Brunnenkresse anbauen: Würzkraut und Heilpflanze

Brunnenkresse anbauen gelingt am besten an kühlen, feuchten Standorten – am Ufer eines Gartenteichs oder an einem Bachlauf fühlt sich diese vielseitige Pflanze am wohlsten. Die leicht scharf schmeckenden Blätter sind reich an Vitaminen und machen Brunnenkresse zu einem wertvollen Würzkraut, Gemüse und Heilmittel zugleich. Von Mai bis Oktober lässt sie sich frisch ernten und bereichert Salate, Suppen und Soßen.

Botanik und natürlicher Lebensraum

Brunnenkresse (Nasturtium officinale) gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und kommt in der Natur an kühlen Bächen, Gräben und am Ufer von Gewässern vor. Die Pflanze hat niederliegende, hohle Stängel, gefiederte, dunkelgrüne Blätter und wird 20 bis 30 cm hoch, ihre Triebe werden bis zu 70 cm lang. Von Mai bis Juli erscheinen kleine weiße Blüten in dichten, abgeflachten Trauben, danach bilden sich Fruchtschoten mit den Samen. Im Winter kommt das Wachstum bei Temperaturen unter 7 °C zum Stillstand. Brunnenkresse ist eine ausdauernde Pflanze, die sich durch Ausläufer und Selbstaussaat ausbreitet. Ihr leicht scharfer Geschmack erinnert an Kresse und Senf und macht sie zu einer interessanten Zutat in der Küche.

Standort und Anbau im Garten

Brunnenkresse braucht zwingend einen feuchten bis nassen Standort – ideal ist ein Platz am Gartenteich, an einem Bachlauf oder in einem Feuchtbeet. Der Boden sollte nährstoffreich, kühl und dauerhaft feucht sein. An trockenen Standorten geht die Pflanze schnell ein. Die Aussaat erfolgt von Mai bis August direkt ins Freiland oder in flache Schalen mit Wasser. Alternativ können Triebe in ein Glas Wasser gestellt werden, wo sie schnell Wurzeln bilden und dann eingepflanzt werden können. Brunnenkresse verträgt keine direkte Mittagssonne und bevorzugt einen halbschattigen Standort. Gedüngt wird kaum, da die Pflanze in nährstoffreichem Boden von selbst gut wächst. Staunässe ist kein Problem – im Gegenteil, Brunnenkresse liebt nasse Füße.

Ernte, Verwendung und Heilwirkung

Geerntet werden die frischen Triebspitzen und Blätter von Juni bis Oktober. Die Blätter schmecken leicht scharf und pfeffrig und eignen sich roh für Salate, als Garnitur oder fein gehackt in Soßen und Suppen. Brunnenkresse lässt sich weder trocknen noch einfrieren, da sie dabei ihr Aroma und ihre Vitamine verliert – sie ist ein echtes Frischkraut. Als Heilpflanze wird Brunnenkresse traditionell bei Frühjahrskuren eingesetzt, da sie reich an Vitamin C, Eisen und Senfölglykosiden ist. Diese wirken antibakteriell und regen den Stoffwechsel an. Auch Suppe mit Brunnenkresse schmeckt sehr gut und ist eine nährstoffreiche Mahlzeit. Wer Brunnenkresse in der Natur sammelt, sollte darauf achten, sie nur an sauberen, unbelasteten Gewässern zu ernten.

Gaertner Poetschkes Tipp: Stelle Brunnenkresse-Triebe einfach in ein Glas Wasser auf der Fensterbank – sie bilden schnell Wurzeln und können dann in ein feuchtes Beet am Gartenteich gepflanzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Brunnenkresse auch ohne Gartenteich anbauen?

Ja, Brunnenkresse lässt sich auch in einem großen Topf oder Kübel anbauen, wenn man diesen in eine Schale mit Wasser stellt und dafür sorgt, dass der Boden dauerhaft feucht bleibt. Ein halbschattiger Standort ist wichtig, damit die Pflanze nicht austrocknet.

Wie unterscheidet sich Brunnenkresse von gewöhnlicher Gartenkresse?

Brunnenkresse (Nasturtium officinale) ist eine ausdauernde Wasserpflanze, die an feuchten Standorten wächst. Gartenkresse (Lepidium sativum) ist eine einjährige Pflanze, die auf normalem Gartenboden gedeiht und viel schneller wächst. Beide haben einen scharfen Geschmack, unterscheiden sich aber in Standortansprüchen und Wuchsform deutlich.

Neues Grosses Gartenbuch

Seiten: 326

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