Kohlgemüse: Geschichte und Vielfalt im Gemüsegarten

Kohlgemüse anbauen lohnt sich: Kohl ist alles andere als bieder und fade, wie manche meinen. Schon in der Antike war er bei Griechen und Römern bekannt und geschätzt. Seit dem Mittelalter kennt man Kohl auch nördlich der Alpen, und heute bietet die Welt der Kohlgemüse eine beeindruckende Sortenvielfalt – von weißem Blumenkohl über grünen Brokkoli bis hin zu dekorativem Rotgrünkohl.

Geschichte des Kohls: Von der Antike bis heute

Schon in der Antike war Kohl bei Griechen und Römern bekannt und geschätzt, die allerdings noch keinen Kopfkohl aßen, sondern Sorten mit lockerem Blattaufbau anbauten. Seit dem Mittelalter kennt man Kohl auch nördlich der Alpen. Kopfkohl gibt es seit dem 11. Jahrhundert, im 16. Jahrhundert wird erstmals von Rot- und Weißkohl berichtet. In den folgenden Jahrhunderten spielte Kohl vor allem bei der Landbevölkerung eine wichtige Rolle als Sattmacher. Als Sauerkraut zubereitet, half Weißkohl im Winter, Vitamin-C-Mangel vorzubeugen. Heute erleben Kohlgemüse eine Renaissance: Brokkoli, Kohlrabi und Rosenkohl sind aus der modernen Küche nicht mehr wegzudenken, und neue Sorten wie der dekorative Romanesco oder der rotblättrige Grünkohl begeistern Gärtner und Köchinnen gleichermaßen.

Sortenvielfalt und Anbau von Kohlgemüse

Es muss nicht immer Weiß- oder Rotkohl sein – die Welt der Kohlgemüse ist so bunt und vielfältig, dass jeder etwas finden kann, was ihm schmeckt. Ganz gleich, ob weißer Blumenkohl oder grüner Brokkoli, schöner Romanesco oder riesige, aber butterzarte Kohlrabi: Kohl kann so lecker sein! Einige Sorten sind sogar so dekorativ, dass sie fast zu schade für den Gemüsegarten sind – manche Gärtner pflanzen rotblättrigen Grünkohl in die Blumenbeete, einfach weil er so schön aussieht. Alle Kohlarten gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und haben einen mittleren bis hohen Nährstoffbedarf. Alle Kohlsorten sind Starkzehrer und brauchen nahrhafte Böden mit guter Wasserhaltekraft. Ein konsequenter Fruchtwechsel ist wichtig: Mindestens vier Jahre lang sollten keine Kreuzblütler auf demselben Beet angebaut werden, um Krankheiten wie die Kohlhernie zu vermeiden.

Gaertner Poetschkes Tipp: Pflanzen Sie rotblättrigen Grünkohl auch in Ihre Blumenbeete – er ist nicht nur essbar, sondern auch ein echter Blickfang und bereichert den Garten bis in den Winter hinein mit Farbe.

Häufig gestellte Fragen

Warum riecht Kohl beim Kochen manchmal unangenehm?

Der typische Kohlgeruch entsteht, wenn Kohl mit zu viel Stickstoff gedüngt wurde. Wer organischen Dünger wie Kompost oder verrotteten Stallmist verwendet und nicht übermäßig düngt, vermeidet dieses Problem und verbessert gleichzeitig den Geschmack.

Welche Kohlsorten eignen sich auch als Zierpflanzen?

Rotblättriger Grünkohl der Sorte 'Redbor F1' wird bis zu einem Meter hoch und ist eine dekorative Beetpflanze. Beim Kochen wird er grün. Auch Romanesco mit seinen spiralförmigen Röschen ist optisch sehr attraktiv und eignet sich für den Gemüsegarten.

Gärtner Pötschkes Neues Großes Gartenbuch – Band II: Gemüse und Kräuter (2011)

Seiten: 252

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