Weißkohl (Brassica oleracea var. capitata f. alba) bildet feste, runde Köpfe aus fleischigen, eng geschlossenen Blättern und ist eine der robustesten Kohlarten im Gemüsegarten. Er enthält viel Vitamin C und wertvolle Mineralstoffe – ob als Sauerkraut, Kohlrouladen oder frischer Salat, er ist aus der deutschen Küche nicht wegzudenken. Auch als Weißkraut, Kappes oder Kabis bekannt, liefert er dir vitaminreiche Köpfe, die sich vielseitig verwenden und monatelang lagern lassen.
Aussaat und Vorkultur von Weißkohl
Die Aussaat von Weißkohl erfolgt als Vorkultur unter Glas oder Folie. Gesät wird ab Mitte März, etwa 1 bis 2 cm tief in Schalen mit Aussaaterde. Die Erde wird gleichmäßig feucht gehalten, die Keimdauer beträgt etwa eine Woche. Wer die Anzucht aus Samen zu aufwendig findet, kann ab Mitte April auch Sämlinge auf dem Wochenmarkt kaufen – die Sortenauswahl ist dann allerdings eingeschränkt. Bei der Sortenwahl solltest du auf den jeweiligen Anbautermin achten, denn es gibt Sorten speziell für den Früh- oder den Herbstanbau sowie viele, die sich für die gesamte Gartensaison eignen. Frühe Weißkohl-Sorten haben den Nachteil, dass sie nicht gut lagerfähig sind und rasch verbraucht werden müssen. Sobald die Witterung es zulässt, können die Sämlinge ab Anfang April in ein Frühbeet oder in einen Folientunnel gepflanzt werden; ab Ende April auch direkt ins Beet. Etwas Algenkalk im Pflanzloch beugt einem Befall mit der Kohlhernie vor.
Pflanzabstand, Düngung und Pflege
Der Pflanzabstand beträgt je nach Sorte zwischen 30 × 30 cm und 60 × 60 cm. Während der Anwachsphase sind regelmäßiges Hacken, Jäten und Wässern unverzichtbar. Das Anhäufeln der Stiele erhöht die Standfestigkeit, welke Blätter werden entfernt. Da Weißkohl einen sehr hohen Nährstoffbedarf hat, wird er während der Kultur mehrmals nachgedüngt. Empfehlenswert sind ausgewogene Volldünger oder rein organische Bio-Naturdünger. Das Düngen erfordert dabei etwas Fingerspitzengefühl: Zu viel Stickstoff begünstigt den Befall durch Krankheiten und Schädlinge und ist außerdem dafür verantwortlich, wenn der Kohl beim Kochen einen strengen Geruch entwickelt. Stark stickstoffhaltige Dünger sollten daher vermieden werden. Regelmäßiges Hacken hält das Beet unkrautfrei und verbessert die Bodenstruktur, was das Wachstum der Köpfe fördert.
Ernte und Lagerung von Weißkohl
Frühe Sorten sind ab Ende Juni erntereif, Herbstsorten werden ab September bis Oktober geerntet. Weißkohl bildet größere Köpfe als Rotkohl oder Wirsing. Geerntete Köpfe lassen sich an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort mehrere Monate lagern – entweder in Netzen aufgehängt oder in Regalen aufbewahrt. Weißkohl ist in der Küche sehr vielseitig: Als Weißkrautsalat, in Eintöpfen, als Kohlrouladen oder als Sauerkraut ist er ein Klassiker. Für die Sauerkrautherstellung eignen sich besonders feste, späte Sorten mit hohem Zuckergehalt. Wer Weißkohl einfrieren möchte, blanchiert die geputzten Blätter kurz in kochendem Salzwasser und friert sie dann portionsweise ein.
Gaertner Poetschkes Tipp: Gib beim Einpflanzen etwas Algenkalk ins Pflanzloch – das schützt Weißkohl wirksam vor der gefürchteten Kohlhernie und fördert gleichzeitig ein gesundes Wurzelwachstum.
Häufig gestellte Fragen
Welche Weißkohl-Sorten eignen sich besonders gut für den Herbstanbau?
Für den Herbstanbau eignen sich späte Sorten mit festen, großen Köpfen, die sich gut lagern lassen. Sie werden ab Mitte März vorgezogen und ab Ende April ins Freiland gepflanzt, die Ernte erfolgt ab Oktober.
Warum entwickelt Weißkohl beim Kochen manchmal einen strengen Geruch?
Ein zu hoher Stickstoffgehalt im Boden ist die häufigste Ursache für den strengen Kochgeruch. Wer ausgewogen düngt und auf stark stickstoffhaltige Dünger verzichtet, erntet Kohl mit milderem Aroma.