Der grosse Nutzgarten: Gemuese und Obst anbauen

Endlich ist genug Platz, um neben Salat, Kräutern und traditionellen Gemüsesorten auch Erdbeerbeete anzulegen und Kartoffeln anzubauen. Auch die Platz beanspruchenden Artischocken sind es durchaus wert, dass du sie in einem großen Nutzgarten anpflanzt. Vielleicht lässt der Boden es auch zu, ein Spargelbeet anzulegen, von dem du jahrelang das köstliche Edelgemüse ernten kannst.

Planung und Fruchtwechsel

Plane deinen Nutzgarten jedes Jahr neu und berücksichtige dabei, dass viele einjährige Gemüsepflanzen wie zum Beispiel Kohlgewächse alljährlich den Standort wechseln müssen, damit der Boden und die Pflanzen gesund bleiben. Durch dieses System des Fruchtwechsels haben schon unsere Vorfahren verhindert, dass sich Krankheiten ausbreiten und der Boden einseitig ausgelaugt wird. Nur Tomaten stehen gern immer wieder an derselben Stelle. Weil sich die gefürchtete Krautfäule aber über den Boden ausbreitet, ist auch bei den Paradiesäpfeln ein jährlicher Umzug nicht von Schaden. Achte darauf, die Beete so einzuteilen und auszurichten, dass alle Pflanzen ausreichend Licht bekommen und vor kalten Winden geschützt sind. In sehr windigen Regionen kann eine Brombeerhecke als Windbrecher dienen. Im Halbschatten ist der ideale Platz für einen großzügig bemessenen Kompostplatz, denn hier wird nicht nur der im Nutzgarten anfallende Abfall verwertet, sondern auch Rasenschnitt, Herbstlaub und andere Gartenabfälle aus dem Ziergarten verkompostiert.

Frühbeet und Gewächshaus

Sowohl für den Nutzgarten als auch für den Ziergarten lohnt sich die Aussaat und die Anzucht von Jungpflanzen, wenn du alljährlich große Beete mit Sommerblumen füllen willst und im Gemüsegarten auf eine gute Ernte hoffst. Ein ausreichend großes Frühbeet ist dafür unverzichtbar. Egal, ob selbst gebaut oder als fertiger Bausatz: Mit Frühbeeten lässt sich die Gartensaison auf einfache Art verlängern. Das Gewächshaus ersetzt zwar kein Frühbeet, ist aber vor allem eine praktische Ergänzung. In einem Treibhaus kannst du die Sämlinge bis zum Auspflanzen weiter kultivieren. Außerdem ermöglicht das Gewächshaus, empfindliche Pflanzen wie Tomaten, Paprika und Schlangengurken im Sommer geschützt heranzuziehen bzw. zum Fruchtansatz zu bringen. Im Winter kannst du dort außerdem frostempfindliche Kübelpflanzen unterstellen. Sowohl Frühbeet als auch Gewächshaus erhalten einen sonnigen Standort. Am besten bringst du sie im Nutzgarten unter oder stellst sie in dessen unmittelbarer Nähe auf. Denk auch ans Lüften und Schattieren, dann kann den Pflänzchen nichts passieren.

Standortwahl und Windschutz

Achte bei der Anlage deines großen Nutzgartens darauf, dass alle Bereiche gut erreichbar sind und die Wege breit genug für Schubkarre und Gartengeräte bleiben. Die Beete sollten so ausgerichtet sein, dass jede Kultur optimale Lichtverhältnisse erhält. Besonders wärmeliebende Pflanzen wie Tomaten, Paprika und Auberginen profitieren von einem geschützten, sonnigen Standort. In windigen Lagen bietet sich eine natürliche Hecke aus Beerensträuchern wie Brombeeren oder Johannisbeeren als Windschutz an. Diese erfüllen gleich zwei Funktionen: Sie schützen empfindliche Kulturen und liefern zusätzlich leckere Früchte. Plane auch ausreichend Platz für Wege ein, damit du auch bei feuchter Witterung bequem zu allen Beeten gelangen kannst, ohne den Boden zu verdichten.

Gaertner Poetschkes Tipp: Lege in deinem großen Nutzgarten einen zentralen Kompostplatz im Halbschatten an. Dort kannst du alle Gartenabfälle sammeln und zu wertvollem Humus verarbeiten, der deine Beete mit Nährstoffen versorgt und die Bodenstruktur verbessert.

Häufig gestellte Fragen

Wie lege ich einen Nutzgarten am besten an?

Plane deinen Nutzgarten mit ausreichend breiten Wegen und teile die Beete so ein, dass du den Fruchtwechsel einhalten kannst. Kohlgewächse, Tomaten und andere Gemüsesorten sollten jährlich den Standort wechseln, um Krankheiten vorzubeugen und den Boden nicht einseitig auszulaugen. Achte auf sonnige Standorte für wärmeliebende Kulturen und plane einen Kompostplatz im Halbschatten ein.

Welche Vorteile bietet ein Gewächshaus im Nutzgarten?

Ein Gewächshaus verlängert die Gartensaison erheblich und ermöglicht die geschützte Anzucht von Jungpflanzen sowie den Anbau wärmeliebender Gemüsesorten wie Tomaten, Paprika und Gurken. Im Winter dient es als Überwinterungsquartier für frostempfindliche Kübelpflanzen. Zusammen mit einem Frühbeet kannst du so fast ganzjährig ernten.

Gärtnerische Grundlagen – Band I (2008)

Seiten: 48

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