Die Esskastanie (Castanea sativa), auch Marone genannt, wurde vermutlich vor rund 2000 Jahren von den Römern nach Deutschland gebracht. Ihre üppige Blütenpracht im Juni ist eine reiche Honigtracht für Imker.
Standort und Pflanzung der Esskastanie
Esskastanien benötigen einen sonnigen, windgeschützten Standort mit tiefgründigem, saurem bis neutralem Boden. Sie vertragen keinen Kalk und keine Staunässe. In der Natur kommen sie nur an Standorten mit mildem Klima vor, daher eignen sie sich vor allem für südliche Regionen Deutschlands und Weinbaugebiete. Gepflanzt wird zwischen Oktober und April. Esskastanien werden sehr groß – plane mindestens 10 m Abstand zu Gebäuden ein. Für kleinere Gärten gibt es kompaktere Sorten wie Marigoule.
Pflege und Schnitt
Esskastanien sind anspruchslos und benötigen wenig Pflege. Eine jährliche Kompostgabe genügt als Düngung. Ein Schnitt ist selten nötig – entferne lediglich abgestorbene oder kreuzende Triebe. Esskastanien sind mäßig frosthart und können bei strengen Wintern Frostschäden erleiden. Junge Bäume benötigen in kalten Wintern Schutz. Der Kastanienrindenkrebs ist die gefährlichste Krankheit – befallene Rinde wird braun und stirbt ab. Resistente Sorten und ein gesunder Standort beugen dem Befall vor.
Ernte und Verwertung der Marone
Die Ernte erfolgt von Oktober bis November, wenn die stacheligen Fruchthüllen aufplatzen und die Kastanien herausfallen. Sammle sie täglich auf, da sie am Boden schnell schimmeln. Frische Kastanien halten im Kühlschrank nur wenige Wochen. Getrocknet oder eingefroren sind sie länger haltbar. Kastanien werden geröstet, gekocht, zu Maronen-Creme, Suppe oder als Beilage zu Wildgerichten verarbeitet. Sie sind reich an Stärke, Vitamin C und Mineralstoffen und gelten als glutenfreie Alternative zu Getreidemehl.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Esskastanie und Rosskastanie?
Esskastanien (Castanea sativa) und Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) sind nicht verwandt. Esskastanien haben essbare Früchte und stachelige Fruchthüllen. Rosskastanien sind giftig und haben glattere, weniger stachelige Hüllen.
In welchen Regionen Deutschlands gedeihen Esskastanien am besten?
Esskastanien gedeihen am besten in milden Regionen wie Weinbaugebieten, dem Rheintal, der Pfalz und dem Bodenseegebiet. In kälteren Regionen sind sie frostempfindlich und liefern weniger zuverlässige Ernten.