Ziergehoelze fuer frei wachsende Hecken

Frei wachsende Hecken aus Ziergehölzen sind lebendige Kunstwerke, die deinen Garten das ganze Jahr über bereichern. Anders als streng geschnittene Formhecken dürfen sie sich natürlich entfalten und zeigen ihre volle Schönheit durch üppige Blüten, duftende Blütenstände, leuchtende Herbstfärbung und dekorative Früchte. Von der zarten Felsenbirne mit ihren essbaren Beeren über den schmetterlingsfreundlichen Sommerflieder bis hin zum duftenden Flieder – die Auswahl ist riesig. Dabei bieten diese Hecken nicht nur dir Freude, sondern auch Vögeln und Insekten wertvollen Lebensraum. Mit der richtigen Planung und Auswahl passender Gehölze schaffst du einen natürlichen Sichtschutz, der Struktur in deinen Garten bringt und gleichzeitig pflegeleicht ist.

Überblick: Die schönsten Ziergehölze für frei wachsende Hecken

Felsenbirne (Amelanchier laevis) – Blütezeit: April/Mai, Blütenfarbe: Cremeweiß bis Rosa, Wuchshöhe: 3 bis 5 m. Lockerer Wuchs, essbare Früchte. Apfelbeere (Aronia melanocarpa) – Blütezeit: Mai, Blütenfarbe: Weiß, Wuchshöhe: 1,5 m. Essbare, schwarze Beeren, schöne Herbstfärbung. Immergrüne Berberitze (Berberis x stenophylla) – Blütezeit: Mai, Blütenfarbe: Orangegelb, Wuchshöhe: 1,5 bis 2 m. Immergrün, überhängender Wuchs. Sauerdorn (Berberis vulgaris) – Blütezeit: Mai, Blütenfarbe: Gelb, Wuchshöhe: 1 bis 3 m. Immergrün, schwarze, ungenießbare Beeren. Sommerflieder (Buddleja davidii) – Blütezeit: Juli bis September, Blütenfarbe: Violett, auch Weiß, Wuchshöhe: 1,5 bis 2,5 m. Blüten locken Schmetterlinge an. Zierquitte (Chaenomeles japonica) – Blütezeit: April/Mai, Blütenfarbe: Rosa, auch Weiß, Wuchshöhe: 0,8 bis 1,5 m. Dekorative, gelbe Früchte. Kornelkirsche (Cornus mas) – Blütezeit: März/April, Blütenfarbe: Gelb, Wuchshöhe: 3 bis 5 m. Lockerer Wuchs, essbare, rote Früchte. Deutzie (Deutzia-Arten) – Blütezeit: Juni/Juli, Blütenfarbe: Weiß, auch Zartrosa, Wuchshöhe: 0,8 bis 3 m. Viele schöne Arten und Sorten. Goldglöckchen (Forsythia intermedia) – Blütezeit: März/April, Blütenfarbe: Gelb, Wuchshöhe: 1 bis 4 m. Blütenreicher, auffälliger Zierstrauch. Kolkwitzie (Kolkwitzia amabilis) – Blütezeit: Juni, Blütenfarbe: Rosa, Wuchshöhe: 2 bis 4 m. Überhängender Wuchs. Liguster (Ligustrum vulgare) – Blütezeit: Mai, Blütenfarbe: Weiß, Wuchshöhe: 2 bis 3 m. In milden Wintern immergrün. Mispel (Mespilus germanica) – Blütezeit: Mai/Juni, Blütenfarbe: Weiß, Wuchshöhe: 3 bis 5 m. Im Herbst essbare Früchte. Pfeifenstrauch (Philadelphus-Hybriden) – Blütezeit: Juni, Blütenfarbe: Weiß, Wuchshöhe: 2 bis 3 m. Viele schöne Sorten, von denen manche duften („Falscher Jasmin“). Feuerdorn (Pyracantha coccinea) – Blütezeit: Juni, Blütenfarbe: Cremeweiß, Wuchshöhe: 2 bis 3 m. Stachelbewehrter Strauch mit hübschen, orangeroten, ungenießbaren Beeren. Heckenrose (Rosa-Arten) – Blütezeit: Mai/Juni, Blütenfarbe: Weiß, Rosa, Wuchshöhe: 1,5 bis 3 m. Viele schöne Arten, z. B. Hechtrose (R. glauca), Büschelrose (R. multiflora) oder Hundsrose (R. canina). Spierstrauch (Spiraea-Arten) – Blütezeit: April/Mai, Blütenfarbe: Weiß, Wuchshöhe: 1,5 bis 4 m. Viele hübsche Arten und Sorten. Echter Flieder (Syringa vulgaris) – Blütezeit: Mai, Blütenfarbe: Violett, auch Weiß, Wuchshöhe: 3 bis 5 m. Duftende Blüten; jährlicher Rückschnitt fördert Blütenbildung. Winter-Duftschneeball (Viburnum x bodnantense ‚Dawn‘) – Blütezeit: November bis April, Blütenfarbe: Rosa, Wuchshöhe: 2 bis 3 m. Im Winter am kahlen Strauch duftende Blüten. Runzelblättriger Schneeball (Viburnum rhytidophyllum) – Blütezeit: Mai/Juni, Blütenfarbe: Cremeweiß, Wuchshöhe: 3 bis 5 m. Immergrüner Großstrauch. Weigelie (Weigela florida und W.-Hybriden) – Blütezeit: Mai/Juni, Blütenfarbe: Rot, auch Rosa, Wuchshöhe: 1,5 bis 3 m. Auffällige Blüten.

Planung frei wachsender Hecken: Darauf solltest du achten

Frei wachsende Hecken musst du gut planen, da besonders Wildrosen sehr starkwüchsig sind und langsam wachsende Sträucher ersticken können. Dies hätte einen besenartigen Neuaustrieb und am Ende eine struppige, unnatürliche Wuchsform der Hecke zur Folge. Geeignete Sträucher für freiwachsende Hecken sind der Duftschneeball (Viburnum-Arten und -Sorten), Flieder (Syringa vulgaris), Forsythie (Forsythia intermedia), Felsenmispel (Cotoneaster praecox), Zierkirsche (Prunus-Arten und -Sorten) und Kornelkirsche (Cornus mas). Achte darauf, dass du nur Gehölze mit ähnlichen Wuchseigenschaften nebeneinander pflanzt, damit sie sich nicht gegenseitig verdrängen und die Hecke harmonisch wächst.

Gehölze für Wildhecken: Heimische und exotische Schönheiten kombinieren

Besonders Biogärtner unter uns schwärmen von frei wachsenden Hecken aus heimischen Gehölzarten. Aber auch für konventionelle Gärten stellen sie eine Bereicherung dar. Sie müssen auch nicht ausschließlich aus einheimischen Gehölzen bestehen, denn viele der schönsten Ziergehölze stammen aus fremden Ländern und sind dennoch bei Vögeln und anderen Tieren beliebt. Achte bei der Auswahl der Heckengehölze vor allem auf die Blütenfarbe, den Duft und den Zeitpunkt der Blüte. Auch der Fruchtbesatz, eine schöne Herbstfärbung und die Robustheit gegenüber Frost und Krankheiten sind wichtige Kriterien. Eine bunte Mischung verschiedener Ziergehölze sieht in der Regel besser aus und bietet dem Auge mehr Abwechslung übers Jahr als eine monotone Abfolge ein und derselben Art. Pflanze aber nur Gehölze mit etwa gleichen Wuchseigenschaften nebeneinander, damit sie sich nicht gegenseitig verdrängen. Für einen lockeren Gesamteindruck kannst du einzelne, höher wachsende Gehölze einfügen. Beliebte heimische Gehölze für Wildhecken sind Eberesche (Sorbus aucuparia), Wolliger Schneeball (Viburnum lantana), Holunder (Sambucus nigra) oder Schlehdorn (Prunus spinosa).

Hecken gliedern Gartenräume: Struktur und Atmosphäre schaffen

Nicht nur an der Grundstücksgrenze, auch innerhalb des Gartens können Hecken gepflanzt werden. Sie dienen hier zum Beispiel als Hintergrund für eine Staudenrabatte oder ein Rosenbeet und können auch als Sicht- und Windschutz hinter Sitzplätze gepflanzt werden. Mit mannshohen Hecken lassen sich einzelne Bereiche des Gartens, wie zum Beispiel der Nutzgarten vom Ziergarten, abtrennen. In großen Gärten ist dies ein beliebtes Mittel, einzelne Themengärten sowie separate, grüne „Zimmer“ zu schaffen. Hübsch sieht es übrigens aus, wenn zum Beispiel in eine Hainbuchenhecke ein rundes „Fenster“ geschnitten wird, durch das man von einem in ein anderes Gartenzimmer blicken kann. Kleine Gärten solltest du nicht durch zu viele Untergliederungen aufteilen, denn allzu schnell wirkt der Garten dann vollgestellt und unübersichtlich.

Gaertner Poetschkes Tipp: Bei frei wachsenden Hecken gilt: Alle an vorjährigen Trieben blühenden Gehölze – das sind vor allem die im Frühjahr oder Frühsommer blühenden Arten – werden erst nach der Blüte zurückgeschnitten. So stellst du sicher, dass du im nächsten Jahr wieder eine üppige Blütenpracht genießen kannst.

Häufig gestellte Fragen

Wie lege ich frei wachsende Hecken am besten an?

Pflanze Gehölze mit ähnlichen Wuchseigenschaften nebeneinander, damit sich keine Art gegenseitig verdrängt. Achte auf ausreichend Pflanzabstand (je nach Art 1 bis 2 Meter) und kombiniere Sträucher mit unterschiedlichen Blütezeiten für ganzjährige Attraktivität. Bereite den Boden gut vor und wässere die Pflanzen in den ersten Wochen regelmäßig.

Welche Vorteile bieten frei wachsende Hecken gegenüber geschnittenen Hecken?

Frei wachsende Hecken sind pflegeleichter, da sie nur selten geschnitten werden müssen. Sie blühen üppiger, bilden Früchte aus und bieten Vögeln sowie Insekten wertvollen Lebensraum. Zudem wirken sie natürlicher und abwechslungsreicher durch unterschiedliche Blütezeiten, Herbstfärbung und Fruchtschmuck.

Gärtnerische Grundlagen – Band I (2008)

Seiten: 64

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