Anis anbauen: Gewürz- und Heilpflanze aus dem eigenen Garten

Anis anbauen ist eine lohnende Aufgabe für Gartenfreunde, die aromatische Gewürze selbst ziehen möchten – das einjährige Doldengewächs mit dem botanischen Namen Pimpinella anisum stammt aus Ägypten und liefert Samen mit dem charakteristischen süßlichen Aroma. In der Küche wird Anis für Gebäck, Brot und Likör verwendet, in der Volksmedizin gilt er als bewährtes Mittel bei Husten und Verdauungsbeschwerden.

Aussaat und Standortansprüche von Anis

Die Aussaat von Anis erfolgt ab April an Ort und Stelle in Reihen mit 20 bis 30 cm Abstand. Die Saat keimt langsam und braucht etwa drei Wochen zum Auflaufen. Anis bevorzugt einen warmen, sonnigen Standort mit kalkhaltigem, durchlässigem Boden. Auf schweren, nassen Böden gedeiht er schlecht. Nach dem Aufgang werden die Pflanzen auf etwa 15 cm Abstand vereinzelt. Anis ist eine einjährige Pflanze, die etwa 40 bis 50 cm hoch wird und im Hochsommer weiße Doldenblüten bildet. Die Pflege beschränkt sich auf gelegentliches Jäten und Lockern des Bodens. In kühlen, feuchten Sommern kann die Samenreife ausbleiben, weshalb ein geschützter, warmer Platz im Garten besonders wichtig ist.

Ernte und Verwendung von Anissamen

Die Samen werden geerntet, wenn sie sich graubraun verfärben und die Dolden trocken werden. Schneide die Dolden morgens im Tau ab und lasse sie auf einem Tuch nachtrocknen. Anis ist ein vielseitiges Gewürz: Er wird für Weihnachtsgebäck, Brot, Kuchen und Likör verwendet. In der Volksmedizin gilt Anistee als bewährtes Mittel bei Husten, Verschleimung und Blähungen. Stillenden Müttern wird Anistee zur Förderung der Milchbildung empfohlen. Die zerquetschten Samen werden mit heißem Wasser übergossen – ein Teelöffel auf eine Tasse genügt. Auch in der Likörherstellung und als Brotgewürz hat Anis seit Jahrhunderten seinen festen Platz. Die ätherischen Öle des Anis wirken krampflösend und schleimlösend zugleich.

Häufig gestellte Fragen

Warum keimt Anis so langsam und was kann man dagegen tun?

Anis gehört zu den Doldengewächsen, deren Samen eine natürliche Keimhemmung besitzen. Die Keimung dauert etwa drei Wochen. Gleichmäßige Feuchtigkeit und ein warmer Standort beschleunigen den Vorgang. Vorquellen der Samen über Nacht kann ebenfalls helfen.

Für welche Beschwerden wird Anistee in der Volksmedizin empfohlen?

Anistee gilt als bewährtes Hausmittel bei Husten, Verschleimung und Blähungen. Stillenden Müttern wird er zur Förderung der Milchbildung empfohlen. Ein Teelöffel zerquetschte Samen auf eine Tasse heißes Wasser genügt für eine Anwendung.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch (2021, 44. Auflage)

Seiten: 139

Verwandte Artikel