Gemüsemiete anlegen: Winterlagerung im eigenen Garten

Eine Gemüsemiete anlegen ist die traditionelle Methode, um Wurzelgemüse und Kohl den ganzen Winter über frisch zu halten – ganz ohne Strom und Kühlschrank. Das Gemüse wird in einer Erdgrube dachförmig geschichtet und mit Stroh und Erde abgedeckt, sodass es vor Frost geschützt bleibt und trotzdem belüftet wird.

Zeitpunkt und Vorbereitung der Gemüsemiete

Das Gemüse soll möglichst spät im Winterquartier eingemietet werden – vor November wird keine Miete angelegt. Das Einmieten wird nur bei trockenem, möglichst windigem Wetter vorgenommen, denn nass eingebrachtes Gemüse begünstigt die Fäulnis. Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Rüben, Pastinaken, Petersilienwurzeln und Kohlrüben werden nur mit der Hand von der Erde befreit und nicht gewaschen. Die Blätter werden abgedreht, wobei an jeder Pflanze ein paar Herzblätter verbleiben sollten. Kohlarten können mit oder ohne Strunk eingemietet werden. Wer mit Strunk einmietet, muss darauf achten, dass dieser nach oben kommt. Nur völlig trocken eingemietetes Kohlgemüse hält sich gut über den Winter.

Aufbau der Erdmiete Schritt für Schritt

Suche dir einen gut geschützten Ort im Garten und hebe dort eine etwa einen Meter breite und 25 cm tiefe Grube aus, deren Länge sich nach den einzumietenden Vorräten richtet. In diese Grube wird das Gemüse dachförmig bis 1,25 m Höhe geschichtet. Auf den Haufen kommt langes Stroh mit den Ähren nach unten – die Ähren sollen nicht in die Miete reichen, sondern außerhalb der Grube auf einem etwa 10 cm hohen Erdwall liegen. Diese Strohschicht soll etwa 10 bis 15 cm dick sein. Ein Strohwisch kommt in die Mitte des Dachfirstes zur Entlüftung, bei längeren Mieten jeweils mit einem Meter Abstand. Dann kommt etwas Erde auf die Miete. Den oberen Teil lässt du zunächst nur dünn bedeckt und verstärkst die Erdschicht erst bei stärkerem Frost auf 20 bis 25 cm.

Entnahme und Kontrolle während des Winters

Wenn du im Winter Gemüse aus der Miete entnehmen möchtest, öffne sie stets nur an einer Seite und verschließe die Öffnung danach sofort wieder sorgfältig mit Stroh und Erde. So bleibt die Isolierung intakt und das restliche Gemüse ist weiterhin geschützt. Kontrolliere die Miete bei mildem Wetter gelegentlich auf Fäulnis und entferne befallene Stücke sofort, damit sich der Schaden nicht ausbreitet. Bei starkem Frost sollte die Miete nicht geöffnet werden, da die Kälte sonst tief eindringen kann. Eine gut angelegte Miete hält das Gemüse bis ins Frühjahr hinein frisch und knackig.

Häufig gestellte Fragen

Warum darf die Gemüsemiete erst ab November angelegt werden?

Vor November sind die Temperaturen oft noch zu mild, was die Fäulnis begünstigt. Das Gemüse soll möglichst spät eingelagert werden, damit es vorher noch auf dem Beet weiterwachsen kann. Zudem ist kühles, trockenes Wetter ideal für das Einmieten.

Welches Gemüse eignet sich besonders gut für die Erdmiete?

Besonders gut eignen sich Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Rüben, Pastinaken, Petersilienwurzeln und Kohlrüben. Auch Kohlarten wie Weißkohl und Rotkohl lassen sich hervorragend einmieten, wenn sie völlig trocken eingebracht werden.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 145

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