Grünkohl anbauen ist besonders in Norddeutschland eine Tradition, denn dieses deftige Spätgemüse entfaltet sein volles Aroma erst nach den ersten Frösten. Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica), wegen seiner Blattform auch Krauskohl oder Federkohl genannt, bildet je nach Sorte bis zu 2 m hohe, lockere Blattrosetten mit wedelartigen, dunkelgrünen, gekräuselten Blättern. Scherzhaft nennt man ihn auch Friesische Palme, weil er in Norddeutschland besonders beliebt ist.
Aussaat und Standort für Grünkohl
Grünkohl wird ab Mai direkt ins Freiland gesät oder als Vorkultur unter Glas angezogen. Er bevorzugt einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem, tiefgründigem Boden. Da Grünkohl einen hohen Nährstoffbedarf hat, empfiehlt es sich, vor der Aussaat reifen Kompost oder gut verrotteten Stalldünger in den Boden einzuarbeiten. Während der Kultur wird mehrmals mit einem ausgewogenen Volldünger oder einem organischen Bio-Naturdünger nachgedüngt. Die Pflanzen wachsen je nach Sorte sehr hoch und können bis zu 2 m erreichen, weshalb sie bei Bedarf mit einem Stab gestützt werden sollten. Der Pflanzabstand sollte mindestens 50 x 50 cm betragen, damit die Pflanzen gut belüftet werden und Krankheiten vorgebeugt wird.
Pflege und Schädlingsschutz bei Grünkohl
Grünkohl kann von allen typischen Kohlkrankheiten und -schädlingen heimgesucht werden, besonders anfällig ist er für Weiße Fliegen. Gemüsefliegen-Schutznetze können einen Befall verhindern, sofern sie rechtzeitig ausgebracht werden. Regelmäßiges Jäten und Wässern bei Trockenheit sind die wichtigsten Pflegemaßnahmen. Das Anhäufeln der Stiele verbessert die Standfestigkeit der hochwachsenden Pflanzen. Der kräftig aromatische Geschmack von Grünkohl entwickelt sich erst im Herbst, wenn die in den Blättern enthaltenen Bitterstoffe durch Frost rasch abgebaut werden. Daher sollte man mit der Ernte warten, bis die ersten Fröste eingesetzt haben, das macht den Grünkohl deutlich milder und aromatischer.
Ernte und Verwendung von Grünkohl
Die Erntesaison beginnt in der Regel im Oktober und zieht sich bis ins zeitige Frühjahr hin. Geerntet werden die äußeren Blätter von unten nach oben, die Pflanze treibt dann immer wieder neu aus. Grünkohl ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen und gilt als eines der nährstoffreichsten Gemüse überhaupt. In der Küche ist er vielseitig einsetzbar: Klassisch wird er mit Pinkel, Kassler oder Mettwurst zubereitet, er eignet sich aber auch für Suppen, Eintöpfe und moderne Smoothies. Wer Grünkohl einfrieren möchte, blanchiert die geputzten Blätter kurz in kochendem Salzwasser und friert sie dann portionsweise ein.
Gärtner Pötschkes Tipp: Warten Sie mit der ersten Grünkohlernte bis nach dem ersten Frost – die Kälte baut die Bitterstoffe in den Blättern ab und macht den Grünkohl deutlich milder und aromatischer.
Häufig gestellte Fragen
Warum schmeckt Grünkohl nach dem Frost besser?
Frost baut die in den Blättern enthaltenen Bitterstoffe rasch ab, wodurch der Grünkohl milder und aromatischer wird. Daher beginnt die Erntesaison traditionell erst nach den ersten Frösten im Oktober.
Wie hoch wird Grünkohl und braucht er eine Stütze?
Je nach Sorte kann Grünkohl bis zu 2 m hoch werden. Besonders hochwachsende Sorten sollten mit einem Stab gestützt werden, damit sie bei Wind und Regen nicht umknicken.