Gute Bodenbearbeitung verbessert die Struktur deines Gartenbodens nachhaltig und schafft optimale Bedingungen für kräftige Pflanzenwurzeln. Nur wer seinen Boden regelmäßig pflegt und „in Schuss“ hält, kann auf eine reiche Ernte hoffen.
Wissenswertes im Überblick
Die richtige Bodenbearbeitung ist der Grundstein zum Erfolg. Deshalb solltest du dieser große Sorgfalt zukommen lassen. Sie bringt stets Verbesserungen in der Struktur, was letztendlich den Pflanzenwurzeln wieder zugute kommt. Nur wer seinen Boden „in Schuss“ hält, kann auf eine gute Ernte hoffen.
Graben im Herbst: Das Umgraben des Bodens gehört mit zu den wichtigsten Gartenarbeiten im Herbst und Frühwinter, vor allem, wenn es sich um schwere Böden handelt. Viele Hobbygärtner, die ihre Gärten biologisch bestellen, sehen das jedoch anders und lehnen das Umgraben ab. Für sie ist das Drehen der Bodenschollen ein zu schwerer Eingriff in die komplexe Lebewelt und Struktur des Bodens. Das ist eine Frage der Einstellung, die jeder für sich selbst entscheiden muss. Ich gebe nur zu bedenken, dass schwere Böden sich im Frühjahr oft nur dann bearbeiten lassen, wenn sie zuvor im Herbst tief umgegraben worden sind und den Winter über Frost ausgesetzt waren.
Schwere Böden umgraben: So geht es! Sind die Beete im Herbst abgeerntet, alle Pflanzenreste und Kohlstrünke abgeharkt und entfernt, wird mit einem Spaten tief und grobschollig umgegraben. Die Schollen werden dabei keinesfalls zerkleinert, sondern sie bleiben so liegen. Nur so kann der Boden im Winter richtig durchfrieren und die Feuchtigkeit tief bis in den Untergrund eindringen (Frostgare). Das Resultat ist eine gute Krümelstruktur der obersten Erdschicht im Frühjahr, die für unsere Pflanzen zur Wurzelung und Ernährung wichtig ist. Frost hat nämlich für den Boden eine doppelt befruchtende Wirkung: Durch ihn werden die feinsten Bodenteilchen zersprengt, in der Erde vorhandene Nährstoffe gelöst und auch freigesetzt. Deshalb sollte niemals im Frühjahr tief gegraben werden. Denn nur stark durchgefrorene Erdschollen zerfallen zu feinkrümeliger Erde, wie man sie nicht feiner herrichten kann.
Mit dem Umgraben erreichen wir auch, dass der Boden gewendet wird. Die wurzelführende Schicht wird dabei gegen eine ausgeruhte tiefere ausgetauscht. Die Erde wird auf diese Art und Weise gelockert und durchlüftet, und die Wurzeln der neu angebauten Pflanzen können sich besser entfalten. Achte beim Umgraben stets darauf, dass nur die obere Erdkrumenschicht gewendet wird und nicht etwa Erde aus zu tiefen Schichten nach oben kommt. Denn dann würde der wertvolle Mutterboden in den Untergrund befördert und wäre für die Pflanzenwurzeln nicht mehr erreichbar. Auch die im Boden so wichtigen Bakterien und Kleinlebewesen würden zu tief untergegraben – für die Pflanzenwurzeln ein nur schwer wieder gut zu machender Fehler.
Regelmäßiges Mulchen während des Sommers fördert ebenfalls eine gute Krümelstruktur des Bodens. Besonders leichte Böden, die im Herbst mit einer Schicht aus Pflanzenresten, Rindenhumus oder Grasschnitt gemulcht worden sind, brauchen nicht umgegraben zu werden, hier reicht bereits einfaches Lockern.
Tiefenlockerung: Holländern und Rigolen: Holländern und Rigolen sind besondere Techniken des Umgrabens, bei denen zwei bzw. drei Spatenstiche tief umgegraben wird. Dieses tiefe Rigolen ist aber nur dann notwendig, wenn der Untergrund verdichtet ist und das Wasser nicht mehr versickern kann. Beim Rigolen ist immer darauf zu achten, dass die obere Humusschicht nicht mit den Untergrundschichten vermischt oder von diesen überdeckt wird. Keinesfalls dürfen die unterste und mittlere Bodenschicht nach oben kommen, denn in diesen gibt es kaum aktive Bakterien, die für ein gesundes Wachstum der Pflanzen unverzichtbar sind. Die obere Schicht wird daher getrennt gegraben und gewendet und kommt dann wieder in ihrer alten Höhe zu liegen. Die unterste Schicht wird nur gelockert. Durch Rigolen wird der Boden insgesamt bis zu einem halben Meter Tiefe aufgelockert.
Zwei Spatenstich tiefes Umgraben wird als Holländern bezeichnet. Dies geht folgendermaßen: Anfangs heben wir am Beetrand einen Spatenstich breiten und tiefen Graben aus und legen den ausgehobenen Mutterboden beiseite. Der Grund der Furche wird anschließend nochmals einen Spaten tief gewendet, bevor die Erde der nächsten Reihe in die erste Furche gegeben wird. Die letzte Furche wird dann mit der zuerst ausgehobenen und beiseitegelegten Muttererde wieder aufgefüllt. Beim Rigolen erfolgt das Graben in der gleichen Weise wie beim Holländern, doch es wird drei Spatenstiche tief gegraben und jeweils die unterste und mittlere Schicht gelockert.
Gaertner Poetschkes Tipp: Umgegraben wird am besten im Herbst. Unter der Einwirkung von Frost entsteht so bis zum Frühjahr ein feinkrümeliger Boden, der sich perfekt für die Aussaat und Pflanzung eignet.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Bodenbearbeitung im Garten?
Bodenbearbeitung umfasst alle Maßnahmen zur Lockerung, Wendung und Verbesserung der Bodenstruktur. Dazu gehören Umgraben, Lockern und Mulchen, um optimale Bedingungen für Pflanzenwurzeln zu schaffen.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Umgraben?
Schwere Böden gräbst du am besten im Herbst oder Frühwinter um. So kann der Frost die groben Schollen über den Winter zu feinkrümeliger Erde zersetzen. Leichte Böden benötigen oft nur eine Lockerung im Frühjahr.