Chicorée anbauen: Treiberei und Ernte im Winter

Chicorée, Zuckerhut und Radicchio stammen alle von derselben Wildpflanze ab: der Wilden Wegwarte (Cichorium intybus). Chicorée wurde erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts in Belgien kultiviert und zeichnet sich durch seine längliche Zapfenform mit knackigen, fast weißen Blättern aus.

Herkunft und Nährwerte

Noch heute sind Belgien, die Niederlande und Frankreich die Hauptproduzenten von Chicorée. Er enthält viel Vitamin C, Kalium, Kalzium, Phosphor und Bitterstoffe, die appetitanregend und verdauungsfördernd wirken. Du kannst Chicorée als Rohkostsalat genießen, aber auch gedünstet oder leicht angebraten zubereiten – so entfaltet er sein volles Aroma und wird bekömmlicher.

Anbau und Treiberei

Chicorée wird im Freiland ausgesät und bildet im Herbst kräftige Wurzeln. Diese gräbst du aus und schlägst sie im Keller oder Frühbeet in feuchtem Sand ein. Bei Dunkelheit und Wärme treiben die Wurzeln die typischen, weißen Chicorée-Zapfen aus. Die Treiberei dauert etwa drei bis vier Wochen. Wichtig ist, dass du die Wurzeln während dieser Zeit gleichmäßig feucht hältst und vor Licht schützt, damit die Zapfen zart und mild bleiben.

Gaertner Poetschkes Tipp: Lass die Chicorée-Zapfen unbedingt im Dunkeln treiben – Licht macht die Blätter grün und bitter. Im Dunkeln bleiben sie weiß und mild im Geschmack.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird Chicorée getrieben?

Die im Herbst ausgegrabenen Wurzeln werden im Keller oder Frühbeet in feuchtem Sand eingeschlagen. Bei Dunkelheit und Temperaturen um 15–18 °C treiben sie innerhalb von drei bis vier Wochen die typischen Zapfen aus.

Warum schmeckt Chicorée bitter?

Chicorée enthält Bitterstoffe, die appetitanregend und verdauungsfördernd wirken. Durch die Treiberei im Dunkeln werden die Bitterstoffe reduziert – im Licht werden die Blätter grün und bitterer.

Gärtner Pötschkes Neues Großes Gartenbuch – Band II: Gemüse und Kräuter (2011)

Seiten: 80

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