Die Aussaat des Winterrettichs erfolgt ab Anfang Juli auf ein Beet, welches nicht frisch mit Mist gedüngt sein soll, denn das hätte nur madige Knollen zur Folge. Der Rettich wächst in jedem Gartenboden.
Standort und Bodenvorbereitung
Die Aussaat des Winterrettichs erfolgt ab Anfang Juli auf ein Beet, welches nicht frisch mit Mist gedüngt sein soll, denn das hätte nur madige Knollen zur Folge. Der Rettich wächst in jedem Gartenboden. Auf reinem Sandboden werden meist harte, sehr scharfe Knollen geerntet. Die Reihenweite auf Rettichbeeten sollte stets 20 cm betragen. Innerhalb dieser Reihe wird der Samen recht dünn ausgesät. Noch besser ist jedoch die sogenannte „Dibbelsaat“. Bei dieser Methode werden alle 10 cm zwei Samenkörner, die doppelte Kornstärke tief, in die Erde gedrückt. Die Keimzeit beträgt beim Rettich ca. fünf bis sechs Tage. Die Wachstumszeit dauert 100 Tage. Rettich sollte nur als Nachfrucht stehen. Auch Zwischenfrucht ist möglich, z. B. zwischen Buschbohnen, Frühgemüse usw. Alle Rettiche und Radieschen müssen schnell heranwachsen! Langsam herangewachsene Pflanzen bringen bittere, harte und lederartige Knollen hervor. Aus diesem Grunde ist während starker Trockenheit für reichliche Wassergaben Sorge zu tragen. Hohle Knollen sind auf Stickstoffüberschuss zurückzuführen. „Dünne Schwänze“ und kleine Knollen werden geerntet, wenn die Aussaat zu dicht erfolgt ist und nicht verzogen wurde. Winterrettiche dürfen nicht zu früh ausgesät werden,
Aussaat und Anbau
da solche Aussaaten die meisten Schosser ergeben. Die Ernte erfolgt im Spätherbst, nicht zu früh und nicht zu spät. Vom Frost betroffene Knollen beginnen bald zu faulen und eignen sich für die Einlagerung nicht. Sie werden möglichst unbeschädigt aus der Erde geholt. Beschädigte Knollen sind dem Sofortverbrauch zuzuführen. Die Blätter werden am Ansatz abgeschnitten und die Gesamternte im Keller in Sand eingelagert. Auch Einmieten ist möglich. Liegen die Rettiche im Keller nicht in Sand, dann sind später sehr viele pelzige, welke Knollen die Folge. Interessant ist noch, dass bereits die Arbeiter beim Bau der Pyramiden Rettiche kannten und damals schon die gute Wirkung auf den menschlichen Organismus bekannt und geschätzt war. Auch die Germanen wussten von solchen Rettichen, wie sie heute noch in Bayern, hauptsächlich in der Regensburger Gegend, angebaut werden. Erfahrene Rettichanbauer wollen ein sogenanntes „Heimatgefühl“ beim Rettich festgestellt haben, d. h. also, dass sich neue Sorten immer erst allmählich akklimatisieren und man am besten daran tut, die alten bewährten Sorten weiter anzubauen. Gartenfreunde sollten also dieserhalb in die Nachbargärten schauen und herumhören, welche Sorten in ihrer Gegend
Ernte, Lagerung und Verwendung
mit Erfolg angebaut werden. Der Heilwert des Rettichs: Als eines unserer besten Heilmittel gegen Gallen- und Leberleiden wurde Rettich schon von den Völkern des Altertums angewandt, und diese Tatsache ist bis heute anerkannt. Rettich macht die Galle dünnflüssig und verhindert Stein- und Grießbildung. Desgleichen wirkt Rettich harntreibend und regt die Nierentätigkeit an. Fleißige Rettichesser werden nie an Steinbildungen der Niere und Galle leiden. Reichlicher Rettichgenuss beeinflusst den Stoffwechsel sehr günstig, er ist appetitanregend und fördert die Verdauung. Bei trockenen Katarrhen wirkt er schleimlösend und fördert den Auswurf. Rettichsaft, mit Honig gemischt, ist ein altes Mittel gegen Keuchhusten. An Vitaminen und Mineralsalzen ist Rettich besonders reich, darum lass die Kinder Radieschen und Rettich essen, so viel sie nur wollen. In der Regel wird Rettich mit Salz gegessen. Bei Kranken ist es besser, den Rettich gerieben, mit Öl oder Sahne als Salat zubereitet, zu geben. Gewinnung des Rettichsaftes: Ein großer Rettich wird ausgehöhlt und an der Spitze eine kleine Öffnung gemacht. Die Höhlung wird mit braunem Zucker gefüllt und der Rettich auf ein Glas gestellt. Der abfließende Saft wird löffelweise eingenommen.
Gaertner Poetschkes Tipp: Langsam herangewachsene Pflanzen bringen bittere, harte und lederartige Knollen hervor.
Häufig gestellte Fragen
Wann sollte Winterrettich ausgesät werden und warum nicht zu früh?
Die Aussaat des Winterrettichs erfolgt ab Anfang Juli. Zu frühe Aussaaten ergeben die meisten Schosser. Die Ernte erfolgt im Spätherbst, nicht zu früh und nicht zu spät, da vom Frost betroffene Knollen bald zu faulen beginnen und sich für die Einlagerung nicht eignen.
Wie lagere ich Winterrettich richtig ein?
Winterrettiche werden möglichst unbeschädigt aus der Erde geholt, die Blätter am Ansatz abgeschnitten und im Keller in Sand eingelagert. Liegen die Rettiche nicht in Sand, entstehen später viele pelzige, welke Knollen. Auch Einmieten ist möglich.