Bestäubung bei Obstgehölzen: Selbstfruchtbare Sorten

Die richtige Bestäubung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg im Obstgarten: Selbstfruchtbare Sorten tragen zuverlässig auch ohne Befruchtersorte, während andere Sorten auf Fremdpollen angewiesen sind. Wer die Bestäubungsverhältnisse kennt, kann seinen Obstgarten gezielt zusammenstellen und Ertragsausfälle vermeiden.

Selbstfruchtbare und fremdbestäubte Sorten

Viele Obstsorten sind selbstfruchtbar und somit nicht auf fremde Pollen angewiesen. Selbstfruchtbare Sorten bieten die Sicherheit eines reichen Ertrags, da sie nach der Bestäubung mit sorteneigenem Pollen zuverlässig Früchte hervorbringen – du kannst sie daher problemlos auch in Einzelstellung pflanzen. Bestimmte Sorten benötigen jedoch für einen guten bzw. höheren oder gesicherten Fruchtansatz den Pollen einer fremden Sorte. Für eine solche Kreuzbestäubung muss ein passender Obstbaum der gleichen Art, aber einer anderen Sorte, in der unmittelbaren Nähe stehen – das kann natürlich auch der Garten des Nachbarn sein. Dabei gibt es Sorten, die gut zueinander passen und solche, die weniger gut oder gar nicht miteinander harmonieren. Wichtig ist dabei, dass sie etwa zur gleichen Zeit blühen, damit eine gegenseitige Bestäubung stattfinden kann. Tabellen geeigneter Befruchtersorten findest du in dem jeweiligen Unterkapitel bei den einzelnen Obstarten, ebenso die Auflistungen der zuverlässig tragenden, selbstfruchtbaren Sorten.

Standort und Klima berücksichtigen

Selbstverständlich musst du auch das Klima in deiner Region und am betreffenden Standort berücksichtigen. Manche Obstarten wie Feigen, Walnüsse, Kakipflaumen oder Esskastanien eignen sich generell nur für milde Gegenden, von anderen gibt es Sorten, die unterschiedlich hart im Nehmen sind. So können zum Beispiel früh blühende Sorten in rauen Lagen durch Spätfröste leiden, hier kann der Ertrag unter Umständen sogar ganz ausfallen. Spät blühende Sorten wären da die bessere Wahl. Du kannst dir Fehlschläge ersparen, wenn du beim Kauf von Obstbäumen nach Züchtungen fragst, die für die jeweilige Region typisch und geeignet sind. Die Wahl des richtigen Standorts und der passenden Sorte ist somit ebenso wichtig wie die Kenntnis der Bestäubungsverhältnisse.

Erntezeiten der wichtigsten Obstsorten

Die Erntezeiten variieren je nach Obstart und Sorte erheblich: Im Mai reifen bereits die ersten Lenzbeeren. Im Juni folgen Erdbeeren, frühe Kirschen sowie frühe Schwarze und Rote Johannisbeeren und Himbeeren. Juli und August sind die Haupterntemonate für Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, späte Kirschen, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, späte Johannisbeeren sowie frühe Sorten von Äpfeln und Birnen. Im September und Oktober erntest du Holunder, Haselnüsse, Walnüsse, späte Sorten von Äpfeln und Birnen, Quitten, späte Pflaumen, Esskastanien und Weintrauben. Den Abschluss bilden im November Kiwis und Kakipflaumen.

Gaertner Poetschkes Tipp: Informiere dich beim Kauf, ob deine gewählte Obstsorte selbstfruchtbar ist oder eine Befruchtersorte benötigt – das erspart dir spätere Enttäuschungen bei der Ernte.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Selbstfruchtbarkeit bei Obstgehölzen?

Selbstfruchtbare Sorten können sich mit eigenem Pollen bestäuben und tragen auch ohne Befruchtersorte zuverlässig Früchte. Sie eignen sich besonders für kleine Gärten, in denen nur ein einzelner Baum gepflanzt werden kann.

Wann blühen die wichtigsten Obstsorten und wann kann man ernten?

Die Erntezeiten variieren stark: Lenzbeeren reifen bereits im Mai, Erdbeeren und Kirschen im Juni, Pfirsiche und Pflaumen im Juli/August, während späte Äpfel und Birnen erst im September/Oktober geerntet werden.

Gärtner Pötschkes Großes Gartenbuch Band III – Obst

Seiten: 14

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