Kartoffeln anbauen: Einführung und Sortenvielfalt

Kartoffeln anbauen lohnt sich – selbst angebaute Kartoffeln schmecken unvergleichlich besser als gekaufte und bieten eine riesige Sortenvielfalt. Mit dem richtigen Wissen gelingt der Anbau auch im kleinen Garten.

Sortenvielfalt und Auswahl

Die Kartoffel (Solanum tuberosum) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und ist eine der wichtigsten Kulturpflanzen der Welt. Es gibt frühe, mittelfrühe und späte Sorten sowie festkochende, vorwiegend festkochende und mehligkochende Typen. Frühe Sorten wie ‚Annabelle‘ oder ‚Sieglinde‘ sind nach etwa 10 bis 12 Wochen erntereif und eignen sich besonders als Salatkartoffeln. Mittelfrühe Sorten wie ‚Nicola‘ oder ‚Agria‘ sind vielseitig verwendbar. Späte Sorten wie ‚Adretta‘ sind mehligkochend und ideal für Püree und Klöße.

Standort, Pflanzung und Boden

Kartoffeln bevorzugen einen sonnigen Standort mit lockerem, nährstoffreichem, leicht saurem Boden. Als Starkzehrer benötigen sie reichlich Dünger. Gepflanzt werden vorgekeimte Saatkartoffeln ab April nach den letzten Frösten in Reihen mit einem Abstand von 30 bis 35 cm und einem Reihenabstand von 60 bis 70 cm. Die Pflanztiefe beträgt 10 bis 15 cm. Kartoffeln sollten nicht nach anderen Nachtschattengewächsen wie Tomaten oder Paprika angebaut werden. Eine Anbaupause von mindestens vier Jahren auf demselben Beet ist empfehlenswert.

Häufeln, Pflege und Schädlinge

Wenn die Triebe 15 bis 20 cm hoch sind, werden die Kartoffeln gehäufelt – Erde wird an die Stängel angehäufelt, um die Knollenbildung zu fördern und grüne Knollen zu verhindern. Regelmäßiges Gießen in Trockenperioden ist wichtig. Der gefährlichste Schädling ist der Kartoffelkäfer (Coloradokäfer) – seine Larven fressen die Blätter kahl. Absammeln und Vernichten der Larven ist die wirksamste Maßnahme. Die häufigste Krankheit ist die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans), die bei feuchtem Wetter schnell um sich greift.

Gärtner Poetschkes Tipp: Keimen Sie Saatkartoffeln vor der Pflanzung im Hellen bei 10–15 °C vor – das beschleunigt den Austrieb und verfrüht die Ernte um zwei bis drei Wochen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen festkochenden und mehligkochenden Kartoffeln?

Festkochende Kartoffeln behalten beim Kochen ihre Form und eignen sich für Salate und Bratkartoffeln. Mehligkochende Kartoffeln zerfallen beim Kochen und sind ideal für Püree, Klöße und Suppen. Vorwiegend festkochende Sorten sind vielseitig verwendbar.

Wie verhindere ich grüne Kartoffeln?

Grüne Kartoffeln entstehen, wenn Knollen dem Licht ausgesetzt werden. Häufeln Sie die Kartoffeln regelmäßig, damit alle Knollen mit Erde bedeckt sind. Grüne Stellen enthalten das giftige Solanin und müssen großzügig herausgeschnitten werden.

Neues Großes Gartenbuch – Gaertner Poetschke

Seiten: 123, 124

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