Thymian anbauen lohnt sich in jedem Kräutergarten: Der ausdauernde, verholzende Zwergstrauch aus der Familie der Lippenblütler kommt in rund 350 verschiedenen Arten und Sorten vor und ist sowohl als Würzkraut als auch als Heilpflanze unverzichtbar. Die meisten Thymianarten wachsen niederliegend oder kriechend und eignen sich hervorragend als Bodendecker oder für Trockenmauern.
Botanik und Sortenvielfalt des Thymians
Thymian (Thymus spp.) ist ein ausdauernder, verholzender Zwergstrauch aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und kommt in rund 350 verschiedenen Arten und Sorten vor. Bei den meisten handelt es sich um niederliegende oder kriechend wachsende Arten, manche werden aber auch 25 bis 30 cm hoch. Die meisten Arten stammen aus dem Mittelmeergebiet und sind daher bei uns entweder gar nicht oder nur bedingt frosthart. Die Wuchsform, die Laubfarbe und das Aroma sind von der Art und der Sorte abhängig. So können die immergrünen Blätter des Thymians verschiedene Grüntöne haben, aber auch gelb oder weiß gemustert, silbrig oder goldfarben sein. Die im Sommer erscheinenden Blüten sind meist rosafarben, manchmal auch weiß. Alle Thymianarten und -sorten haben einen starken, aromatischen Duft.
Standort, Pflege und Vermehrung
Thymian liebt volle Sonne und einen durchlässigen, trockenen, kalkhaltigen Boden. Staunässe verträgt er nicht und führt schnell zu Wurzelfäule. Weil Thymian ein Lichtkeimer ist, werden die Samen gar nicht oder nur ganz dünn mit Erde bedeckt. Die Aussaat erfolgt ab März unter Glas oder Folie, die Keimdauer beträgt zwei bis drei Wochen. Ältere Thymiansorten werden durch halbverholzte Stecklinge im Sommer vermehrt, so kann man sicher sein, dass sie die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze haben. Ein Rückschnitt nach der Blüte im Spätsommer hält die Pflanzen kompakt. Manche Thymiansorten bilden Rasenpolster, auf denen man gehen kann oder die gestalterisch im Garten eingesetzt werden.
Heilwirkung und Verwendung in der Küche
In der Heilkunde verwendet man Thymian aufgrund des hohen Gehaltes an Thymol, eines ätherischen Öls, das krampflösend und desinfizierend wirkt. Als Tee hat Thymian sich vor allem bei Halsentzündungen und anderen Erkrankungen der Atemwege sowie als Mundwasser bewährt. Man kann auch dem Badewasser einen Aufguss aus Thymian zusetzen. Getrockneten Thymian kann man in Kräuterkissen füllen oder in Potpourris mischen. Schwangere sollten Thymian in höherer oder konzentrierter Form meiden. In der Küche ist Thymian unverzichtbar für mediterrane Gerichte, Schmorgerichte, Suppen und Marinaden. Er passt zu Fleisch, Fisch, Gemüse und Käse.
Gaertner Poetschkes Tipp: Schneide Thymian nach der Blüte im Spätsommer zurück, so bleibt die Pflanze kompakt und buschig. Für die Küche ist Echter Thymian (Thymus vulgaris) die aromatischste Wahl.
Häufig gestellte Fragen
Welche Thymiansorte eignet sich als Bodendecker und welche für die Küche?
Kriechender Thymian (Thymus serpyllum) und Teppichthymian eignen sich hervorragend als Bodendecker und für Trockenmauern. Für die Küche ist Echter Thymian (Thymus vulgaris) die beste Wahl, da er das intensivste Aroma hat. Zitronenthymian (Thymus citriodorus) ist eine aromatische Variante mit Zitrusnote.
Wie trockne ich Thymian richtig und wie lange ist er haltbar?
Thymian wird am besten kurz vor der Blüte geerntet und in kleinen Bündeln kopfüber an einem luftigen, warmen Ort getrocknet. Getrockneter Thymian behält sein Aroma in einem luftdichten Glas bis zu einem Jahr. Alternativ können die Zweige auch eingefroren werden.