispflanze kann an einem heißen Sommertag bis zu 40 Liter Wasser verdunsten. Daher ist regelmäßiges und reichliches Gießen unbedingt notwendig. Jeder Pflanze sollte mindestens 1 bis 2 Quadratmeter Platz gegeben werden.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 109

Verwandte Artikel