Sauerkleerübchen anbauen und pflegen

Oxalis tuberosa, das Sauerkleerübchen, ist ein fast vergessenes Wurzelgemüse aus den Anden, das mit seinen kleeartigen Blättern und den essbaren Knollen eine echte Bereicherung für deinen Garten darstellt. Die kleinen, würzig-säuerlichen Rübchen schmecken ähnlich wie Teltower Rübchen und eignen sich hervorragend als dekorative Einfassungspflanze, die gleichzeitig eine schmackhafte Ernte liefert.

Standort und Bodenvorbereitung

Das Sauerkleerübchen gedeiht am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort mit lockerem, nährstoffreichem Boden. Bereite das Beet vor der Pflanzung gut vor, indem du den Boden tiefgründig lockerst und bei Bedarf reifen Kompost einarbeitest. Ein durchlässiger Boden ist wichtig, damit sich die Knollen gut entwickeln können und keine Staunässe entsteht. Das Sauerkleerübchen eignet sich besonders gut als Einfassungspflanze für Gemüsebeete, da es mit seinen kleeartigen Blättern und den zarten Blüten auch optisch ansprechend ist. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 20 bis 40 Zentimetern und bildet im Laufe der Vegetationsperiode kleine, zwiebelartige Brutknöllchen an den Köpfen aus.

Aussaat und Anbau

Die Vermehrung des Sauerkleerübchens erfolgt über die kleinen, zwiebelartigen Brutknöllchen, die sich an den Köpfen der Pflanze bilden. Diese werden im Herbst nach der Ernte herausgenommen und frostfrei, am besten kühl und trocken, über den Winter gelagert. Im Frühjahr, sobald keine Fröste mehr zu erwarten sind, setzt du die Brutknollen wieder aus. Pflanze sie etwa 5 bis 10 Zentimeter tief in Reihen mit einem Abstand von 20 bis 30 Zentimetern. Die Pflege während der Wachstumsphase ist unkompliziert: Halte das Beet unkrautfrei und gieße bei längerer Trockenheit regelmäßig. Eine zusätzliche Düngung ist bei gut vorbereiteten Böden meist nicht erforderlich. Die Pflanzen entwickeln im Spätsommer hübsche kleine Blüten in Gelb oder Rosa.

Ernte, Lagerung und Verwendung

Die Ernte der Sauerkleerübchen erfolgt im Herbst, nachdem die Blätter durch die ersten Fröste abgestorben sind, meist im Oktober oder November. Dann haben die Knollen ihre volle Größe erreicht und sind am schmackhaftesten. Grabe die Pflanzen vorsichtig aus und trenne die großen, essbaren Knollen von den kleinen Brutknöllchen. Die großen Knollen kannst du entweder direkt in der Küche verwenden oder im Keller in Sand eingeschlagen lagern, wo sie sich mehrere Monate halten. Die kleinen Brutknollen bewahrst du frostfrei auf, um sie im nächsten Frühjahr wieder auszupflanzen. In der Küche bereitest du Sauerkleerübchen ähnlich wie Teltower Rübchen zu: Sie können gekocht, gedünstet oder gebraten werden und haben einen angenehm säuerlichen, leicht nussigen Geschmack, der eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan bietet.

Gaertner Poetschkes Tipp: Ernte die Sauerkleerübchen erst nach den ersten Frösten – dann wandelt sich die Stärke in Zucker um und die Knollen schmecken besonders mild und aromatisch. Bereite sie wie Teltower Rübchen zu: kurz blanchieren, dann in Butter schwenken und mit etwas Honig karamellisieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie werden Sauerkleerübchen vermehrt und überwintert?

Im Herbst nach der Ernte nimmst du die kleinen Brutknollen, die sich an den Köpfen bilden, heraus und lagerst sie frostfrei, kühl und trocken über den Winter. Im Frühjahr pflanzt du sie wieder aus, sobald keine Fröste mehr drohen.

Wie werden Sauerkleerübchen in der Küche zubereitet?

Du bereitest Sauerkleerübchen wie Teltower Rübchen zu: Sie können gekocht, gedünstet oder in Butter geschwenkt werden. Ihr leicht säuerlicher, nussiger Geschmack ist im Herbst nach den ersten Frösten am intensivsten und bringt eine besondere Note in deine Gerichte.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 126

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