Tomaten anbauen: Standort, Pflege und Sorten

Tomaten anbauen gelingt mit etwas Wärme und dem richtigen Standort zuverlässig im eigenen Garten. Die Paradiesäpfel stammen aus Mittelamerika und zählen heute zum beliebtesten Fruchtgemüse in Deutschland.

Vorziehen und Auspflanzen

Tomaten werden ab Ende Februar auf der Fensterbank oder im beheizten Gewächshaus vorgezogen. Säe die Samen etwa 0,5 cm tief in Anzuchterde und halte die Temperatur bei 20 bis 25 Grad Celsius. Nach dem Keimen stellst du die Sämlinge etwas kühler, damit sie gedrungen wachsen. Sobald sich das erste echte Blattpaar zeigt, pikierst du die Pflänzchen in einzelne Töpfe. Nach den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die Jungpflanzen ins Freiland. Setze sie einige Zentimeter tiefer als sie zuvor im Topf standen, denn am vergrabenen Stängel bilden sich zusätzliche Wurzeln. Der Pflanzabstand beträgt 50 bis 80 cm je nach Sorte.

Standort und Pflege im Sommer

Tomaten brauchen einen vollsonnigen, windgeschützten Platz. Im Gewächshaus sind sie vor Regen geschützt, was das Risiko der gefürchteten Kraut- und Braunfäule deutlich senkt. Gieße regelmäßig von unten und vermeide Staunässe. Tomaten sind Starkzehrer und benötigen alle zwei Wochen einen kaliumbetonten Dünger. Stabtomaten werden an Stäben oder Schnüren hochgeleitet und regelmäßig ausgegeizt: Entferne die Seitentriebe in den Blattachseln, solange sie noch klein sind. Buschtomaten wachsen kompakt und müssen nicht ausgegeizt werden. Ab August kappst du die Triebspitze, damit die vorhandenen Früchte noch ausreifen.

Ernte und Verwertung

Ernte Tomaten, wenn sie vollreif und durchgefärbt sind, dann schmecken sie am aromatischsten. Unreife Früchte reifen bei Zimmertemperatur nach, sollten aber nicht im Kühlschrank gelagert werden, da sie dort an Aroma verlieren. In guten Sommern fallen oft mehr Tomaten an, als man frisch verbrauchen kann. Koche überschüssige Früchte zu Tomatensoße ein oder friere sie als Würfel oder Püree ein. Getrocknete Tomaten in Olivenöl sind ebenfalls eine beliebte Konservierungsmethode. Grüne Tomaten, die vor dem Frost nicht mehr reifen, kannst du an einem warmen Ort nachreifen lassen oder zu Chutney verarbeiten.

Empfehlenswerte Sorten für den Hausgarten

Die Sortenvielfalt bei Tomaten ist enorm. Für Einsteiger eignen sich robuste Stabtomaten wie ‚Harzfeuer‘ oder ‚Philovita‘, die widerstandsfähig gegen Braunfäule sind. Für den Balkon empfehlen sich kompakte Buschtomaten wie ‚Balkonstar‘ oder ‚Tumbling Tom‘. Fleischtomaten wie ‚Ochsenherz‘ liefern große, aromatische Früchte für Salate. Cocktailtomaten wie ‚Sungold‘ oder ‚Sweetie‘ begeistern mit intensiver Süße und sind bei Kindern beliebt. Alte Sorten in ungewöhnlichen Farben wie ‚Green Zebra‘ oder ‚Black Cherry‘ bringen Abwechslung auf den Teller und ins Beet.

Häufig gestellte Fragen

Warum platzen Tomaten bei Regen auf?

Tomaten platzen, wenn sie nach einer Trockenphase plötzlich viel Wasser aufnehmen. Die Fruchtschale kann sich nicht schnell genug dehnen und reißt auf. Gleichmäßiges Gießen und ein Regenschutz beugen dem Problem vor.

Ab wann kann man die Triebspitze bei Stabtomaten kappen?

Ab Anfang bis Mitte August kappst du die Triebspitze über dem fünften oder sechsten Fruchtstand. So steckt die Pflanze ihre Energie in die vorhandenen Früchte, die dann noch vor dem Herbst ausreifen können.

Gaertner Poetschkes Neues Grosses Gartenbuch

Seiten: 136, 137, 138, 139

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