Kamille anbauen: Bewährte Heilpflanze im Kraeutergarten

Kamille anbauen lohnt sich in jedem Kräutergarten: Die einjährige Heilpflanze mit ihren charakteristischen weißen Blüten und dem gelben Blütenboden gedeiht an nährstoffarmen, sonnigen Standorten und ist ab März durch Direktsaat leicht zu kultivieren.

Standort und Aussaat der Kamille

Kamille gehört zu den bekanntesten Heilpflanzen und wohl jedes Kind ist schon einmal in den Genuss von Kamillentee gekommen. Die weißen, mit einer gelben, knopfartigen Mitte den Margeriten ähnlichen Blüten der botanisch Matricaria chamomilla genannten Pflanze erscheinen ab Ende Mai. Das zu den Korbblütlern gehörende Heilkraut mit uralter Tradition wird heutzutage getrocknet meist im Teebeutel eingesperrt, dabei hat die Pflanze viel mehr zu bieten. Im Kräutergarten sieht die mit filigranem Laub ausgestattete Pflanze sehr hübsch aus, lockt zahlreiche Nützlinge an und duftet einfach himmlisch. Die einjährig kultivierte Pflanze wird bis 50 cm hoch und blüht im Frühsommer. Kamille gedeiht am besten in nährstoffarmen, mäßig feuchten Böden in voller Sonne. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr ab März an Ort und Stelle.

Ernte und Trocknung der Kamillenblüten

Geerntet werden die stark duftenden Blütenköpfchen am besten am späten Vormittag und nur bei trockenem Wetter. Zu diesem Zeitpunkt enthalten die Blüten die größte Menge an ätherischen Ölen und Wirkstoffen. Kamillenblüten können problemlos getrocknet werden: Breite sie dünn auf einem sauberen Tuch oder einem Trockengestell aus und lass sie an einem warmen, gut belüfteten Ort trocknen. In luftdichten Schraubgläsern dunkel aufbewahrt halten sich Kamillenblüten ein Jahr lang. Blattläuse können zum Problem werden, sonst ist Kamille sehr robust und pflegeleicht. Wenn Kamille zur Samenreife kommt, sät sie sich oft von selbst aus, sodass du im nächsten Jahr ohne neue Aussaat wieder Kamille im Garten hast.

Heilwirkung und Verwendung von Kamille

Als Tee zubereitet hilft Kamille bei allen Arten von Entzündungen und bei Magen- und Darmproblemen. Die Blüten enthalten ätherische Öle, Flavonoide und Bisabolol, die entzündungshemmend, krampflösend und beruhigend wirken. Für einen Kamillentee übergießt du einen Teelöffel getrocknete Blüten mit heißem Wasser und lässt ihn fünf bis zehn Minuten ziehen. Kamille eignet sich auch für äußerliche Anwendungen: Kamillenextrakt beruhigt gereizte Haut und wird in vielen Hautpflegeprodukten eingesetzt. Kamillenblüten können auch als Badezusatz verwendet werden, ein Kamillenbad wirkt entspannend und lindert Hautirritationen. Im Kräutergarten ist Kamille außerdem eine wertvolle Begleitpflanze, da sie Nützlinge anzieht.

Gärtner Pötschkes Tipp: Ernte Kamillenblüten immer am späten Vormittag bei trockenem Wetter, dann sind die ätherischen Öle am konzentriertesten und der Tee wird besonders aromatisch.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich echte Kamille und unterscheide sie von Hundskamille?

Echte Kamille erkennst du am hohlen, kegelförmigen Blütenboden und am intensiven, charakteristischen Kamillenduft. Geruchlose oder schwach duftende Pflanzen mit ähnlichen Blüten sind meist Hundskamille, die keine Heilwirkung hat.

Wann ist der beste Zeitpunkt, Kamillenblüten zu ernten?

Ernte Kamillenblüten, wenn sie vollständig geöffnet sind und die weißen Zungenblüten waagerecht abstehen. Zu früh geerntete Blüten enthalten weniger Wirkstoffe. Der späte Vormittag bei trockenem Wetter ist ideal.

Verwandte Artikel