Frische Kartoffeln aus dem eigenen Garten schmecken unvergleichlich besser als gekaufte Ware und lassen sich selbst auf kleinstem Raum anbauen. Die robusten Knollen gedeihen in fast jedem Boden und belohnen dich sogar in Kübeln oder Säcken auf dem Balkon mit einer reichen Ernte.
Standort, Boden und Pflanzung
Kartoffeln gedeihen am besten an einem sonnigen, offenen Standort in leichtem, feinkrümeligem Boden, der tiefgründig und gut durchlässig ist. Ein leicht saurer pH-Wert von 5 bis 6 ist optimal. Bereite den Boden im Herbst vor der Pflanzung mit Gründüngung oder verrottetem Kompost vor. Ab April legst du die vorgekeimten Knollen einzeln in etwa 8 cm tiefe Pflanzlöcher oder Furchen, wobei die Keime nach oben zeigen. Der Reihenabstand beträgt 60 bis 70 cm, in der Reihe liegen die Knollen etwa 30 bis 35 cm auseinander. Sobald das Kraut etwa 15 cm hoch ist, häufelst du Erde an, damit die Knollen vor Licht geschützt bleiben und nicht ergrünen.
Frühe und späte Sorten im Vergleich
Je nach Reifezeit unterscheidet man früh-, mittelfrüh- und spät reifende Kartoffelsorten. Frühe Sorten benötigen 90 bis 120 Tage von der Pflanzung bis zur Ernte und liefern bereits ab Mitte Juni die ersten Knollen. Mittelfrühe Sorten brauchen 120 bis 150 Tage, späte Sorten sogar über 150 Tage, sind dafür aber besonders lagerfähig. Alte Raritäten wie violette oder rotschalige Sorten erleben derzeit eine Renaissance und bereichern den Speiseplan mit besonderen Aromen und Farben. Für den Hausgarten empfiehlt es sich, verschiedene Reifegruppen zu kombinieren, um über einen langen Zeitraum frische Kartoffeln ernten zu können.
Kartoffeln in Kübeln und Säcken anbauen
Wer kein Beet zur Verfügung hat, kann Kartoffeln auch in Kisten, Eimern oder speziellen Pflanzsäcken ziehen. Das funktioniert sogar auf dem Balkon oder der Terrasse. Voraussetzung ist ein ausreichend großes Gefäß mit mindestens 30 Litern Volumen und Abzugslöchern am Boden. Fülle zunächst eine etwa 15 cm hohe Schicht Pflanzerde ein, lege zwei bis drei vorgekeimte Knollen darauf und bedecke sie mit weiterer Erde. Sobald das Kraut wächst, füllst du nach und nach Erde auf, bis das Gefäß voll ist. Regelmäßiges Gießen ist wichtig, da die Erde in Gefäßen schneller austrocknet als im Beet.
Ernte und richtige Lagerung
Ernte Kartoffeln nur bei trockenem Wetter, damit möglichst wenig Erde an den Knollen haftet. Verwende zum Ausgraben eine Grabegabel statt eines Spatens, um die Knollen nicht zu verletzen. Frühe Sorten sind erntereif, sobald das Kraut zu welken beginnt. Späte Sorten können bis zum ersten Frost im Boden bleiben. Nach der Ernte lässt du die Kartoffeln einige Stunden an der Luft abtrocknen. Lagere sie anschließend kühl bei 4 bis 9 Grad Celsius, dunkel und bei hoher Luftfeuchtigkeit von etwa 90 Prozent. Kontrolliere das Lager regelmäßig und sortiere faulige oder keimende Knollen aus.
Häufig gestellte Fragen
Warum müssen Kartoffeln angehäufelt werden?
Durch das Anhäufeln werden die Knollen vor Licht geschützt und ergrünen nicht. Grüne Stellen enthalten giftiges Solanin und dürfen nicht verzehrt werden. Außerdem fördert das Anhäufeln die Bildung weiterer Knollen.
Wie erkennt man den richtigen Erntezeitpunkt bei Kartoffeln?
Frühe Sorten sind erntereif, wenn das Kraut zu welken beginnt. Bei späten Sorten wartest du, bis das Laub vollständig abgestorben ist. Grabe probeweise eine Pflanze aus und prüfe, ob sich die Schale der Knollen nicht mehr abreiben lässt.