Krankheiten und Schädlinge im Obstgarten erkennen

Wer seinen Obstgarten regelmäßig kontrolliert, kann Krankheiten und Schädlinge frühzeitig erkennen und den Ertrag sichern. Pilzkrankheiten wie Schorf, Mehltau und Monilia-Spitzendürre gehören zu den häufigsten Problemen und können unbehandelt ganze Ernten gefährden. Auch tierische Schädlinge wie Blattläuse und Frostspanner treten nahezu jedes Jahr auf. Mit gezielter Beobachtung – auch an den Blattunterseiten – und vorbeugenden Maßnahmen lassen sich die meisten Probleme rechtzeitig eindämmen, bevor größerer Schaden entsteht.

Häufige Pilzkrankheiten im Obstgarten

Pilzliche Erkrankungen gehören zu den verbreitetsten Problemen im Obstgarten. Schorf befällt vor allem Äpfel und Birnen und zeigt sich als braune bis schwarze Flecken auf Blättern und Früchten. Mehltau überzieht Triebe und Blätter mit einem weißlichen Belag und schwächt die Pflanze nachhaltig. Monilia-Spitzendürre lässt Triebspitzen absterben und kann ganze Äste befallen. Vorbeugend hilft ein regelmäßiger Schnitt, der die Krone winddurchlässiger macht und besser belichtet. Auch das Spritzen von Pflanzenstärkungsmitteln auf Basis von Ackerschachtelhalm oder Braunalgen hat sich bewährt. Diese Mittel stärken die natürliche Abwehrkraft der Pflanzen und sind umweltschonend einsetzbar. Befallenes Laub solltest du im Herbst sorgfältig entfernen und nicht kompostieren, da Pilzsporen überwintern und im nächsten Jahr erneut für Infektionen sorgen können. Schon unsere Großeltern wussten, dass Schwefel- und Kupferpräparate vorbeugend gegen Mehltau und Schorf wirken.

Schädlinge erkennen und gezielt bekämpfen

Neben Pilzkrankheiten sind tierische Schädlinge eine häufige Herausforderung im Obstgarten. Blattläuse treten nahezu in jedem Frühjahr auf und saugen an jungen Trieben. Bei älteren, gut gepflegten Gehölzen regulieren Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Vögel den Befall oft von selbst. Junge Obstbäume solltest du jedoch aktiv schützen und befallene Triebe frühzeitig behandeln. Moderne Pflanzenschutzmittel auf Basis natürlicher Rohstoffe wie Rapsöl sind nützlingsschonend und wirksam. Leimringe, die Anfang Oktober angebracht werden, hindern die Weibchen des Frostspanners daran, in die Baumkrone zu gelangen. Pheromonfallen sind eine weitere giftfreie Methode: Der enthaltene Lockstoff zieht männliche Falter an, sodass die Weibchen unbefruchtet bleiben und der Schädlingskreislauf wirksam unterbrochen wird. Wichtig ist stets, die Gebrauchsanweisung zu beachten und Wartezeiten einzuhalten.

Gaertner Poetschkes Tipp: Kontrolliere deine Obstgehölze regelmäßig – auch die Blattunterseiten. Je früher du einen Befall erkennst, desto einfacher und schonender lässt er sich bekämpfen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lässt sich Schorf an Apfelbäumen vorbeugen?

Ein luftdurchlässiger Kronenschnitt und das Entfernen von befallenem Laub im Herbst reduzieren das Schorfrisiko erheblich. Pflanzenstärkungsmittel auf Basis von Ackerschachtelhalm kannst du zusätzlich vorbeugend einsetzen.

Wann sollten Leimringe am Obstbaum angebracht werden?

Leimringe werden Anfang Oktober am Stamm befestigt, um die Weibchen des Frostspanners daran zu hindern, in die Baumkrone zu klettern und dort Eier abzulegen.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch Band III – Obst

Seiten: 19

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